Apples erstes faltbares iPhone gilt als technisches Prestigeprojekt – doch ausgerechnet beim Wiederverkauf könnte es zur teuersten Wette im gesamten Lineup werden. Eine neue Auswertung beziffert, wie viel Wert ein solches Gerät bereits nach zwölf Monaten verlieren dürfte.
Faltbare Smartphones gelten als Schaufenster modernster Technik, taugen aber denkbar schlecht als Wertanlage. Genau das rückt eine aktuelle Resale-Studie in den Vordergrund, kurz bevor Apple sein erstes Klappgerät auf den Markt bringen soll. Der erwartete Startpreis von rund 2.000 Dollar würde das erste faltbare iPhone von Apple zum mit Abstand teuersten Modell der Produktreihe machen – und damit auch zum Gerät mit dem höchsten möglichen absoluten Wertverlust. Wer das iPhone Ultra kauft, um die neue Formfaktor-Idee einfach auszuprobieren, sollte die Rechnung kennen, bevor er sich darauf einlässt.
Faltbare Smartphones verlieren am schnellsten an Wert
Die Datengrundlage liefert der Wiederverkaufsdienst SellCell, der die Restwert-Entwicklung von Flaggschiff-Smartphones der Hersteller Apple, Samsung, Google, Motorola und OnePlus über zwölf Monate untersucht hat. Das Ergebnis fällt für die Klappgeräte ernüchternd aus: Faltbare Modelle verlieren im Schnitt 64,6 Prozent ihres Werts innerhalb eines Jahres und schneiden damit schlechter ab als jede andere Smartphone-Kategorie. Klassische Smartphones kommen im Vergleich auf einen Wertverlust von rund 55,3 Prozent.
In absoluten Zahlen heißt das: Besitzer eines Foldables verlieren nach zwölf Monaten durchschnittlich 997,69 Dollar, bei herkömmlichen Smartphones sind es 605,32 Dollar – eine Differenz von gut 392 Dollar. Während gewöhnliche Geräte nach einem Jahr noch 44,7 Prozent ihres Ausgangswerts halten, sind es bei den faltbaren Modellen nur 35,4 Prozent.
Was das für ein 2.000-Dollar-Gerät bedeuten würde
Ein Marktstart im Herbst gilt als gesetzt: Das iPhone Ultra soll im Herbst 2026 erscheinen, gemeinsam mit den neuen iPhone-18-Pro-Modellen und zu einem kolportierten Preis von etwa 2.000 Dollar. Legt man die durchschnittliche Wertverlust-Rate heutiger Foldables zugrunde, käme ein solches Gerät nach zwölf Monaten nur noch auf einen Restwert von rund 708 Dollar. Das entspräche einem Verlust von etwa 1.292 Dollar – allein im ersten Jahr.
Diese Zahl ist eine Modellrechnung, kein Messwert: Sie überträgt das Verhalten bisheriger Klappgeräte schlicht auf ein Produkt, das es noch gar nicht gibt. Trotzdem markiert sie die Größenordnung, in der sich der Wertverlust bewegen könnte, wenn sich das iPhone Ultra wie der Branchendurchschnitt verhielte.
Apple hält den Wert besser als die Konkurrenz
Hier liegt der entscheidende Vorbehalt. Apple-Geräte behalten ihren Wert traditionell deutlich besser als die der Mitbewerber. Die iPhone-16-Reihe hielt nach zwölf Monaten noch 51,5 Prozent ihres Werts und lag damit an der Spitze aller untersuchten Hersteller – vor OnePlus mit 46,8 Prozent, Google mit 40,8 Prozent, Samsung mit 39,5 Prozent und Motorola mit 24,5 Prozent. Innerhalb des Apple-Sortiments fielen die Werte teils noch höher aus: Das Basismodell des iPhone 16 behielt 51,4 Prozent, die 256-Gigabyte-Variante des iPhone 16 Pro Max sogar 56,4 Prozent.
Würde das iPhone Ultra dieser typischen Apple-Kurve folgen statt dem Foldable-Durchschnitt, fiele der Verlust spürbar geringer aus – läge aber selbst dann noch bei rund 1.000 Dollar über das erste Jahr.
Warum die Rechnung mit Vorsicht zu genießen ist
Die ehrliche Antwort liegt zwischen beiden Szenarien. Ein faltbares iPhone vereint zwei gegenläufige Effekte: die starke Restwert-Stabilität der Marke Apple auf der einen Seite und die historisch schwache Wertentwicklung des gesamten Foldable-Segments auf der anderen. Wo genau das iPhone Ultra landet, hängt davon ab, ob Käufer dem neuen Formfaktor langfristig vertrauen oder ob die erste Generation als Experiment in Erinnerung bleibt.
Einen praktischen Ausweg gibt es für Unentschlossene allerdings: Apple gewährt eine 14-tägige Rückgabefrist. Wer das Gerät innerhalb dieser Spanne wieder zurückgibt, macht das Ausprobieren am Ende kostenlos – vorausgesetzt, die Entscheidung fällt schnell genug.
Wie teuer das Experiment wirklich wird, entscheidet der reale Preis
Ob aus der Modellrechnung tatsächlich ein vierstelliger Verlust wird, steht und fällt mit dem endgültigen Verkaufspreis und mit Apples Fähigkeit, dem Foldable-Trend zum Wertverlust zu trotzen. Sicher ist nur: Beim ersten faltbaren iPhone geht es nicht allein um die Anschaffung, sondern auch um die Frage, wie viel davon nach einem Jahr noch übrig ist. (Bild: Shutterstock / tinhkhuong)
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