Apple hat die Vision Pro noch nicht abgeschrieben: Intern liegen vier Konzepte für ein komplett überarbeitetes Headset auf dem Tisch. Eines davon erinnert an Metas neue VR-Brille. Ob daraus ein Produkt wird, ist allerdings offen – anders als bei der Brille, die Apple bis Ende 2027 fertig haben will.
Die Angaben stammen aus Bloombergs Apple-Newsletter vom 27. September. Anlass ist Metas neue VR Glasses, die Rechenleistung und Akku in ein externes Modul auslagern und damit deutlich leichter ausfallen als klassische Headsets. Der Bericht zieht daraus eine Linie zu Apples eigenen Plänen für den Kopf.
Für die Apple Vision Pro kommen die Nachrichten zu einem schwierigen Zeitpunkt. Das Team wurde kurz vor dem Amtsantritt von John Ternus verkleinert, das Display-Projekt für ein günstigeres Modell gilt als beendet, und der neue Chef verteidigt das Gerät öffentlich.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple arbeitet unter dem Codenamen N224 an einem komplett überarbeiteten Vision-Headset
- Im Gespräch sind vier Konzepte, eines davon mit ausgelagerter Technik in einem externen Modul
- Teile der Führung halten eine ausgelagerte Lösung für eine schlechte Nutzererfahrung
- Das Projekt gilt als „am Tropf“, ein Start wäre frühestens Ende 2028 oder Anfang 2029 zu erwarten
- Die Brille soll bis Ende 2027 in irgendeiner Form erscheinen
Vier Wege zum neuen Headset
Unter dem Codenamen N224 prüfen Apples Ingenieure laut dem Bericht vier Konzepte für ein neues Headset. Eines lagert einen Teil der Technik aus dem Gerät am Kopf in ein separates Modul aus, ähnlich wie Metas neue VR Glasses. Das Headset selbst würde dadurch leichter.
Genau dieses Konzept stößt intern auf Widerstand. Mehrere ranghohe Mitarbeiter halten eine ausgelagerte Lösung für eine schlechte Nutzererfahrung – die Erfahrung mit dem externen Akku der aktuellen Vision Pro spielt dabei offenbar eine Rolle. Bevorzugt wird ein Gerät, das alles in sich vereint. Das aber gleichzeitig leichter und günstiger zu bauen, gilt als große technische Hürde.
N224 wäre damit der Nachfolger der aktuellen Vision Pro mit M5-Chip, die seit der Auffrischung 2025 im Handel ist.
Frühestens Ende 2028 – wenn überhaupt
Einen festen Termin gibt es nicht. Bloomberg bezeichnet das Projekt als „am Tropf“, eine Garantie für einen Marktstart gibt es demnach nicht. Falls es dazu kommt, wäre Ende 2028 oder Anfang 2029 realistisch.
Die Angabe ist nicht neu. Bereits Anfang September hieß es in Bloombergs Berichterstattung, ein überarbeiteter Nachfolger werde nicht vor Ende 2028 erwartet. Neu sind die vier Konzepte und die interne Debatte über die Bauform. Bloomberg hat bei Apples Hardware-Plänen eine gute Trefferbilanz, der Zeitrahmen ist aber ausdrücklich an die Bedingung geknüpft, dass das Projekt überhaupt weiterläuft.
Das Hin und Her um die Vision Pro
Die Meldungen der vergangenen Monate zeichnen kein einheitliches Bild. Das zeigt, wie unsicher die Zukunft des Headsets intern ist.
| Zeitpunkt | Stand |
|---|---|
| Ende April 2026 | Bericht: Apple soll das Projekt aufgegeben haben |
| Mai 2026 | Bericht: Entwicklung läuft trotz Umstrukturierung weiter |
| Juli 2026 | Display-Projekt für eine günstigere Vision Pro vor dem Aus |
| August/September 2026 | Stellenabbau im Vision-Team, rund 100 Stellen |
| 27. September 2026 | Vier Konzepte für N224, Projekt „am Tropf“ |
Wir halten beide Stände für vereinbar: Das Display-Projekt für eine günstigere Vision Pro ist gestoppt, an einem Nachfolger wird dagegen weiter gearbeitet – mit deutlich weniger Personal und Rückenwind als zum Marktstart 2024.
Die Brille bleibt das wichtigere Projekt
Für die Apple Glasses bleibt es beim bekannten Ziel: Apple will sie bis Ende 2027 in irgendeiner Form auf den Markt bringen. Der Zeitraum steht seit Mai im Raum, Bloomberg bestätigt hier seine eigene frühere Angabe – das ist Konsistenz, aber keine unabhängige Bestätigung.
Nach bisherigem Gerüchtestand soll sich die erste Fassung an Metas Ray-Ban-Brillen orientieren: Lautsprecher, Kamera und KI-Funktionen, aber kein Display. Eine Anzeige im Glas würde erst mit einer späteren Generation folgen.
Warum Apple beim Headset zögert
Die Lage ist eindeutig verteilt. Die Brille hat einen Zieltermin, das Headset einen Codenamen und vier Konzepte, aber keine Zusage. Hierzulande liegt die aktuelle Vision Pro nach der Preisrunde im Sommer bei rund 4.000 Euro – ein günstigeres Modell ist ohne das Display-Projekt vorerst nicht in Sicht.
Wir rechnen deshalb nicht damit, dass Apple vor der Brille ein neues Headset zeigt. Erst wenn sich die Brille verkauft, dürfte feststehen, ob N224 die Ressourcen bekommt, die ein leichteres All-in-one-Gerät braucht. Wer mit einer Vision Pro liebäugelt, sollte deshalb nicht auf einen Nachfolger in naher Zukunft setzen.
Würdest du dir eher ein leichtes Headset mit externem Rechenmodul in der Tasche wünschen – oder ist ein Gerät, das alles in sich vereint, für dich die Bedingung? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.




