Apples leistungsstärkster Desktop-Mac ist nur noch in einer einzigen Speicherkonfiguration zu haben. Nach der 512-GB-Option im März und der 256-GB-Variante jetzt im Mai bleibt für den Mac Studio mit M3 Ultra im offiziellen Apple Store nur noch eine RAM-Größe übrig: 96 GB.
Die globale Speicherchip-Krise schlägt bei Apple immer stärker durch – und beim Spitzen-Modell des Mac Studio ist sie inzwischen mit blossem Auge im Konfigurator sichtbar. Schon vor drei Wochen hatte Apple bestätigt, dass Mac mini und Mac Studio bei mehreren RAM-Konfigurationen Bestellstopps verhängt, mit Lieferzeiten von ein bis drei Monaten bei den noch verfügbaren Varianten. Jetzt verschärft sich die Lage ein weiteres Mal: Die 256-GB-Variante des M3 Ultra Mac Studio ist im Apple Store nicht mehr konfigurierbar, wie der Twitter-Account Basic Apple Guy heute beobachtet hat.
Vom Spitzenmodell zum Single-Speicher-Gerät
Apple hatte den Mac Studio mit M3 Ultra im März 2025 mit einem aufsehenerregenden RAM-Maximum von 512 GB Unified Memory eingeführt – Apple sprach damals von der größten RAM-Menge, die jemals in einem PC verbaut wurde. Genau auf diese Konfiguration zielten KI-Entwickler, weil sich damit Sprachmodelle mit über 600 Milliarden Parametern komplett im Arbeitsspeicher ausführen lassen.
Im März 2026 verschwand die 512-GB-Option aus dem Konfigurator. Die 256-GB-Variante blieb zwar formal bestellbar, war aber zuletzt mit Lieferzeiten von vier bis fünf Monaten praktisch nicht mehr verfügbar. Heute ist auch sie aus dem Apple Store gestrichen. Übrig bleibt eine einzige Konfiguration: 96 GB RAM, der Standard, mit dem der M3 Ultra Mac Studio damals bei 4.799 Euro startete. Wer den leistungsstärksten Desktop-Mac kaufen will, hat damit keine Wahl mehr.
Warum Apple zu dieser Maßnahme greift
Der Hintergrund ist die globale Knappheit bei DRAM- und HBM-Speicherchips. Die enormen Investitionen großer Cloud- und KI-Anbieter in eigene Rechenzentren saugen die Produktionskapazitäten der Speicher-Hersteller leer. Apple ist als Großabnehmer zwar privilegiert, aber nicht immun – gerade nicht bei den extrem speicherintensiven Pro-Konfigurationen, in denen ohnehin nur kleine Stückzahlen abgesetzt werden.
Aus Apples Sicht ergibt es ökonomisch wenig Sinn, knappe Speicherchips in eine Nischenkonfiguration mit drei- bis fünfstelligen Stückzahlen pro Monat zu stecken, wenn dieselben Chips in MacBook Pro oder iPhone Pro vielfach mehr Umsatz generieren. Die Streichung ist damit weniger eine Designentscheidung als eine Triage-Entscheidung in der Lieferkette.
Was das für Käufer bedeutet
Für professionelle Käufer mit echtem RAM-Bedarf jenseits der 96 GB ist die Lage unangenehm. Wer aktuell 256 GB oder mehr braucht – etwa für lokale KI-Modelle, große Videoschnitt-Projekte oder umfangreiche 3D-Renderings -, hat im Apple-Sortiment derzeit keine offizielle Option mehr. Das M5 Max MacBook Pro reicht maximal bis 128 GB. Der Mac Pro mit M2 Ultra unterstützt bis zu 192 GB. Der Mac Studio M3 Ultra mit 96 GB ist damit gleichzeitig die Spitze des Lineups und das Ende der RAM-Skalierung im Apple-Ökosystem.
Wer die volle Leistung des M3 Ultra braucht, hat im Grunde nur noch zwei Optionen: schnell die 96-GB-Variante kaufen, solange sie verfügbar ist, oder auf den Nachfolger warten. Letzteres ist allerdings ebenfalls mit einer Hypothek belastet – schon Anfang März wurde bekannt, dass Apple die 512-GB-Option auch beim kommenden Mac Studio mit M5 Ultra nicht zurückbringen dürfte, solange die Speichermarktlage angespannt bleibt.
Was die Streichung über Apples Lage verrät
Dass Apple im Konfigurator die letzte RAM-Upgrade-Option des Spitzenmodells streicht, ist ein bemerkenswertes Signal. Vor einem Jahr war die 512-GB-Konfiguration noch das Marketing-Highlight des M3 Ultra Mac Studio. Apple positioniert das Produkt damit aktiv als Desktop-Workstation für KI-Entwickler und High-End-Profis. Die jetzige Situation kehrt diese Erzählung um – das gleiche Gerät, das vor zwölf Monaten als Speicher-Spitze beworben wurde, ist heute auf das Einstiegsniveau zurechtgestutzt.
Das passt zur breiteren Linie, die Apple seit Wochen kommuniziert: Speicherengpässe werden noch Monate andauern, mehrere Konfigurationen quer durch das Mac- und iPad-Lineup sind betroffen, eine Entspannung wird nicht vor Ende 2027 erwartet. Wer auf einen leistungsstarken Mac für den professionellen Einsatz hinarbeitet, plant ab sofort um diese Realität herum.
Apples Speicherkrise wird zum Dauerthema
Die heutige Streichung ist kein Einzelfall, sondern ein weiterer Datenpunkt in einer Reihe von Bestellstopps, gestrichenen Konfigurationen und Lieferzeit-Verschiebungen. Beim Mac Studio mit M3 Ultra heißt das: 96 GB RAM oder gar nicht. Für Apples ambitionierteste Desktop-Käufer ist das eine spürbare Einschränkung – und ein klarer Hinweis darauf, dass auch Apple die Lieferkette aktuell nicht so steuern kann, wie es das Marketing der letzten Generation vermuten ließe. (Bild: Shutterstock / Cristi Dangeorge)
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