Tim Cook hat unlängst vor unvermeidlichen Preiserhöhungen gewarnt – doch eine neue Analystenschätzung dämpft die Sorge vor einem drastischen Sprung. Statt mehrerer Hundert Dollar Aufschlag könnte das iPhone 18 Pro deutlich glimpflicher ausfallen.
Kaum ein Detail rund um ein neues iPhone wird so heiß diskutiert wie der Preis – und beim iPhone 18 Pro ist die Lage seit Wochen besonders unübersichtlich. Einerseits steht die globale Speicherchip-Knappheit im Raum, andererseits öffentliche Warnungen aus Cupertino vor steigenden Kosten. Eine aktuelle Einschätzung aus dem Analystenlager rückt nun ein deutlich moderateres Szenario in den Vordergrund und fügt sich in das bisher bekannte Preisbild rund um das iPhone 18 Pro ein, in dem sich zuletzt eher stabile Einstiegspreise abzeichneten.
Worauf die neue Schätzung hindeutet
Laut einem Analystenbericht von J.P. Morgan dürfte der Preisaufschlag für die iPhone-18-Pro-Reihe geringer ausfallen, als viele befürchten. Die Rede ist von einer Erhöhung in der Größenordnung von etwa 50 bis 100 US-Dollar, in einem optimistischen Szenario sogar von lediglich rund 50 Dollar. Damit läge der Aufschlag weit unter den pessimistischeren Prognosen, die zuletzt kursierten.
Möglich werde dies dem Bericht zufolge, weil Apple die höheren Speicherkosten an anderer Stelle ausgleichen wolle. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Wechsel auf ein eigenes Modem: Setzt Apple verstärkt auf hauseigene Funkchips statt auf zugekaufte Komponenten, lassen sich Einsparungen erzielen, die einen Teil des Preisdrucks bei Arbeits- und Massenspeicher abfedern. Die Einschätzung erstreckt sich dabei nicht nur auf das iPhone 18, sondern auch auf die vorangegangene und die folgende Generation.
Die düstere Lesart von Cooks Warnung
Ausgangspunkt der Debatte war eine ungewöhnlich offene Äußerung von Apple-Chef Tim Cook, der Preiserhöhungen als unvermeidlich bezeichnet hatte. Cook erklärte sinngemäß, das Unternehmen habe lange versucht, die enormen Kostensteigerungen von den Kunden fernzuhalten, doch die Situation sei nicht länger tragbar. Auslöser ist die durch den KI-Boom befeuerte Knappheit bei Arbeitsspeicher.
Aus dieser Aussage wurde an anderer Stelle ein drastisches Szenario abgeleitet: Auf Basis von Apples typischen Margen und den erwarteten Aufschlägen für Arbeitsspeicher, Massenspeicher und Kamerakomponenten kam eine Schätzung auf einen möglichen Startpreis von 1.399 US-Dollar oder mehr – ein deutlicher Sprung gegenüber den 1.099 US-Dollar, mit denen das iPhone 17 Pro in den USA startete. Genau dieser Befürchtung tritt die neue, optimistischere Einschätzung nun entgegen.
Was andere Stimmen erwarten
Die moderate Prognose steht keineswegs allein. Bereits zuvor hatte Ming-Chi Kuo damit gerechnet, dass der Basispreis des iPhone 18 Pro unverändert bleibt und Aufschläge allenfalls bei den höheren Speicherstufen anfallen. In eine ähnliche Richtung deutete eine Einschätzung, wonach Apple trotz des Speicherkosten-Drucks eine bewusst zurückhaltende Preisstrategie verfolgen könnte, um sich im Premiumsegment von der teurer werdenden Konkurrenz abzuheben. Vor diesem Hintergrund erscheint ein Aufschlag im niedrigen zweistelligen Dollarbereich plausibler als ein Preissprung um mehrere Hundert Dollar.
Erwartungsmanagement als mögliches Kalkül
Bemerkenswert bleibt der Kontrast zwischen Cooks offener Warnung und den moderaten Analystenzahlen. Eine naheliegende Deutung: Die Vorab-Ansage könnte ein bewusstes Steuern der Erwartungen sein. Wer Kunden auf das Schlimmste einstimmt, kann mit einer vergleichsweise kleinen Erhöhung am Ende fast positiv überraschen – ein klassisches Muster, bei dem niedrig gesteckte Erwartungen die tatsächliche Preisanpassung milder wirken lassen. Ob dieses Kalkül dahintersteckt oder die Kostenlage schlicht weniger dramatisch ist als befürchtet, wird sich erst zur Vorstellung im Herbst zeigen.
Klarheit bringt erst der September
Solange Apple keine offiziellen Preise nennt, bleibt jede Zahl eine Prognose. Die jüngste Schätzung verschiebt die Erwartung allerdings spürbar weg vom Schreckensszenario eines vierstelligen Aufschlags und hin zu einer überschaubaren Anpassung. Für preisbewusste Interessenten ist das die wohl wichtigste Nachricht der vergangenen Tage – auch wenn die endgültige Gewissheit erst die Keynote im Herbst bringt. (Bild: Shutterstock / Pornprasit Panada)
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