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Apple und Google: Neue Details zur KI-Technik hinter Siri

by Milan
28. Mai 2026
in Rumors
Apple Google Siri

Bild: Shutterstock / Mamun_Sheikh

Wenige Tage vor der WWDC zeichnet ein neuer Bericht nach, wie Apple die kommenden KI-Funktionen technisch umsetzen will. Im Zentrum steht ein verkleinertes Gemini-Modell fürs iPhone, dazu eine Cloud-Lösung mit Google-Servern und Nvidia-Chips. Apple hält am Versprechen der Privatsphäre fest – muss dafür aber den eigenen Maschinenraum umbauen.

Bis zur Keynote am 8. Juni ist es nur noch gut eine Woche, und damit rückt auch Apples nächste KI-Generation näher. Während die meisten Berichte sich bislang mit den sichtbaren Funktionen befassten – etwa der komplett neuen Siri mit eigener App und systemweiter Such-Geste – widmet sich ein aktueller Bericht der Technik dahinter. Es geht nicht darum, was Siri können soll, sondern darum, auf welcher Infrastruktur diese Fähigkeiten überhaupt laufen. Und hier zeigt sich, dass Apples Partnerschaft mit Google tiefer in die Architektur eingreift, als es die bisherigen Schlagzeilen vermuten ließen.

Ein großes Modell, das aufs iPhone schrumpfen soll

Den Kern der Strategie bildet ein Verfahren namens Distillation. Dabei wird ein großes KI-Modell genutzt, um ein deutlich kleineres zu trainieren, das anschließend lokal auf dem Gerät läuft. Konkret soll Apple eine Version von Googles großem Gemini-Modell verwenden, um daraus eine kompakte Variante abzuleiten, die direkt auf Apple-Geräten arbeitet (via The Information).

Damit unterstreicht Apple einen Anspruch, der das Unternehmen seit Beginn seiner KI-Offensive begleitet: Die Verarbeitung soll möglichst auf dem Gerät selbst stattfinden, nicht in der Cloud. On-Device-Verarbeitung bleibt dem Bericht zufolge ausdrücklich ein zentrales Verkaufsargument für die nächste Funktionswelle.

Um dieses Schrumpfen der Modelle weiter voranzutreiben, soll Apple zudem nach kleineren Firmen Ausschau halten, die sich auf genau diese Aufgabe spezialisiert haben. Als ein Übernahmekandidat, den Apple in Betracht gezogen haben soll, wird Liquid AI genannt – ein Startup aus Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts, das sich auf das lokale Ausführen von KI-Modellen konzentriert.

Warum die Cloud trotzdem unverzichtbar bleibt

So sehr Apple auf lokale Verarbeitung setzt, an der Cloud führt offenbar kein Weg vorbei. Viele KI-Anfragen sollen weiterhin Unterstützung aus dem Rechenzentrum benötigen. Der Grund liegt in der schieren Größe des vollständigen Gemini-Modells: Es verfügt dem Bericht zufolge über Billionen von Parametern und verlangt so viel Rechenleistung, dass Apple es auf der eigenen Server-Infrastruktur namens Private Cloud Compute bislang nicht zum Laufen bekam.

Die Lösung soll im Rückgriff auf fremde Infrastruktur liegen. Ein Teil der Anfragen an die neue Siri-Version soll in der Google Cloud laufen, und zwar auf einer lizenzierten Fassung von Googles Gemini-Modell. Apple wäre damit für rechenintensive Aufgaben auf die Server des Partners angewiesen – ein bemerkenswerter Schritt für ein Unternehmen, das seine Dienste sonst möglichst im eigenen Haus betreibt. Dass Google die KI-Technik für Siri liefert, hatte sich bereits abgezeichnet, als Google den Gemini-Einsatz für Siri für 2026 bestätigte.

Nvidia-Chips und der Versuch, die Privatsphäre zu wahren

Der heikelste Punkt bei einer Auslagerung in fremde Rechenzentren ist der Datenschutz – und genau hier kommt Nvidia ins Spiel. Apple soll vor Kurzem den Einsatz einer Privatsphäre-Technologie von Nvidia für diese Umgebung freigegeben haben, was darauf hindeutet, dass für zumindest einen Teil der Rechenarbeit in der Google Cloud Nvidias KI-Chips zum Einsatz kommen.

Gemeint ist die als Confidential Compute bekannte Sicherheitsfunktion in Nvidias Grafikprozessoren. Sie verschlüsselt Daten und KI-Modelle, während diese verarbeitet werden. Aktiviert man die Funktion, verlangsamt sich die Bearbeitung der Anfragen zwar geringfügig, doch sie könnte Apple dabei helfen, seine Datenschutz-Versprechen einzuhalten. Die Entscheidung für dieses Verfahren soll erst in den vergangenen Wochen gefallen sein – ein Hinweis darauf, wie kurzfristig Apple die Architektur noch justiert.

Ein vertrauter Name für eine veränderte Technik

Interessant ist eine Konsequenz aus diesem Umbau, die viele Nutzer zunächst gar nicht bemerken dürften. Apple soll die Bezeichnung Private Cloud Compute auch für die nächste Generation von Apple-Intelligence-Funktionen beibehalten – obwohl diese künftig nicht mehr ausschließlich auf Apples eigenen Servern laufen.

Der Markenname bleibt also, während sich die Technik dahinter erweitert. Aus einer rein hauseigenen Lösung wird eine, die auch fremde Infrastruktur und fremde Chips einbindet, das Datenschutz-Versprechen aber über Verschlüsselung während der Verarbeitung aufrechterhalten soll. Apple sucht dem Bericht zufolge weiterhin nach Wegen, KI-Funktionen in der Cloud zu betreiben und dabei den eigenen Schutzanspruch zu wahren.

Apples KI-Architektur nimmt Form an

Die Berichte über die sichtbaren Funktionen und die Berichte über die Technik dahinter fügen sich zu einem stimmigen Bild zusammen: Apple will Siri zu einer leistungsfähigen Assistentin ausbauen, kann die dafür nötige Rechenlast aber nicht allein stemmen. Die Antwort ist ein Mehrschichten-Modell aus lokal laufenden Mini-Modellen, einer hauseigenen Cloud und – neu – der Google Cloud mit Nvidia-Hardware für die schwersten Aufgaben.

Wie weit Apple die Kontrolle über die eigene KI dabei aus der Hand gibt, lässt sich auch an der strategischen Bedeutung der KI-Wahlfreiheit ablesen. Welche dieser technischen Weichenstellungen Apple auf der Bühne tatsächlich offenlegt und welche im Maschinenraum verborgen bleiben, zeigt sich erst auf der Keynote. Eine Einordnung der Erwartungen liefert die Übersicht zur WWDC 2026. (Bild: Shutterstock / Mamun_Sheikh)

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