Das große Foldable-iPad ist trotz aller Verzögerungen nicht abgesagt. Ein Bericht aus der Lieferkette legt nahe, dass Apple denselben knicklosen Faltmechanismus verwenden will, der auch beim iPhone Ultra zum Einsatz kommt – und damit den Weg für das Tablet vorbereitet.
Das iPad Fold ist seit Jahren eines der hartnäckigsten Apple-Gerüchte, und in den vergangenen Monaten gab es deutlich mehr Skepsis als Zuversicht. Mark Gurman bezeichnete das Projekt kürzlich sogar als „verrücktes Experiment“, das möglicherweise nie das Tageslicht erblicke. Ein neuer Hinweis aus der Lieferkette deutet jetzt aber darauf hin, dass die Entwicklung weiterläuft – und dass das iPad Fold den gleichen knicklosen Faltmechanismus erhalten soll, den Apple für das iPhone Ultra vorbereitet. Damit ergibt sich erstmals ein klarer technischer Zusammenhang zwischen den beiden Foldables, die Apple unabhängig voneinander, aber mit demselben Display-Konzept plant.
Der Hinweis aus der Lieferkette
Die Information kommt vom chinesischen Leaker Digital Chat Station, der auf Weibo eine knappe Notiz abgesetzt hat. Sinngemäß heißt es: Aus der Lieferkette gebe es Rückmeldungen, dass Apple und ein Wettbewerber bei großformatigen Foldables auf nahtlose Scharnier-Lösungen setzen. Digital Chat Station gilt als gut vernetzter Insider im chinesischen Zulieferer-Umfeld – sein Track Record ist zwar nicht makellos, aber stabil genug, um seine Posts ernst zu nehmen.
Die zentrale Aussage: Das iPad Fold soll dieselbe Display-Technik nutzen, die auch beim iPhone Ultra zum Einsatz kommt. Für sich genommen ist das wenig überraschend – Apple wird bei beiden Geräten denselben technischen Maßstab anlegen, also ein knickfreies Display und ein robustes Faltmechanismus. Die eigentliche Nachricht steckt zwischen den Zeilen: Das iPad Fold ist in Apples Lieferkette weiterhin präsent. Das garantiert keinen Marktstart, macht ihn aber wahrscheinlicher.
Apples Ziel: ein knickfreies Display
Der Faltmechanismus ist seit Jahren der zentrale Schwachpunkt aller Foldables auf dem Markt. Egal ob Samsung, Honor oder Huawei – an der Knickstelle bleibt eine sichtbare Falte zurück, die bei Lichteinfall stört. Apple will diesen Mangel grundsätzlich vermeiden. Der gleiche Anspruch gilt offenbar für beide Foldables im Portfolio: das iPhone Ultra im Herbst und das deutlich größere iPad Fold zu einem späteren Zeitpunkt.
Dass beide Geräte dieselbe Display- und Scharnier-Lösung teilen, hat handfeste wirtschaftliche Gründe. Apple kann die Entwicklungskosten verteilen, Bauteile in größerer Stückzahl bestellen und Erfahrungen aus der iPhone-Ultra-Produktion direkt für das iPad Fold nutzen. Genau diesen Pfad bestätigt der Hinweis aus der Lieferkette nun.
Was bisher zum iPad Fold bekannt ist
Über das genaue Format des Geräts gab es lange Verwirrung. Frühe Berichte sprachen von einem MacBook mit weicher Tastatur, das sich zu einem riesigen Display aufklappen lässt. Andere Stimmen beschrieben ein klassisches Foldable-iPad. Inzwischen hat sich der zweite Pfad als wahrscheinlicher herauskristallisiert.
Bei der Display-Größe gibt es mehr Übereinstimmung. Die Werte schwankten zwischen 18 und 20 Zoll, mit einem Schwerpunkt bei rund 18,8 Zoll. Andere Quellen verweisen auf ein 18-Zoll-OLED-Panel von Samsung, das Apple offenbar fest eingeplant hat. Geschlossen soll das Gerät mit einem Aluminium-Gehäuse einem MacBook ähneln – ohne äußeres Display, sodass die Klappe vollständig zugemacht wird. Aufgeklappt entspricht die Fläche grob einem 13 Zoll großen MacBook Air, allerdings ohne physische Tastatur.
Aktuelle Prototypen wiegen laut Bericht rund 1,6 Kilogramm – deutlich mehr als das aktuelle iPad Pro. Hier liegt eine der größten Hürden: Apple muss das Gewicht spürbar senken, sonst ist das Gerät als Tablet nicht praxistauglich. Hinzu kommt die offene Frage, wie sich auf dem Display ohne Hardware-Tastatur sinnvoll arbeiten lässt.
Verzögerung auf 2029 statt 2028
Bloomberg hat im März berichtet, dass die Entwicklung trotz aller Hindernisse weiterläuft. Die ursprünglich für 2028 anvisierte Markteinführung dürfte allerdings nicht zu halten sein. Probleme mit Gewicht und Display-Technik machen es nach aktuellen Berichten wahrscheinlicher, dass das Gerät erst 2029 erscheint. Apple hatte das Projekt im vergangenen Sommer kurzzeitig pausiert, dann aber wieder aufgenommen.
Mark Gurman hat zudem darauf hingewiesen, dass es sich um eines der Lieblingsprojekte von John Ternus handelt – also dem designierten neuen Apple-CEO, der ab 1. September 2026 das Unternehmen führt. Gleichzeitig hält Gurman einen kompletten Abbruch nicht für ausgeschlossen. Die Zuschreibung als „verrücktes Experiment“ stammt aus seinem Bericht und basiert auf Aussagen mehrerer Personen, die am Projekt mitgearbeitet haben.
Preisfrage bleibt offen
Ein 18-Zoll-OLED-Panel mit knickfreier Faltmechanik wird in der Produktion teuer. Apple ruft schon heute 1.299 Dollar für das 13-Zoll-iPad-Pro auf. Ein iPad Fold mit deutlich größerem und aufwendigerem Display dürfte damit in einer völlig neuen Preisklasse landen. Sollten die Komponentenpreise in den kommenden Jahren nicht deutlich fallen, droht ein Marktpreis, der die Zielgruppe extrem einschränken würde.
Apple steht damit vor einem klassischen Dilemma: Das iPad Fold soll eine neue Produktkategorie öffnen – möglicherweise das erste massentaugliche Foldable-Tablet überhaupt – muss aber gleichzeitig wirtschaftlich tragfähig sein. Genau diese Frage hat das Projekt schon in der Vergangenheit ausgebremst.
Mac und iPad rücken näher zusammen
Bemerkenswert ist die strategische Komponente. Apple hält Mac und iPad seit jeher als getrennte Produktlinien auseinander. Das iPad Fold würde diese Trennung herausfordern: Geschlossen sieht das Gerät aus wie ein MacBook, aufgeklappt wird die obere Hälfte zum Display und die untere zur Software-Tastatur. Damit wäre es weder ein klassischer Mac noch ein klassisches iPad – sondern ein Hybrid, der je nach Nutzung beides ersetzen kann.
Genau hier setzen die Zweifel an. Wer schreibt täglich auf einer Software-Tastatur ohne haptisches Feedback? Wie verändert sich Apples Strategie, wenn iPadOS plötzlich auf einem nahezu Mac-großen Display laufen muss? Das sind die Fragen, die intern offenbar weiter diskutiert werden – und mit denen sich Ternus früh wird auseinandersetzen müssen.
Das iPhone Ultra ebnet den Weg
Aus heutiger Sicht zeichnet sich ein klarer Ablauf ab. Das iPhone Ultra kommt im Herbst und wird zur ersten echten Bewährungsprobe für Apples Faltmechanik. Erst wenn diese Technik im Massenmarkt funktioniert, wird Apple den Schritt zum iPad Fold ernsthaft vorbereiten. Aus dieser Reihenfolge ergibt sich auch der zeitliche Abstand: Das iPad Fold profitiert von allem, was Apple beim iPhone Ultra lernt – von der Produktionsqualität über die Software-Anpassung bis hin zur Reaktion der Käufer.
Der Weg zum ersten faltbaren iPad
Das iPad Fold bleibt damit eines der spannendsten Apple-Projekte für die zweite Hälfte des Jahrzehnts. Der jüngste Bericht zeigt vor allem zwei Dinge. Erstens: Apple arbeitet weiter aktiv daran, auch wenn der Marktstart deutlich später kommt als ursprünglich geplant. Zweitens: Die technische Plattform ist bereits gesetzt – sie wird mit dem iPhone Ultra in wenigen Monaten erstmals im Markt getestet. Wenn die Faltmechanik dort hält, was Apple verspricht, wird das iPad Fold der nächste logische Schritt. Wenn nicht, ist das gesamte Foldable-Vorhaben akut gefährdet. Der Herbst 2026 wird damit zur Weichenstellung für eine Produktkategorie, die Apple seit Jahren plant. (Bild: Shutterstock / cozzdesign)
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