Trotz hartnäckiger Verzögerungsgerüchte deutet ein neuer Bericht aus der Lieferkette darauf hin, dass Apples erstes faltbares iPhone weiter auf einen Marktstart im September zusteuert. Erste Komponenten sollen bereits in kleinen Mengen ausgeliefert werden – ein Signal, das die Spekulationen über eine Verschiebung dämpft.
Kaum ein Apple-Produkt ist derzeit so umstritten wie das erste faltbare iPhone. Mal heißt es, das Gerät liege voll im Plan, mal kursieren Berichte über technische Hürden in der finalen Entwicklungsphase. Ein aktueller Bericht aus China stützt nun die optimistische Lesart und nährt die Hoffnung auf eine Vorstellung noch in diesem Herbst. Wie sich die einzelnen Puzzleteile zusammensetzen, lässt sich im Gesamtüberblick zu allen Gerüchten und Fakten rund um das iPhone Ultra nachvollziehen.
Erste Komponenten laufen offenbar an
Grundlage ist ein Bericht des China Securities Journal, der sich auf eine Quelle bei einem Apple-Zulieferer beruft. Demnach habe Apple kürzlich damit begonnen, Komponenten für das faltbare iPhone in kleinen Mengen ausliefern zu lassen. Der Zulieferer soll zudem die Vorgabe erhalten haben, dass das Gerät im September 2026 enthüllt wird – gemeinsam mit dem iPhone 18 Pro und dem iPhone 18 Pro Max.
Eine zweite, im selben Bericht zitierte Lieferketten-Quelle erklärte, sie habe keinerlei Hinweise auf eine Verzögerung erhalten und arbeite weiterhin auf einen Zeitplan für den Herbst 2026 hin. Damit stützt der Bericht eine Aussage, die erst vergangene Woche von einem chinesischen Leaker gemacht wurde: dass die Gerüchte über eine Verschiebung an der Realität vorbeigingen.
Grünes Licht für die Display-Produktion
Ein weiterer, separater Branchenbericht untermauert das Bild eines fortgeschrittenen Zeitplans. Demnach hat Samsung Display von Apple die Freigabe erhalten, mit der Modul-Produktion der OLED-Panels für das faltbare iPhone zu beginnen. Teile der hinteren Fertigungslinien im vietnamesischen Werk sollen bereits laufen, um einen ersten Auftrag von rund drei Millionen Panels zu erfüllen, deren Lieferung noch für dieses Jahr vorgesehen ist.
Bemerkenswert ist die Hürde, die dafür genommen werden musste. Eine Freigabe zur Modul-Produktion setzt voraus, dass der Zulieferer eine stabile Endmontage-Qualität und Massenproduktionsreife nachweist. Apples Schwelle soll bei einer Ausbeute von mindestens 70 Prozent liegen – Samsung Display habe diese Marke mit final über 80 Prozent übertroffen. Unter einer auf drei Jahre angelegten Vereinbarung gilt das Unternehmen als exklusiver Lieferant der faltbaren OLED-Panels, sodass Apple in diesem Zeitraum auf keinen anderen Display-Hersteller zurückgreifen würde.
Technisch sollen die Panels auf die Color-Filter-on-Encapsulation-Technik (CoE) setzen, bei der auf den Polarisator verzichtet und der Farbfilter direkt auf die Verkapselungsschicht aufgebracht wird. Hinzu kommt Samsung Displays neuestes Materialset M16, das gegenüber früheren Generationen Verbesserungen bei Helligkeit, Farbwiedergabe, Lebensdauer und Energieeffizienz bringen soll. Die Back-end-Fertigung – bei der unter anderem Treiberschaltungen, flexible Leiterplatten und Schutzkomponenten ergänzt werden – läuft im vietnamesischen Werk mit rund 80 Produktionslinien, von denen etwa 50 aktiv sind. Beim überschaubaren Volumen von drei Millionen Einheiten bleibt damit reichlich Kapazität nach oben.
Die offene Frage rund um das Scharnier
So eindeutig ist die Lage allerdings nicht. Immer wieder gab es Berichte, wonach Apples erstes Foldable in der Schlussphase der Entwicklung auf technische Hürden stoße. Im Mai hatte der Leaker Instant Digital behauptet, das faltbare iPhone kämpfe weiterhin mit Haltbarkeitsbedenken beim Scharnier-Mechanismus. Während das gefürchtete Problem der Display-Knickfalte weitgehend gelöst sein soll, erfülle das Scharnier die internen Langzeit-Zuverlässigkeitsstandards angeblich noch nicht. Schon zuvor war berichtet worden, dass ein Scharnier-Problem die Probeproduktion ausbremse.
Apple ist dafür bekannt, bei völlig neuen Produktkategorien besonders strenge Haltbarkeitsanforderungen zu stellen. Ungelöste Scharnierbedenken zu einem so späten Zeitpunkt der Entwicklung wären angesichts des erwarteten Marktstarts allerdings ungewöhnlich. Auch von Schwierigkeiten in der Vorfertigung war zuletzt die Rede – ein Hinweis darauf, wie anspruchsvoll die Serienreife eines faltbaren Geräts für Apple ist.
Warum manche eine spätere Auslieferung erwarten
Nicht alle Stimmen zeichnen ein so klares Bild. Bloomberg-Journalist Mark Gurman berichtete bereits im März, das faltbare iPhone werde möglicherweise nicht zeitgleich mit dem iPhone 18 Pro und dem iPhone 18 Pro Max im September auf den Markt kommen. Noch früher prognostizierte Barclays-Analyst Tim Long, das Gerät werde erst im Dezember ausgeliefert – was eine Lücke von bis zu drei Monaten zwischen dem Foldable und Apples Flaggschiff-Modellen bedeuten würde.
Ein solches gestaffeltes Vorgehen wäre für Apple kein Novum. 2017 wurde das iPhone X gemeinsam mit dem iPhone 8 und iPhone 8 Plus vorgestellt, erreichte die Kundschaft jedoch erst im November, während die übrigen Modelle wie gewohnt im September starteten. Sollte sich Apple letztlich für eine spätere Auslieferung des faltbaren iPhones entscheiden, dürfte das Gerät dennoch zusammen mit den iPhone-18-Pro-Modellen auf dem jährlichen iPhone-Event gezeigt werden. In diesem Fall würde Apple die gesamte Reihe gemeinsam ankündigen und die einzelnen Modelle anschließend nach ihrem jeweiligen Produktionsplan ausliefern.
Das soll im ersten faltbaren iPhone stecken
Bei der Ausstattung verdichten sich die Erwartungen seit Monaten zu einem recht konkreten Bild. Das faltbare iPhone soll über ein 7,8 Zoll großes Innendisplay und ein 5,5 Zoll messendes Außendisplay verfügen. Als Antrieb wird der A20-Chip erwartet, ergänzt um das hauseigene C2-Modem. Anstelle von Face ID soll ein Touch-ID-Sensor in der Seitentaste zum Einsatz kommen, dazu zwei rückseitige Kameras. Beim Preis kursiert eine Marke von rund 2.000 Dollar. Vermarkten könnte Apple das Buch-artig aufklappbare Gerät Berichten zufolge als „iPhone Ultra“.
Teil einer neuen Launch-Strategie
Bemerkenswert im Vergleich zu früheren Herbst-Ankündigungen ist Apples mutmaßlich neue Vorgehensweise. Im Rahmen einer Split-Launch-Strategie soll das reguläre iPhone 18 erst im Frühjahr des kommenden Jahres erscheinen. Dass dieser Ansatz Schule machen könnte, zeigt sich daran, dass Android-Hersteller Apples Split-Launch bereits kopieren wollen. Das faltbare iPhone wäre damit Teil einer Premium-Welle, die Apple bewusst von den Standardmodellen trennt.
Apples Foldable nähert sich der Ziellinie
Noch bleibt offen, ob das faltbare iPhone tatsächlich pünktlich im September in den Verkauf geht oder ob Apple Vorstellung und Auslieferung trennt. Die jüngsten Signale aus der Lieferkette sprechen jedoch dafür, dass die Entwicklung weit fortgeschritten ist und Apple unbeirrt auf den Herbst hinarbeitet. Sollten sich die Komponentenlieferungen wie berichtet fortsetzen, rückt das erste faltbare iPhone der Geschichte spürbar näher. (Bild: Shutterstock / Framesira)
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