Apple bereitet für watchOS 27 keine große Funktionswelle vor, sondern setzt auf Stabilität, Feinschliff und eine konkrete Hardware-nahe Verbesserung: Die Herzfrequenz-Messung der Apple Watch soll präziser werden. Der mit Spannung erwartete KI-Gesundheitscoach „Project Mulberry“ dürfte dagegen erst im späteren Verlauf des iOS-27-Zyklus starten.
Während iOS 27 mit Siri-Redesign, neuer Bilderzeugung und Streaming-Öffnung ein dichtes Feature-Paket mitbringt, fällt das parallel laufende watchOS-27-Update spürbar zurückhaltender aus. Ein neuer Bloomberg-Bericht zeichnet den Kurs nach: Die WWDC-2026-Generation bringt für die Apple Watch vor allem Stabilität und eine konkrete Sensor-Verbesserung – das ursprünglich groß angelegte Health-Coach-Projekt verschiebt sich dagegen weiter.
watchOS 27 setzt auf Substanz statt Schauwert
Im Mittelpunkt der neuen Apple-Watch-Software stehen Stabilität, Performance und kleinere Verfeinerungen. Große neue Fähigkeiten sind dem Bericht zufolge nicht geplant. Das ist eine ungewöhnliche Positionierung für ein Apple-Betriebssystem mit Hauptversion, deutet aber auf eine bewusste Entscheidung hin: Statt einer breiten Feature-Welle bekommt watchOS 27 ein Wartungs-Update mit gezielten Eingriffen.
Ein Stück Hardware-Logik schiebt sich dabei in den Vordergrund: Die Herzfrequenz-Messung der Apple Watch soll spürbar verbessert werden. Details zur konkreten Umsetzung nennt der Bericht nicht. Ob die Verbesserung über eine höhere Abtastfrequenz, eine andere Sensor-Logik oder neue Auswertungs-Algorithmen erreicht wird, bleibt offen.
Warum die Herzfrequenz-Genauigkeit zählt
Die Apple Watch hat in den vergangenen Generationen viele Gesundheitsfunktionen gewonnen – von Blutsauerstoff über Schlaf-Tracking bis zu Workout-Auswertungen. Allen liegt die Herzfrequenz-Messung als Grundsignal zugrunde. Wer die Apple Watch mit spezialisierten Fitness-Trackern wie WHOOP oder Oura vergleicht, bemerkt vor allem einen Unterschied: Wie konsistent die Werte über längere Zeiträume aktualisiert werden.
Eine genauere Herzfrequenz-Messung würde sich entsprechend nicht nur in der Trainings-Anzeige bemerkbar machen, sondern alle nachgelagerten Funktionen verbessern – einschließlich Schlaf- und Erholungs-Analysen sowie Warnhinweisen bei Auffälligkeiten. Damit passt das Update gut zu einem geplanten Apple-Vorhaben, das sich allerdings weiter verzögert.
Project Mulberry: Verzögerung statt Premiere
Der KI-Gesundheitscoach, intern als Project Mulberry geführt, sollte ursprünglich gemeinsam mit einer überarbeiteten Health-App in iOS 26.4 starten. Anfang 2026 wurde das Vorhaben jedoch zurückgefahren, weil Apple das Angebot intern als nicht wettbewerbsfähig gegenüber anderen Gesundheits-Abos einstufte. Seitdem läuft die Entwicklung unter neuer Führung weiter: Eddy Cue hat die Apple-Health-Gruppe übernommen.
Mit iOS 27 ist Mulberry weiterhin auf dem Plan, doch eine Premiere zur Erstauslieferung im Herbst gilt mittlerweile als unwahrscheinlich. Im Power On Newsletter wird der Start „später im iOS-27-Release-Zyklus“ verortet. Das könnte iOS 27.1 im Oktober bedeuten, iOS 27.4 im Frühjahr 2027 oder ein Punkt-Update dazwischen.
Was Mulberry leisten soll
Mulberry ist als KI-Agent angelegt, der Erkenntnisse aus Apple-Health-Daten ableitet und individuell zugeschnittene Hinweise gibt. Geplant ist außerdem eine Kamera-Funktion: Nutzer sollen ihren Live-Kamera-Feed mit dem Agenten teilen können, der dann während eines Workouts korrigierende Hinweise gibt – etwa zu Haltung oder Bewegungsablauf. An den Coach geknüpft ist ein kostenpflichtiges Apple Health+ Abo, das Apple langfristig als Erweiterung seiner Services-Sparte positionieren will.
Dass das Projekt nun erneut verschoben wird, hat einen klaren Hintergrund: Apple will das Angebot in einem Markt mit Anbietern wie WHOOP, Oura, Google Fitbit und zahlreichen App-basierten Coaches nicht halbgar starten. Das Risiko, mit einem schwachen KI-Coach in eine ohnehin volle Kategorie zu treten, wiegt offenbar schwerer als der Druck eines pünktlichen Releases.
Health-App-Redesign könnte trotzdem starten
Auch wenn der KI-Coach später kommt, dürfte der überarbeitete Health-App-Aufbau zum iOS-27-Start verfügbar sein. Der Bericht trennt beide Komponenten ausdrücklich: Das Redesign könnte mit iOS 27 ausgeliefert werden, während die Coach-Funktionen erst in späteren Punkt-Updates folgen. Damit erhielten Nutzer zunächst eine moderner strukturierte Health-Oberfläche, die später durch KI-gestützte Funktionen erweitert wird.
Zwei Bewegungen, ein Bild
Verbesserte Herzfrequenz-Messung in watchOS 27 auf der einen Seite, verzögerter KI-Coach auf der anderen – beides ergibt zusammen ein konsistentes Bild von Apples Gesundheits-Strategie für 2026. Die Hardware-nahen Grundlagen werden ausgebaut, bevor das ambitionierte Software-Produkt folgt. Es ist ein vorsichtigerer Kurs, als ihn Apple im KI-Wettbewerb sonst einschlägt – passend zu einem Apple-Watch-Lineup, das in diesem Jahr ohnehin auf eher kleine Schritte zusteuert. Wie Apple das Zusammenspiel aus Sensorik, Daten und KI auf der WWDC 2026 inszeniert, dürfte am 8. Juni klarer werden. (Bild: Shutterstock / BadPixma)
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