Im Code der fünften iOS-27-Beta stecken die Bezeichnungen von neun Farbtönen, die das Modular-Zifferblatt der Apple Watch im Herbst bekommen soll. Sichtbar sind die Farben noch nicht – nur ihre Namen. Und die klingen weniger nach Marketing als nach Werkstattnotiz.
Apple verteilt seit dem 10. August die fünfte Beta von iOS 27 an Entwickler. Sie brachte unter anderem neue App-Symbole, erweiterte Stimmeinstellungen und mehrere Detailänderungen, die wir in der Übersicht zu allen Neuerungen der Beta 5 zusammengetragen haben. Der jüngste Fund betrifft allerdings nicht das iPhone, sondern die Uhr am Handgelenk: Im Datenbestand der Beta liegen die Bezeichnungen von neun Farbvarianten für das Zifferblatt Modular. Aufgetaucht sind sie beim MacRumors-Analysten Aaron Perris, der seit 2021 Apple-Firmware und -Backends auf Fundstücke abklopft, die in keinem Changelog stehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Code von iOS 27 Beta 5 enthält neun bislang unbekannte Farbbezeichnungen für das Modular-Zifferblatt der Apple Watch.
- Vorschaubilder liegen nicht bei – im Build stehen ausschließlich die Namen.
- Die Bezeichnungen sind englische Beschreibungen wie „Warm Taupe“ oder „Flat Sage Green“ und dürften nicht die endgültigen Namen sein.
- Die Farbtöne könnten zugleich auf die Armband-Palette der Herbstkollektion hindeuten.
- Zifferblattfarben erreichen Deutschland und Österreich ohne Einschränkung – anders als die KI-Neuerungen von watchOS 27.
Neun Farbnamen, keine Bilder
Modular gehört seit Jahren zu den meistgenutzten Zifferblättern, weil es viele Komplikationen gleichzeitig unterbringt und sich farblich anpassen lässt. Genau an dieser Anpassung setzt der Fund an: Neun zusätzliche Töne sind in der Beta hinterlegt, ohne dass sich bereits eine Vorschau erzeugen ließe.
Perris hat die Liste auf X veröffentlicht. Die Bezeichnungen sind reine Zeichenketten aus dem Build, keine offiziellen Produktnamen – die folgende deutsche Spalte beschreibt die Farbrichtung und stammt nicht von Apple.
| Bezeichnung im Code | Farbrichtung |
|---|---|
| Cool Slate Blue-Gray | kühles Schiefer-Blaugrau |
| Dusty Rose | gedecktes Altrosa |
| Flat Sage Green | mattes Salbeigrün |
| Muted Navy Blue | gedämpftes Marineblau |
| Pale Mint Green | blasses Mintgrün |
| Soft Periwinkle Blue | helles Blauviolett |
| Soft Pink | sanftes Rosa |
| Warm Cream | warmes Cremeweiß |
| Warm Taupe | warmes Graubraun |
Auffällig ist die Machart der Namen. „Cool Slate Blue-Gray“ ist eine technische Beschreibung, kein Begriff, den Apple auf eine Produktseite setzen würde – dort heißen Farben schlicht Salbei, Denim oder Mitternacht. Die neun Zeichenketten dürften daher interne Platzhalter sein, deren endgültige Bezeichnungen erst mit der Freigabe im Herbst feststehen.
Warum eine iPhone-Beta die Uhr verrät
Dass ein iOS-Build Auskunft über watchOS gibt, ist kein Zufall. Zifferblätter werden zu großen Teilen über die Watch-App auf dem iPhone eingerichtet, angepasst und geteilt – die zugehörigen Ressourcen liegen deshalb auch im iPhone-System.
Für die Berichterstattung heißt das: Wer die iOS-Beta auseinandernimmt, findet regelmäßig watchOS-Neuerungen mit, bevor sie auf der Uhr selbst sichtbar werden. Der aktuelle Fund reiht sich damit in eine Serie von Code-Entdeckungen ein, die diesen Beta-Zyklus prägen.
Zwei getrennte Vorhaben rund um Modular
Wichtig ist die Unterscheidung zu einem zweiten Strang. Mark Gurman hatte im Frühjahr berichtet, dass Apple ein neues Zifferblatt plant, das sich am bislang der Ultra-Reihe vorbehaltenen Modular Ultra orientiert und auf allen Apple-Watch-Modellen laufen soll. Das ist ein eigenes Gestaltungsvorhaben.
Der jetzige Fund betrifft dagegen Farboptionen. Ob sie dem bestehenden Modular zugutekommen, der angekündigten neuen Variante oder beiden, geht aus den Zeichenketten nicht hervor. Der Code nennt Farben, keine Zuordnung.
Möglicher Bezug zur Herbstkollektion
Apple stimmt Zifferblattfarben und Armbandfarben traditionell aufeinander ab. Die gedeckte, pastellige Palette könnte deshalb ein früher Blick auf die Armbänder sein, die zusammen mit den neuen Uhren erscheinen.
Erwartet werden im Herbst die Apple Watch Series 12 und die Apple Watch Ultra 4, beide bislang ohne bestätigten Termin. Beide stehen auf der Liste der Geräte, die Apple bei seinem September-Event zeigen dürfte. Bestätigt ist der Zusammenhang zwischen Farbnamen und Armbändern nicht – er ergibt sich aus dem Muster früherer Jahre.
Farben kommen überall an, die KI-Funktionen nicht
Bei watchOS 27 lohnt der Blick darauf, welche Neuerung tatsächlich am deutschen Handgelenk landet. Siri AI erreicht die Apple Watch erstmals mit watchOS 27, rechnet dabei aber nicht auf der Uhr, sondern auf dem gekoppelten iPhone. Weil Apple die neue Assistenz auf iPhone und iPad in der EU wegen des Digital Markets Act zunächst nicht ausliefert, fällt sie auf der Uhr hier ebenfalls aus – nachzulesen in unserer Übersicht der Funktionen, die in der EU fehlen. In der Schweiz gilt der DMA nicht, dort ist Siri AI verfügbar, zum Start allerdings nur auf Englisch.
Zifferblätter unterliegen keiner solchen Beschränkung. Wenn du deine Apple Watch in Deutschland oder Österreich nutzt, bekommst du das sichtbarste Stück dieses Updates vollständig – während dir der werbewirksamste Teil vorerst fehlt. Das ist mehr als eine Randnotiz: Für den Alltag zählt an einer Uhr ohnehin oft die Oberfläche, und wer sie ausreizen will, findet in unseren Apple-Watch-Tipps weitere Stellschrauben.
Wann sich die neuen Farben zeigen
Bis die Töne sichtbar werden, dürfte es dauern. Apple aktiviert Zifferblatt-Neuerungen erfahrungsgemäß spät im Beta-Zyklus oder erst mit der finalen Fassung, die für den Herbst angesetzt ist. Bis dahin bleiben es neun Namen in einer Datenbank – belegt in ihrer Existenz, offen in ihrer Wirkung. (Bild: Apple)
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