Mike Rockwell, der seit 2025 die Neuentwicklung von Siri bei Apple leitet, soll laut einem Bericht intern über einen Rückzug oder den Wechsel in eine beratende Rolle nachdenken. Grund: Unzufriedenheit mit der Berichtsstruktur. Für den designierten CEO John Ternus wird die Bindung von Top-Talenten zu einer ersten Herausforderung.
Kaum ist der Wechsel von Cook zu Ternus offiziell, taucht die erste Personalie auf, die für den neuen CEO zum Test werden könnte. Bloombergs Mark Gurman berichtet, dass Mike Rockwell – der Mann, der den Apple Vision Pro zur Marktreife gebracht hat und aktuell die Siri-Überarbeitung verantwortet – über seine Zukunft bei Apple nachdenkt. Ein Weggang von Rockwell wäre für Apples KI-Strategie und das Siri-Comeback ein herber Schlag.
Konkret soll Rockwell erwogen haben, entweder das Unternehmen zu verlassen oder in eine beratende Rolle zu wechseln. Der Grund laut Bloomberg: Vorbehalte gegenüber seinem neuen Vorgesetzten, Software-Chef Craig Federighi, dem seit dem Ausscheiden von John Giannandrea die gesamte Apple-Intelligence-Organisation unterstellt ist. Rockwell wünsche sich zudem eine größere Rolle – eine, die seiner ursprünglichen Karrierebahn entspräche.
Wer Mike Rockwell ist
Rockwell ist eine zentrale Figur in Apples Produkt-Entwicklung. Er hat das Apple-Vision-Pro-Projekt über mehr als ein Jahrzehnt geleitet und dafür gesorgt, dass das Gerät trotz enormer technologischer Hürden 2024 tatsächlich auf den Markt kam. Auch wenn der Vision Pro kommerziell bisher eher enttäuschend lief, gilt Rockwell innerhalb Apples als einer der fähigsten Hardware- und Systemingenieure.
Als Tim Cook im Frühjahr 2025 das Vertrauen in Apples bisherige KI-Strategie verlor, wurde Rockwell mit der Siri-Neuentwicklung betraut. Die Begründung war einleuchtend: Wer die Vision Pro zur Marktreife gebracht hatte, sollte auch in der Lage sein, das seit Jahren stagnierende Siri-Projekt endlich zu einem guten Ende zu führen.
Apple: Warum Rockwell unzufrieden ist
Aus dem Bloomberg-Bericht geht ein interessanter Kontext hervor: Rockwell war ursprünglich auf einem Karriereweg, der ihn zum Chief Technology Officer von Apple hätte machen können – also zum obersten Produkt- und KI-Strategen des Konzerns. Diese Aussicht war an die Annahme geknüpft, dass tragbare Geräte wie die Vision Pro und die Apple Glasses zu einem zentralen Baustein von Apples Zukunft nach dem iPhone werden würden.
Jetzt ist diese Perspektive unklar. Die Vision Pro verkauft sich trotz zehn Jahren Entwicklung und Milliardeninvestitionen wegen Preis und Gewicht bisher nicht so gut wie erhofft. Apple arbeitet zwar weiter an Smart Glasses und weiteren Wearables, doch der ursprüngliche „post-iPhone“-Masterplan, der Rockwell zum CTO-Anwärter gemacht hatte, wirkt heute weniger zwingend.
Dazu kommt die neue Berichtsstruktur: Rockwell berichtet an Craig Federighi. Auf dem Papier ist Federighi ein erfahrener, geschätzter Executive – aber er kommt ursprünglich aus dem Software-Bereich, nicht aus Hardware oder KI. Für jemanden mit Rockwells Profil dürfte die Struktur sich wie ein Karriere-Rückschritt anfühlen.
Warum er vermutlich bleibt – zumindest vorerst
Trotz der Vorbehalte hält Bloomberg es für „unwahrscheinlich“, dass Rockwell das Unternehmen vor dem Abschluss der Siri-Überarbeitung verlässt. Das ergibt Sinn: Die neue Siri ist das wichtigste Prestige-Projekt der kommenden Monate. Einen Weggang mitten in der finalen Entwicklungsphase würde niemand verstehen – weder intern noch extern. Zudem wäre Rockwells Vermächtnis bei Apple dann primär die Vision Pro – ein Produkt mit gemischten Reaktionen.
Wenn die neue Siri auf der WWDC am 8. Juni vorgestellt wird und mit iOS 27 im Herbst erfolgreich ausgerollt ist, könnte Rockwell danach tatsächlich eine Pause einlegen oder in eine andere Rolle wechseln. Ein Weggang wäre dann erklärbar – und sein Vermächtnis bei Apple deutlich vollständiger.
Der zweite Name: Kate Bergeron
Der Bloomberg-Bericht erwähnt noch eine zweite personelle Spannung. Kate Bergeron, Apples Head of Product Integrity, war intern als mögliche Hardware-Chefin gehandelt worden. Statt ihr bekam jedoch Tom Marieb den Hardware-Engineering-Posten – der Manager, der 2019 von Intel zu Apple kam und jetzt unter Johny Srouji die Hardware-Engineering-Organisation leitet.
Bergerons Frust ist dem Bericht zufolge spürbar. Ob das zu weiteren Personalveränderungen führt, ist offen. Aber es zeigt, dass Srouji’s Fünf-Bereiche-Neustrukturierung nicht überall als faire Verteilung wahrgenommen wird.
Die erste Ternus-Herausforderung: Top-Talente halten
Für Ternus ist das alles ein frühes Signal: CEO-Wechsel führen fast immer zu Bewegung in der Führungsebene. Manche Executives fühlen sich übergangen, andere sehen in der neuen Konstellation weniger Aufstiegschancen. Wer langfristig führen will, muss in den ersten Monaten die richtigen Signale senden – und dafür sorgen, dass Schlüsselpersonen bleiben.
Bei Rockwell wäre ein Rückzug nach der Siri-Einführung verschmerzbar, aber schmerzhaft. Apple hat schon in den letzten Jahren eine Reihe hochrangiger Abgänge erlebt – von Giannandrea über andere KI-Manager bis zu mehreren Hardware-Leitern. Die Frage, die sich Ternus stellen muss: Wie verhindert er, dass dieser Trend zu einer Welle wird?
Bloombergs Bericht ist in diesem Sinne ein Weckruf. Der neue CEO tritt sein Amt mit einem klaren Auftrag an: Die Produkte zur Marktreife bringen, die Cook angestoßen hat – und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Menschen, die sie entwickeln, auch in den kommenden Jahren bei Apple bleiben. (Bild: Shutterstock / Mojahid_Mottakin)
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