Beim Wechsel an der Apple-Spitze könnte sich mehr verändern als nur der Name im CEO-Büro. Einem aktuellen Bericht zufolge will der künftige Chef John Ternus dem Design-Team wieder deutlich mehr Gewicht verleihen – nach Jahren, in denen dessen Einfluss spürbar geschwunden sein soll.
Zum 1. September übernimmt mit John Ternus ein Hardware-Ingenieur die Führung von Apple. Schon vor seinem Amtsantritt deutet sich an, welche Akzente er setzen möchte. Im Mittelpunkt steht dabei die Rolle des Design-Teams, dessen Bedeutung im Konzern zuletzt offenbar abgenommen hatte. Die Hinweise stammen aus dem jüngsten Power-On-Newsletter von Bloomberg-Journalist Mark Gurman, der die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre nachzeichnet.
Wie das Design in der Cook-Ära an Einfluss verlor
Gurman zufolge sei der Einfluss der Design-Abteilung auf Führungsebene während der 15 Jahre unter Tim Cook zurückgegangen. Befeuert worden sei diese Entwicklung durch den Abgang von Chefdesigner Jony Ive sowie durch weitere Personalabgänge, während Finanz- und Operationsabteilungen zunehmend über die Produktrichtung mitbestimmt hätten. Nach Ives Weggang fiel die Aufsicht über das Design-Team zunächst dem damaligen COO Jeff Williams zu – schon das bedeutete einen Bruch mit der früheren Ordnung.
Als das Design noch den Takt vorgab
Wie zentral die Design-Abteilung einst war, lässt sich bis ins Jahr 2011 zurückverfolgen. In der Steve-Jobs-Biografie von Walter Isaacson wird Jobs sinngemäß mit der Aussage zitiert, Ive verfüge über mehr operativen Einfluss als jeder andere bei Apple – ihn selbst ausgenommen. Ives Team für das industrielle Design gab die Produkt-Roadmap des Unternehmens damals von oben herab vor. Von dieser Konstellation ist Apple heute weit entfernt.
Aktuell ohne ranghohe Design-Spitze
Dem Bericht nach ist die Design-Abteilung inzwischen hinter die Operationssparte zurückgefallen. Apple verfügt derzeit über keine ranghohe Design-Rolle im engeren Führungskreis; erst kürzlich seien mit Molly Anderson und Steve Lemay zwei Design-Verantwortliche auf der offiziellen Führungsseite ergänzt worden. Genau hier soll Ternus ansetzen.
Ternus sucht die Nähe zum Design-Team
Als künftiger CEO dürfte Ternus stärker in die Produktentwicklung eingebunden sein, als es bei Cook der Fall war. Gurman zufolge wolle er einen Teil der früheren Autorität des Design-Teams wiederherstellen und habe bereits viel Zeit mit der Abteilung für industrielles Design verbracht, während er sich auf seinen Amtsantritt vorbereitet. Ternus wird zudem mit der Aussage zitiert, das am schönsten gestaltete Objekt im Besitz der meisten Kunden sei ein Apple-Produkt – und dafür wolle er sorgen, dass das so bleibe.
Der erste große Auftritt: das faltbare iPhone
Nach außen positioniert Apples PR-Abteilung Ternus bereits als Gesicht jüngerer Design-Erfolge wie des MacBook Neo. Seinen ersten großen öffentlichen Auftritt als CEO dürfte er im Herbst haben: Dann soll er das neue faltbare iPhone auf einem Medien-Event vorstellen – ein Produkt, an dem sich der angekündigte Design-Fokus gleich zu Beginn messen lassen dürfte.
Ein Kurswechsel mit Signalwirkung
Sollte sich der beschriebene Kurs bestätigen, wäre es mehr als eine personelle Verschiebung. Ein CEO mit Hardware- und Produkt-Hintergrund, der das Design-Team bewusst aufwertet, würde an eine Tradition anknüpfen, die Apple über Jahre groß gemacht hat. Zugleich fällt der Zeitpunkt in eine Phase, in der das Unternehmen mit einem faltbaren iPhone und weiteren Neuheiten ohnehin gestalterisch Akzente setzen will. Wie ernst es Ternus mit der Aufwertung meint, dürfte sich daher schon an seinen ersten Produkten ablesen lassen. (Bild: Apple)
- 2027 soll Apples größtes Produktjahr werden
- iPhone 18 Pro: Das Kamera-Plateau wächst weiter
- iPhone 18 Pro könnte bei 1.399 Dollar starten
- iPhone Air 2 soll zweite Kamera und besseren Akku bekommen
- Apple plant ab 2028 iPhones mit 1,4-Nanometer-Chips
- Apple plant Jubiläums-iPhone und Kamera-AirPods für 2027
- iOS 27: Die neue Siri könnte beim iPhone 18 rund werden
- iPhone 18: 12 GB RAM ohne höheren Preis erwartet
- iPhone Ultra: Leaker hält Verzögerungs-Gerüchte für falsch
- iPhone 18: Zulieferer-Aussage stützt den späten Start
- iPhone 18 Pro: Neue Farben mit altbekanntem Risiko
- Agentische KI: Apple könnte einen OpenClaw-Konkurrenten bauen
- Siri AI: Macht der Beta-Erfolg ein Abo wahrscheinlicher?
- iOS 27: Drei Funktionen, die Apple noch nicht gezeigt hat
- Touchscreen fürs MacBook: Leaker hält es für gesichert
- macOS 27 liefert drei Hinweise auf das MacBook Ultra
- Apples KI-Verzug verschiebt Home Hub, Brille und Roboter
- Wie ein Krisentreffen Apples KI-Umbau auslöste
- WWDC 2026: Tim Cooks letzte Keynote als Apple-CEO
- iPhone Ultra: Neue Dummy-Bilder zeigen das finale Design
- iPhone Ultra: Schwarz womöglich nicht im Farbangebot
- Neue Siri in iOS 27 startet womöglich mit Warteliste



