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Wie ein Krisentreffen Apples KI-Umbau auslöste

by Milan
7. Juni 2026
in Rumors
Apple Intelligence Siri

Bild: Apple

Apple Intelligence galt nach dem Start als Fehlschlag, die versprochene Siri-Überarbeitung verschob sich immer weiter. Den Wendepunkt markierte einem neuen Bericht zufolge eine einzige Sitzung Anfang 2025 – ausgerechnet ohne Tim Cook im Raum. Was dort besprochen wurde, prägt die Keynote an diesem Montag bis heute.

Im Zentrum der WWDC-Keynote an diesem Montag dürften KI-Funktionen in iOS 27 und den übrigen Betriebssystemen stehen, von einer runderneuerten Siri bis zu neuen Frameworks für Entwickler – die Erwartungen an die WWDC 2026 sind entsprechend hoch. Für Apple wäre es zugleich der vorläufige Schlusspunkt einer turbulenten Phase: Nach dem holprigen Start von Apple Intelligence und den wiederholten Verschiebungen der neuen Siri musste das Unternehmen reagieren. In den vergangenen zwei Jahren baute Apple seine KI-Arbeit deshalb erheblich um. Den Auslöser dafür beschreibt nun Mark Gurman im Power-On-Newsletter von Bloomberg: eine Sitzung Anfang 2025.

Das Krisentreffen Anfang 2025

Damals sah sich Apple einer Branche gegenüber, die sich rasant bewegte und die eigene KI-Entwicklung hinter sich ließ. Laut dem Bericht trafen sich mehrere Führungskräfte in einem Konferenzraum nahe der Software-Engineering-Abteilung, um das Problem zu lösen. Cook selbst war nicht zugegen; einberufen habe die Runde der inzwischen pensionierte COO Jeff Williams. Zu den Teilnehmern zählten dem Bericht zufolge mehrere C-Level-Manager sowie der frühere Leiter des Interface-Designs, Alan Dye, und der damalige Vision-Pro-Chef Mike Rockwell.

Im Mittelpunkt standen die Krise um Apple Intelligence und die drohende weitere Verzögerung der Siri-Überarbeitung. Den Anwesenden sei rasch klar geworden, welche Tragweite das Problem hatte – und welche Folgen es für Apple hätte, wenn nichts geschähe. Aus der Sitzung heraus formulierte die Gruppe schließlich eine Empfehlung an Cook, der zu diesem Zeitpunkt wenig Vertrauen in den damaligen KI-Chef John Giannandrea hatte. Auch er war anwesend.

Rockwell meldet sich freiwillig

Den größten Teil der Gespräche führte Software-Chef Craig Federighi. Es war jedoch Rockwell, der sich dem Bericht zufolge freiwillig anbot, die Sanierung von KI und Siri zu übernehmen. Seine Glaubwürdigkeit war nach dem Marktstart der Apple Vision Pro hoch, was seinem Anliegen zusätzlich half.

Die Idee selbst war nicht neu. Bereits rund ein Jahrzehnt zuvor habe der frühere Hardware-Chef Dan Riccio darauf gedrungen, einen KI-Verantwortlichen ins Führungsteam zu holen, und Rockwell beauftragt, einen Fünf-Jahres-Plan für eine runderneuerte Siri zu entwerfen. Die damalige Führungsspitze zeigte sich allerdings wenig empfänglich, der Fahrplan wurde nie fertiggestellt. Beim Treffen Anfang 2025 war dieselbe Gruppe überzeugt, dass es nun personelle Veränderungen brauche – und empfahl Cook, Rockwell die Verantwortung für Siri zu übertragen.

Siri statt der gesamten KI

Ganz besiegelt war damit allerdings noch nichts. Zwar sprach sich die Runde für Rockwell aus, und Cook stand im März 2025 kurz vor der Zustimmung. Rockwell ging jedoch davon aus, künftig Apples KI-Verantwortung insgesamt zu übernehmen und Giannandrea zu beerben. Federighi wiederum war der Ansicht, Rockwell solle sich um Siri kümmern und an ihn berichten – nicht direkt an Cook.

Rockwell empfand, dass Federighi die Bedeutung von KI nicht ausreichend erkenne, und rückte zwischenzeitlich von der Siri-Rolle ab. Mit dem Wunsch nach einer Beförderung zum Senior Vice President nahm er die Aufgabe schließlich doch an – unter Federighi. Dass diese Reibung fortbesteht, zeigte sich später: Rockwell soll über einen Rückzug aus seiner Rolle nachdenken, weil ihm das Berichten an Federighi und der Zuschnitt seiner Aufgabe missfallen.

Die Suche nach dem Modell-Chef

Mit Rockwells Festlegung auf Siri blieb eine Lücke: Jemand musste sich um die KI-Modelle kümmern. Es folgte dem Bericht zufolge eine längere Suche im Jahr 2025, an deren Ende Amar Subramanya als zweiter KI-Verantwortlicher feststand – ebenfalls mit Federighi als Vorgesetztem. Subramanya, zuvor bei Google und Microsoft tätig, übernahm die Verantwortung für die Apple Foundation Models.

Doch der Rückstand auf den Rest der Branche blieb. Rockwell prüfte deshalb Wege, schneller aufzuholen, einschließlich externer Lösungen. Daraus ging gemeinsam mit Federighi und Services-Chef Eddy Cue der Deal mit Google über Gemini und die Google Cloud hervor, mit dem Apple die Entwicklung seiner neuen Foundation Models beschleunigen wollte.

Cook mischt sich ein

Über das Treffen hinaus hatte Apples Schwächephase eine weitere Folge: mehr Cook als üblich. Der CEO schaltete sich dem Bericht zufolge selbst in die Arbeit am KI-Fahrplan ein, traf mehr Entscheidungen als sonst und hielt sogar eine Art KI-Ansprache an die Belegschaft. Normalerweise überlässt Cook Fahrpläne und zentrale Entscheidungen seinen direkten Reports und führt mit eher leichter Hand – bei KI tat er es nicht.

Er drängte Federighi und andere, das Thema ernster zu nehmen und zum Erfolg zu führen. Federighi, der die Umsetzung der KI-Funktionen verantwortet, hat seine Sicht inzwischen angepasst: Er betrachtet KI mittlerweile als den zentralen Schwerpunkt der Betriebssystem-Updates der kommenden Jahre.

Ob die Wende gereicht hat, zeigt sich am Montag

Das Treffen Anfang 2025 gilt damit als Wendepunkt für Apples KI-Arbeit – zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen dringend gegensteuern musste. Was aus dem Umbau geworden ist, lässt sich am Montag besichtigen: Eine von Grund auf neue Siri mit eigener App und systemweiter Such-Geste gilt als Herzstück der Keynote. Ob die eingeleitete Wende wirklich gereicht hat, lässt sich allerdings erst beurteilen, wenn das Keynote-Video startet. (Bild: Apple)

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Tags: Apple IntelligenceSiri
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