Ein neuer Leak deutet an, dass iOS 27 erstmals zwei Apps gleichzeitig nebeneinander darstellen könnte. Die Funktion soll eine alte Schwäche des Systems beheben – und zielt offenbar direkt auf das große Innendisplay des erwarteten faltbaren iPhones.
Im Querformat und auf großen Displays war iOS noch nie besonders stark. Während das iPad seit Jahren souverän mit breiten Layouts umgeht, klammert sich das iPhone-System an das hohe, schmale Hochformat. Ein neuer Hinweis aus China legt nun nahe, dass Apple dieses Defizit mit iOS 27 angehen könnte. Das neue System dürfte Apple bereits am 8. Juni auf der WWDC 2026 vorstellen. Bestätigt ist die Funktion bislang nicht, doch sie würde sich in ein klares strategisches Muster einfügen.
Was sich hinter „Parallel View“ verbirgt
Laut einem Beitrag des Weibo-Leakers Fixed Focus Digital soll Apple an einer Fähigkeit arbeiten, die intern mit dem Begriff „Parallel View“ umschrieben wird. Gemeint ist eine Technik, die Smartphone-Apps automatisch auf Systemebene für breite Displays anpasst, ohne dass Entwickler ihre Anwendungen eigens neu gestalten müssten. Den Namen entlehnt der Leaker dabei von einer gleichnamigen Funktion aus Huaweis HarmonyOS – allerdings ausdrücklich nur als Vergleichspunkt für die Art der Lösung, nicht als Hinweis darauf, dass Apple die Umsetzung des Konkurrenten direkt übernähme.
Als Apples eigenes Vorbild verweist der Leaker auf iPadOS: Dort übernimmt das System die Anpassung an das Querformat bereits seit Längerem von selbst. Ein vergleichbarer Mechanismus hat iOS hingegen nie besessen. Genau diese Lücke soll die neue Funktion nun schließen.
Warum das iPhone Ultra den Anstoß gibt
Der eigentliche Auslöser dürfte das erwartete faltbare iPhone sein. Dessen rund 7,8 Zoll großes Innendisplay würde eine grundlegende Einschränkung von iOS schonungslos offenlegen: Praktisch jede iPhone-App ist für ein hohes, schmales Display ausgelegt. Ohne eine Lösung auf Systemebene erschienen diese Apps auf der größeren Fläche nur in einem schmalen Streifen mit breiten schwarzen Rändern – ein wenig ansprechender Anblick auf einem Premium-Gerät. Wie sich ein solches Display in der Praxis nutzen ließe, ist eine der zentralen Fragen rund um das erwartete faltbare iPhone.
Bemerkenswert ist, dass der Leaker iOS in der Sache durchaus lobt und es als grundsätzlich exzellent bezeichnet – die Großbild-Anpassung sei jedoch seit jeher hinter den Möglichkeiten zurückgeblieben. Eine systemweite Lösung käme damit nicht nur dem faltbaren Modell zugute, sondern könnte iOS auch insgesamt flexibler machen.
Ein Bericht aus dem Frühjahr stützt die Spur
Die Darstellung deckt sich mit früheren Informationen aus dem Umfeld von Bloomberg. Bereits im März hieß es von dort, iOS 27 werde es erlauben, zwei Apps nebeneinander auf dem Innendisplay des faltbaren iPhones darzustellen – mit einem iPad-ähnlichen Layout und Navigationsleisten am linken Rand in den unterstützten Apps. Beide Berichte zeichnen damit ein konsistentes Bild: Apple bereitet iOS gezielt auf größere und breitere Bildflächen vor.
Der echte Auftritt könnte erst im Herbst folgen
Einen ersten Blick auf iOS 27 gewährt Apple aller Voraussicht nach schon am 8. Juni zum Auftakt der WWDC 2026. Ob ausgerechnet die Split-Screen-Funktion dort eine Rolle spielt, ist allerdings fraglich: Da sie so eng am Innendisplay des faltbaren iPhones hängt, läge es nahe, dass Apple sie erst dann ausführlich demonstriert, wenn das Gerät selbst auf der Bühne steht. Dessen Vorstellung wird gemeinsam mit den iPhone 18 Pro-Modellen im Herbst erwartet, parallel zur Veröffentlichung der finalen iOS-Version.
Sollte sich die Funktion bestätigen, wäre sie weit mehr als eine Randnotiz: Sie würde die Grundlage dafür legen, dass das erste faltbare iPhone seine größte Stärke – die zusätzliche Bildschirmfläche – überhaupt sinnvoll ausspielen kann. (Bild: Shutterstock / DANIEL CONSTANTE)
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