Anthropic legt am gleichen Tag eine technische und eine personelle Großnachricht vor. Claude Managed Agents bekommen zwei neue Enterprise-Funktionen für Privatsphäre und Sicherheit – und parallel wechselt mit Andrej Karpathy einer der bekanntesten KI-Forscher überhaupt von OpenAI zu Anthropic.
Der 19. Mai 2026 ist für Anthropic ein doppelter Markttag. Auf der Produktseite kommen mit MCP Tunnels und Self-Hosted Sandboxes zwei neue Funktionen für Claude Managed Agents, die Unternehmen mehr Kontrolle über Sicherheit und Datenfluss geben. Auf der personellen Seite verkündet Andrej Karpathy seinen Wechsel zu Anthropic – ein Vorgang, der in der KI-Branche selten in dieser Tragweite vorkommt. Karpathy war Gründungsmitglied von OpenAI, später KI-Direktor bei Tesla und ist heute eine der einflussreichsten Stimmen im Feld. Sein Schritt fällt in eine Phase, in der Anthropic mit einer bestätigten Bewertung von 380 Milliarden Dollar nach der Series-G-Finanzierung im Februar zu den wertvollsten Tech-Unternehmen der Welt zählt – und über eine neue Runde verhandelt, die das Unternehmen laut Berichten der New York Times auf bis zu 950 Milliarden Dollar hieven könnte. Die neuen Connectors für Kreativ-Tools und die jüngsten Erweiterungen rund um Managed Agents zeigen dabei, dass Anthropic sein Tempo bei Produkt-Updates klar erhöht hat.
Zwei neue Funktionen für Claude Managed Agents
Claude Managed Agents wurden im April vorgestellt und sollen die Entwicklung und den Betrieb von KI-Agenten in Cloud-Umgebungen deutlich vereinfachen. Anfang Mai hatte Anthropic die Plattform bereits um drei Funktionen erweitert – darunter Dreaming, Outcomes und Multi-Agent-Orchestrierung. Jetzt folgt das nächste Update mit Schwerpunkt Sicherheit und Datenschutz.
MCP Tunnels ermöglichen es, dass Claude-Agenten auf MCP-Server innerhalb eines privaten Netzwerks zugreifen, ohne dass diese ans öffentliche Internet ausgesetzt werden müssen. Interne Datenbanken, private APIs, Wissensspeicher und Ticketsysteme werden so zu Werkzeugen, die der Agent nutzen kann – ohne dass eingehende Firewall-Regeln oder öffentliche Endpunkte nötig sind. Ein schlankes Gateway baut eine einzige ausgehende Verbindung auf, der Datenverkehr ist Ende-zu-Ende verschlüsselt. Die Funktion startet als Limited Research Preview, sodass Unternehmen vor dem Einsatz Zugang beantragen müssen.
Self-Hosted Sandboxes verlagern die Tool-Ausführung auf die eigene Infrastruktur. Sensible Dateien, Pakete und Dienste bleiben dort, wo das Unternehmen sie ohnehin hat – entweder im eigenen Rechenzentrum oder bei einem Managed-Sandbox-Anbieter. Die Agent-Loop, die für Orchestrierung, Kontextverwaltung und Fehlerbehandlung zuständig ist, bleibt auf Anthropics Infrastruktur. Unterstützt werden eigene Sandbox-Clients sowie Partner-Lösungen von Cloudflare, Daytona, Modal und Vercel. Das Feature läuft als Public Beta und ist damit direkt verfügbar.
Warum diese Updates für Unternehmen entscheidend sind
Die beiden Funktionen adressieren ein zentrales Hindernis beim Einsatz von KI-Agenten im Enterprise-Kontext. Wer einem Agent Zugriff auf interne Systeme gewährt, will diesen Zugriff auf das eigene Netzwerk begrenzen können. Bisher war das mit Cloud-gehosteten Agenten nur eingeschränkt möglich – jetzt liefert Anthropic ein Modell, das die Sicherheitsanforderungen großer Organisationen ernst nimmt.
Strategisch positioniert sich Anthropic damit klar gegen OpenAI im Enterprise-Markt. Während OpenAI mit Codex und ChatGPT for Intune zuletzt eigene Enterprise-Pfade ausgebaut hat, setzt Anthropic auf eine Architektur, die externe Ausführung und interne Datenhoheit sauber trennt. Für viele Konzerne – gerade in Europa – ist das ein entscheidender Unterschied.
Karpathy verlässt das Eureka-Labs-Solo und wechselt zu Anthropic
Parallel zur Produktnachricht kommt die personelle Großnachricht: Andrej Karpathy schließt sich Anthropic an. Er hat den Wechsel auf X selbst angekündigt und betont, dass die nächsten Jahre an der Grenze der Large Language Models besonders prägend werden – er freue sich, ins Team zurückzukehren und wieder aktiv an Forschung und Entwicklung zu arbeiten. Seine Begeisterung für KI-gestützte Bildung will er parallel weiterführen.
Karpathys Karriere ist ungewöhnlich dicht. Er gehörte 2015 zu den Gründungsmitgliedern von OpenAI und war dort als Research Scientist tätig. 2017 wechselte er zu Tesla, wo er als KI-Direktor das Autopilot-Vision-Team aufbaute und bis 2022 leitete. Danach ging es zurück zu OpenAI, wo er an Mid-Training und synthetischer Datengenerierung arbeitete. 2024 verließ er OpenAI ein zweites Mal und gründete Eureka Labs, ein Startup mit Fokus auf KI und Bildung. Damit ist sein Wechsel zu Anthropic nicht der erste Pivot in seiner Laufbahn – aber der wohl symbolischste.
Was der Wechsel über die KI-Kräfteverhältnisse aussagt
Der Schritt eines OpenAI-Gründungsmitglieds zur direkten Konkurrenz ist mehr als eine Personalmeldung. Er bestätigt eine Verschiebung, die sich seit Monaten abzeichnet. Anthropic hat im Februar 2026 eine Series-G-Runde mit einer Post-Money-Bewertung von 380 Milliarden Dollar abgeschlossen – angeführt vom Staatsfonds GIC und der Investmentgesellschaft Coatue. Aktuell laufen Verhandlungen über eine neue Finanzierungsrunde, die das Unternehmen laut Berichten der New York Times auf bis zu 950 Milliarden Dollar bringen könnte. Würde diese Bewertung erreicht, läge Anthropic zum ersten Mal über OpenAI, das im März 2026 mit 852 Milliarden Dollar bewertet wurde. Parallel bereitet Anthropic einen möglichen Börsengang vor – als Zielfenster nennen Insider Oktober 2026, eine offizielle Zusage des Unternehmens gibt es bislang nicht.
Karpathy gilt als jemand, der seine Karriereschritte nach inhaltlichen Fragen und Forschungsmöglichkeiten ausrichtet, nicht nach konventionellen Karrierepfaden. Dass er ausgerechnet jetzt zu Anthropic wechselt, signalisiert zweierlei: Der Konzern hat im Bereich Frontier-LLM-Forschung offenbar einen Stand, der für jemanden wie Karpathy interessant genug ist – und Anthropic baut sein Forschungsteam parallel zur kommerziellen Expansion weiter aus. Hinzu kommt der historische Kontext: Karpathy ist nicht der erste Forscher, der OpenAI in Richtung Anthropic verlässt. Dario und Daniela Amodei haben Anthropic 2021 nach ihrem Abgang von OpenAI gegründet, ein Großteil des Anthropic-Frühteams kam ebenfalls aus OpenAI.
Ein Tag, der die KI-Landschaft verschiebt
Anthropic hat heute zwei Hebel gleichzeitig betätigt. Die neuen Managed-Agent-Funktionen erweitern das Produktangebot in einem Bereich, in dem Unternehmen besonders auf Datenkontrolle achten. Der Karpathy-Wechsel signalisiert, dass auch im Wettbewerb um die besten Köpfe der KI-Forschung das Pendel weiter in Richtung Anthropic ausschlägt. Beides zusammen ergibt ein Bild, das die Branche so noch selten gesehen hat: Ein Konzern, der gleichzeitig technisch nachlegt, personell aufrüstet und sich finanziell in eine Position bringt, die mit OpenAI gleichzieht oder sie übertrifft – und das auf einer Plattform, die für Apple-Nutzer über iOS 27 deutlich näher rückt. (Bild: Shutterstock / Stockinq)
- Apple Sports 4.0 ist da: WM-Modus für das iPhone
- Apples Sprachsteuerung verrät, was die neue Siri können wird
- Apple bringt Apple Intelligence in seine Bedienungshilfen
- macOS 27: Vier Intel-Macs verlieren den Anschluss
- WWDC 2026: Apple bestätigt Termin, Programm und Streaming-Details
- Indisches Kartellverfahren: Apple bekommt zwei Monate Aufschub – muss aber liefern
- Apples Geheim-Geschäft: Wie defekte Chips zum Millionen-Sparmodell werden
- Apple und Epic legen Zeitplan für neue Provisionsverhandlung fest
- AirPods Max: Designer Whang verrät Details aus fünf Jahren Entwicklung
- WhatsApp rollt Liquid Glass auf iOS jetzt breiter aus
- Gericht zieht Federighi in xAI-Klage hinein – Cook bleibt außen vor
- Codex zieht in die ChatGPT-Mobile-App ein
- iPhone 18: Apple-Modem bringt versteckten Privacy-Vorteil mit
- Intel fertigt erstmals Chips für iPhone, iPad und Mac – Apple-Produktion läuft
- OpenAI bereitet rechtliche Schritte gegen Apple wegen Siri-Partnerschaft vor
- Anthropics Mythos deckt neue macOS-Schwachstellen auf – Apple prüft Bericht
- Shrinking Staffel 4: Dreh startet nächste Woche – Premiere Anfang 2027 möglich
- iPhone 17 Pro lädt schneller als 32 andere Smartphones im Test
- Entsperrte iPhones bringen Dieben bis zu 800 Dollar mehr



