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Apple holt 49 Prozent des weltweiten Smartphone-Umsatzes

by Milan
31. Juli 2026 - 23:04
in Apple News
Apple iPhone

Bild: Shutterstock / Wongsakorn 2468

Ein Fünftel der ausgelieferten Geräte, fast die Hälfte des Umsatzes: Im zweiten Quartal hat Apple einen Wert erreicht, den der Konzern in diesem Zeitraum noch nie erreicht hat. Der Hebel dahinter ist keine neue Technik, sondern eine Preisentscheidung – die so nicht bleiben dürfte.

Dass die Speicherknappheit den Smartphone-Markt in Gewinner und Verlierer teilt, zeichnete sich seit Wochen ab. Nun liegen die Zahlen für das abgelaufene Quartal vor, und sie fallen deutlicher aus als erwartet: Nach Erhebungen von Counterpoint Research entfielen 49 Prozent des weltweiten Smartphone-Umsatzes auf Apple. Der Umsatz des Konzerns wuchs um 22 Prozent, während der Gesamtmarkt um sieben Prozent zulegte – das schnellste Wachstum unter den fünf größten Anbietern.

Ein Fünftel der Geräte, fast die Hälfte des Erlöses

Beim Absatz kam Apple auf 21 Prozent, nach 17 Prozent im Vorjahresquartal und damit ebenfalls auf einen Höchstwert für ein zweites Quartal. Platz eins bleibt trotzdem bei Samsung mit 23 Prozent der ausgelieferten Geräte. Die Diskrepanz zwischen beiden Kennzahlen ist der eigentliche Befund: Auf jeden Prozentpunkt Stückzahl kommen bei Apple mehr als zwei Prozentpunkte Umsatz.

Sichtbar wird das am Durchschnittspreis. Ein verkauftes iPhone brachte im Quartal 946 Dollar ein, nach 879 Dollar ein Jahr zuvor – ein Plus von 7,6 Prozent. Rechnet man aus Umsatz- und Absatzanteil den Rest des Marktes heraus, liegt der Durchschnittspreis aller übrigen Hersteller zusammen bei etwa 260 Dollar. Apple erlöst pro Gerät also rund das Dreieinhalbfache der Konkurrenz. Der Anteil von 21 Prozent der Stückzahlen war schon im Vorquartal ein Signal, doch erst die Umsatzseite zeigt, welche Rolle die Preisstruktur dabei spielt.

Bei der Konkurrenz ging es durchweg abwärts

Alle übrigen Anbieter aus den Top fünf verloren beim Absatzanteil. Am härtesten traf es Xiaomi: von 14 auf elf Prozent, bei einem Rückgang der ausgelieferten Stückzahlen um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gesamtmarkt schrumpfte beim Absatz, wuchs beim Umsatz aber – ein Muster, das sich mit den Preiserhöhungen erklärt, zu denen die Speicherknappheit viele Hersteller gezwungen hat.

Genau hier liegt der Unterschied. Während die Android-Anbieter gestiegene Bauteilkosten an ihre Kunden weitergaben, hielt Apple die iPhone-Preise weitgehend stabil und fing die höheren Materialkosten selbst auf. Wer die Preise anhebt, während der Wettbewerber es nicht tut, verschiebt das Preis-Leistungs-Verhältnis zugunsten der Gegenseite.

Warum Europa zu den stärksten Regionen zählte

Für den europäischen Markt hat dieser Mechanismus konkrete Folgen. Counterpoint nennt China, Europa und die Schwellenmärkte als die Regionen mit der stärksten Entwicklung – und führt das ausdrücklich darauf zurück, dass Apples stabile Preise die relative Attraktivität der Geräte verbesserten, während rund um sie herum die Android-Preise stiegen.

Damit dreht sich ein Argument um, das den iPhone-Absatz in Europa jahrelang begleitet hat. In einer Marktphase, in der praktisch jedes Konkurrenzmodell teurer wurde, wirkte ein iPhone zum unveränderten Preis rechnerisch günstiger als im Quartal davor – ohne dass Apple einen Cent am Preisschild geändert hätte. Getragen wurde das Wachstum vor allem vom iPhone 17 in der Basisversion und vom iPhone 17 Pro Max, der Produktmix blieb also klar auf das obere Segment ausgerichtet.

Die Disziplin, die diesen Vorsprung gebracht hat, endet vermutlich bald

Counterpoint hält ausdrücklich fest, dass Apple die Preise in den kommenden Quartalen wahrscheinlich anheben wird. Diese Erwartung deckt sich mit den Schätzungen zur nächsten Generation, für die ein Aufschlag von bis zu 300 Dollar im Raum steht. Was die Rekordzahlen des zweiten Quartals also zeigen, ist der Effekt einer Entscheidung, die Apple gerade zurücknimmt.

Der Zeitpunkt spricht dafür, dass die Grenze erreicht ist. Auf der Bilanzkonferenz vom Donnerstag hat Apple erhebliche Lieferengpässe für das September-Quartal angekündigt und die Speicherkosten als Hauptgrund für den erwarteten Margenrückgang benannt. Wie sich die Preisfrage auf das kommende Modelljahr auswirkt, ist Teil der Gerüchtelage rund um das iPhone 18 Pro.

Der eigentliche Test kommt im Herbst

Ein Umsatzanteil von 49 Prozent lässt sich kaum noch steigern, ohne dass Apple deutlich mehr Geräte verkauft – und das ist im laufenden Quartal wegen der Bauteilknappheit unwahrscheinlich. Interessanter ist die Gegenprobe: Der Vorsprung des zweiten Quartals entstand, weil Apple als Einziger nicht an den Preisen drehte. Sobald das nicht mehr gilt, zeigt sich, wie viel davon auf die Marke entfiel und wie viel schlicht auf die Rechnung im Laden. (Bild: Shutterstock / Wongsakorn 2468)

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Tags: iPhoneTechPatient

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