Apple sammelt erstmals in der Unternehmensgeschichte Nominierungen bei den Tony Awards – und zwar gleich zwölf auf einen Schlag. Das Musical „Schmigadoon!“, basierend auf der Apple-TV-Serie, ist 2026 mitnominiert für „Bestes Musical“ und teilt sich den Titel als am häufigsten nominierte Produktion des Jahres. Die Verleihung steigt am 7. Juni in der Radio City Music Hall in New York.
Apple TV sammelt in dieser Awards-Saison Auszeichnungen wie kaum ein Streaming-Anbieter zuvor. Erst vor einer Woche kamen sechs Nominierungen bei den Gotham Television Awards hinzu, im Dezember waren es 14 Nominierungen bei den Golden Globes, und nun erreicht Apple eine Bühne, auf der das Unternehmen bisher nicht präsent war: die Tony Awards, die wichtigsten Ehrungen des amerikanischen Theaters. Der Anlass ist ein Genre-Schwenk, den so noch kein Streaming-Konkurrent geschafft hat – die Verlängerung einer eigenen Serie auf den Broadway.
Worum es bei „Schmigadoon!“ geht
Das Bühnenmusical ist die Broadway-Adaption der gleichnamigen Apple-TV-Serie, die 2021 startete und mit ihrer Mischung aus liebevoller Genre-Parodie auf klassische Musicals wie „Brigadoon“ oder „Oklahoma!“ ein Nischenpublikum gewann. Die Serie wurde mit einem Emmy ausgezeichnet, war beim AFI Award als TV-Programm des Jahres geehrt und sammelte Nominierungen bei den Critics Choice Awards, den Grammy Awards und vielen weiteren Veranstaltungen.
Die Bühnenversion feierte im April 2026 ihre Broadway-Premiere am Nederlander Theatre und läuft dort planmäßig bis September 2026. Apple TV ist Co-Produzent. Die Show stammt aus der Feder von „Saturday Night Live“-Mastermind Lorne Michaels, die Regie führt Tony-Preisträger Christopher Gattelli, Buch und Songtexte kommen vom Emmy-prämierten Cinco Paul.
Diese zwölf Nominierungen sammelt das Musical
„Schmigadoon!“ tritt nahezu in jeder relevanten Musical-Kategorie an. Neben „Bestes Musical“ sind nominiert: Sara Chase (Beste Hauptdarstellerin in einem Musical), Ana Gasteyer (Beste Nebendarstellerin in einem Musical), Christopher Gattelli (Beste Regie eines Musicals und Beste Choreografie), Cinco Paul (Beste Musik und Songtexte sowie Bestes Buch eines Musicals), Doug Besterman und Mike Morris (Beste Orchestrierungen), Walter Trarbach (Bestes Sounddesign), Donald Holder (Bestes Lichtdesign), Linda Cho (Bestes Kostümdesign) und Scott Pask (Bestes Bühnenbild).
Das ist das maximale Aufgebot, das eine Musical-Produktion bei den Tonys überhaupt erreichen kann. Apple teilt sich damit den Titel der am häufigsten nominierten Produktion 2026 – ein Statement, das in seiner Deutlichkeit kaum zu überbieten ist.
Warum dieser Erfolg für Apple anders gelagert ist
Apple TV hat in den letzten Jahren bei Emmys, Oscars, Golden Globes und SAG Awards eine bemerkenswerte Bilanz aufgebaut – inzwischen stehen nach Apples eigenen Angaben 816 Auszeichnungen und 3.498 Nominierungen für die Originalproduktionen zu Buche, von „Ted Lasso“ über „CODA“ bis zum Oscar-Gewinner „F1“ und der Vince-Gilligan-Serie „Pluribus“. Doch all diese Erfolge spielten sich in Film und Fernsehen ab.
Die Tony Awards sind die Bühnenpreise des amerikanischen Theaters, betreut von der Broadway League und dem American Theatre Wing. Sie werden seit 1947 verliehen und gelten als die wichtigsten Auszeichnungen ihrer Branche. Dass ein Streaming-Anbieter dort 2026 erstmals präsent ist – und sofort mit dem Maximalwert aufschlägt -, ist eine Premiere mit strategischer Tragweite. Apple zeigt damit, dass die Verwertung eigener Inhalte über das klassische Streaming hinausgeht und das Unternehmen bereit ist, in völlig neue Produktionsformen zu investieren.
Was das für Apples Streaming-Strategie bedeutet
Der Schritt vom Streaming-Original aufs Broadway-Brett ist mehr als ein PR-Coup. Er funktioniert als sichtbares Signal in einer Phase, in der Apple TV trotz anerkannter Qualität bei Marktanteilen weiterhin hinter Netflix und Disney+ zurückliegt. Die Tony-Nominierungen liefern eine kulturelle Legitimation, die im Marketing nicht zu kaufen ist – sie zeigen, dass Apple TV nicht nur in der Streaming-Branche, sondern in der gesamten amerikanischen Unterhaltungslandschaft inzwischen ein gewichtiger Player ist.
Für Abonnenten heißt das praktisch: Wer die Apple-TV-Serie „Schmigadoon!“ noch nicht gesehen hat, könnte das jetzt nachholen wollen. Alle Episoden sind weiterhin auf Apple TV verfügbar.
Die Verleihung am 7. Juni rückt näher
Ob Apple bei der Tony-Verleihung am 7. Juni in der Radio City Music Hall tatsächlich Preise mit nach Hause nehmen wird, hängt von der Konkurrenz und den Stimmen der Theaterbranche ab. Aber unabhängig vom Ausgang: Allein die Tatsache, dass Apple gleich beim ersten Auftritt mit zwölf Nominierungen die Spitze erreicht, sortiert die Wahrnehmung des Streaming-Dienstes neu. Was als Genre-Parodie auf einem Streaming-Dienst begann, ist 2026 eine der prestigeträchtigsten Bühnenproduktionen New Yorks. (Bild: Apple)
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