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WhatsApp testet Nachrichten, die nach dem Lesen verschwinden

by Milan
20. Mai 2026
in Apple News
WhatsApp selbstlöschende Nachrichten

Bild: Shutterstock / The KonG

WhatsApp arbeitet an einer neuen Variante der selbstlöschenden Nachrichten: Der Countdown soll erst starten, sobald der Empfänger sie tatsächlich gelesen hat. Damit verschiebt sich das bisherige Konzept der zeitbasierten Verfallsfrist hin zu einer leseabhängigen Logik – und gibt der Funktion einen deutlich anderen Charakter.

Selbstlöschende Nachrichten gehören bei WhatsApp seit Jahren zum Standardrepertoire, wurden aber bisher immer an einen festen Zeitraum nach dem Versand gekoppelt. Die neue „After reading“-Option, die WABetaInfo in der aktuellen TestFlight-Beta entdeckt hat, ändert diese Grundmechanik fundamental. WhatsApp ist auf dem iPhone derzeit ohnehin in einer ungewöhnlich aktiven Entwicklungsphase: Erst kürzlich hat der Messenger den Liquid-Glass-Look breiter auf iOS ausgerollt, parallel laufen mehrere Beta-Experimente zu Oberfläche und Datenschutzfunktionen.

Wie die neue Option funktioniert

Wer den Standard-Timer für selbstlöschende Nachrichten in WhatsApp aufruft, findet in den getesteten Beta-Builds eine zusätzliche Auswahl mit der Bezeichnung „After reading“. Ist diese Option aktiv, beginnt der Lösch-Countdown nicht mehr beim Senden, sondern erst dann, wenn der Empfänger die Nachricht öffnet und liest. Drei feste Zeitfenster stehen dafür zur Verfügung: 5 Minuten, 1 Stunde oder 12 Stunden nach dem Lesen.

Nachrichten, die der Empfänger gar nicht öffnet, verschwinden weiterhin automatisch – allerdings nach einer festen Wartezeit von 24 Stunden. Damit kombiniert WhatsApp die neue lesebasierte Logik mit einer Sicherheitsfrist für ungelesene Inhalte, sodass keine Nachricht unbegrenzt im Posteingang verbleibt.

Eine ungewöhnliche Verortung im Menü

Aktuell taucht die neue Auswahl im selben Bereich auf, in dem WhatsApp bereits die etablierten Timer-Optionen mit 24 Stunden, 7 Tagen und 90 Tagen anbietet. Funktional unterscheidet sich „After reading“ jedoch deutlich von diesen Werten, weil hier nicht ein fester Zeitraum nach dem Versand, sondern ein dynamisches Ereignis den Countdown auslöst. WABetaInfo hält es deshalb für möglich, dass WhatsApp den Menüpunkt vor dem öffentlichen Start umbenennt oder die Option in eine eigene Sektion verlagert.

Aktueller Testkreis und Verfügbarkeit

Laut WABetaInfo ist die neue Einstellung zunächst nur einem Teil der Beta-Tester über TestFlight zugänglich. Auffällig ist ein Hinweis aus dem Bericht: Ein begrenzter Kreis von Nutzern könnte die Option bereits in der regulären App-Store-Version sehen, was auf einen kontrollierten Rollout im laufenden Betrieb hindeutet. Parallel taucht „After reading“ auch in der Android-Beta auf, was üblicherweise ein Signal dafür ist, dass eine breitere Veröffentlichung näher rückt.

Privacy-Funktion mit doppeltem Nutzen

Selbstlöschende Nachrichten lassen sich bei WhatsApp einzeln pro Chat oder global für alle neuen Konversationen aktivieren. Sie dienen damit gleich zwei Zwecken: als zusätzliche Datenschutzschicht auf der Ende-zu-Ende-verschlüsselten Plattform und als Werkzeug zur Speicherentlastung auf dem iPhone, weil ältere Nachrichten automatisch verschwinden. Die lesebasierte Variante adressiert vor allem ein Szenario, das mit festen Zeitfenstern nur unzureichend abgedeckt war: vertrauliche Inhalte, deren Lebensdauer nicht vom Versandzeitpunkt, sondern vom tatsächlichen Lesemoment abhängen soll.

Parallel testet WhatsApp weitere Werkzeuge, die in diese Richtung zielen – darunter Incognito-Chats mit Meta AI für KI-Konversationen ohne dauerhafte Speicherung. Auch optisch entwickelt sich die App weiter: Aktuelle Beta-Builds zeigen eine verfeinerte Liquid-Glass-Stufe für Reaktionen und Kontextmenüs, die langsam in Richtung Stable wandert.

WhatsApp: Was vom neuen Timer zu erwarten ist

Der bisher gezeigte Funktionsumfang spricht für einen baldigen breiteren Rollout: Die Option erscheint zeitgleich auf iOS und Android, der Test umfasst bereits Teile der Stable-Nutzerbasis, und die Mechanik ist mit den drei festen Lesezeitfenstern bewusst schlank gehalten. Größere Hürden vor dem öffentlichen Start sind damit nicht erkennbar – ein finales Designdetail wie die Verortung im Menü dürfte der wichtigste offene Punkt sein. (Bild: Shutterstock / The KonG)

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