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Warum Apples Services die Erwartungen verfehlten

Milan Jovicic by Milan Jovicic
31. Juli 2026 - 02:14 CEST
in Apple News
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Apple Services Erwartungen

Bild: Shutterstock / DenPhotos

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Die margenstärkste Sparte des Konzerns ist im Juni-Quartal langsamer gewachsen als erwartet – und Apple hat auf Nachfrage vier Gründe genannt. Einer davon betrifft die regulatorischen Eingriffe in das App-Store-Geschäft, und er wird damit erstmals als Posten in der Bilanz greifbar.

Mit 30,74 Milliarden Dollar liegt der Services-Umsatz 12,1 Prozent über dem Vorjahresquartal und damit deutlich unter dem Wachstum des Gesamtkonzerns von 16,4 Prozent. Analysten hatten mit gut 31 Milliarden gerechnet. Zusammen mit dem Ausblick auf das September-Quartal war das einer der Punkte, die an der Börse für Ernüchterung sorgten. Auf die entsprechende Analystenfrage antwortete Finanzchef Kevan Parekh ungewöhnlich detailliert.

Vier Gründe, die Apple selbst nennt

Parekh führte die Abweichung auf mehrere Faktoren zurück, die sich überlagern.

Erstens habe das Geschäft mit Mobilspielen nachgelassen. Zweitens habe Apple das Geschäftsmodell des App Store in bestimmten Ländern geändert. Drittens gelte in den USA weiterhin eine gerichtliche Anordnung zu Weiterleitungen aus Apps heraus, für die Apple keine Provision mehr erhebt – der Konzern rechnet damit, dass der Oberste Gerichtshof die Berufung annimmt. Viertens belasteten Wechselkurse.

Hinzu kommt ein Basiseffekt, den Parekh eigens erwähnte: Im Vorjahresquartal lief der Kinostart des Films F1, in diesem Jahr gab es kein vergleichbares Ereignis. Der Vergleichswert lag dadurch höher, als es dem laufenden Geschäft entspricht.

Die Regulierung wird als Posten sichtbar

Interessant ist der zweite Punkt, weil Apple die regulatorisch erzwungenen Änderungen erstmals als Grund für ein konkretes Zahlenergebnis anführt. Gemeint sind unter anderem angepasste Gebührenmodelle in Japan und Brasilien sowie niedrigere Gebühren für alternative App-Marktplätze in der Europäischen Union.

Damit hat der Umbau, den Apple seit Inkrafttreten des Digital Markets Act schrittweise vollzieht, eine messbare Größe erreicht. Bislang argumentierte der Konzern in diesen Auseinandersetzungen vor allem mit Sicherheit und Nutzererfahrung, zuletzt etwa im Widerspruch gegen die Regulierungspläne der britischen Wettbewerbsbehörde. Der finanzielle Effekt blieb im Hintergrund. Jetzt steht er im Protokoll einer Telefonkonferenz.

Für Brasilien hatte Apple die Öffnung im Juni vollzogen und alternative App-Stores sowie eigene Zahlungswege zugelassen. In den USA geht es um die Provision auf Käufe, die außerhalb der App abgeschlossen werden – ein Punkt, der im Verfahren gegen Epic seit Monaten strittig ist.

Der App Store hat trotzdem einen Rekord aufgestellt

Ein Blick auf die übrigen Angaben verhindert allerdings eine zu einfache Erzählung. Der App Store hat nach Apples Darstellung im Juni-Quartal einen Umsatzrekord für ein drittes Fiskalquartal erreicht. Zweistellig gewachsen sind außerdem Cloud-Dienste, das Videogeschäft, die Zahlungsdienste und die Werbung; bei Apple Pay meldet der Konzern einen Höchststand bei der Nutzerzahl. Auch die Zahl der bezahlten Abonnements liegt mit über 1,5 Milliarden auf einem neuen Höchstwert, ebenso die Zahl der aktiv abrechnenden Konten.

Die Regulierung ist also einer von mehreren Faktoren, nicht der dominante. Wer aus dieser Telefonkonferenz herausliest, der DMA koste Apple sein Services-Geschäft, überzeichnet – Apple selbst nennt schwächere Mobilspiele und Wechselkurse in einem Atemzug. Bemerkenswert bleibt die Aussage trotzdem, weil sie eine Größenordnung überhaupt erst anerkennt.

Was das für den EU-Markt bedeutet

Für Nutzer in Deutschland und Österreich ist die Entwicklung ambivalent. Niedrigere Gebühren für alternative Marktplätze bedeuten grundsätzlich mehr Auswahl und potenziell günstigere Apps. Gleichzeitig zeigt Apples Argumentation, dass der Konzern diese Öffnung als Ertragsverlust verbucht – und Kompensation an anderer Stelle sucht, etwa über Abo-Preise oder neue kostenpflichtige Stufen.

Die Schweiz ist von den DMA-Vorgaben nicht erfasst, weil sie weder zur EU noch zum EWR gehört. Dort bleibt der App Store in seiner bisherigen Form bestehen, mit den bekannten Provisionen und ohne alternative Marktplätze. Welche Unterschiede sich daraus im Alltag ergeben, hält die Übersicht zu den Funktionsunterschieden im Apple-Ökosystem fest.

Im September-Quartal bleibt es beim gleichen Tempo

Für das laufende Quartal erwartet Apple bei den Services ein Wachstum auf ähnlichem Niveau wie zuletzt, sofern man den Wechselkurseffekt von rund 2,5 Prozentpunkten herausrechnet. Eine Beschleunigung ist damit nicht eingeplant. Ob der Oberste Gerichtshof die Berufung im US-Verfahren tatsächlich annimmt, dürfte für die Sparte mehr ausmachen als jede einzelne Produktankündigung im Herbst. (Bild: Shutterstock / DenPhotos)

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Tags: App StoreApple DiensteTechPatient
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Milan Jovicic

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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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