Ein Jahr lang blieb Apples Sammelplan für Gerätereparaturen den USA vorbehalten. Am 4. August 2026 ändert sich das: AppleCare One kommt für 20,99 Euro im Monat nach Deutschland und deckt bis zu drei Produkte gleichzeitig ab. Gleichzeitig erweitert Apple den Diebstahl- und Verlustschutz auf iPad und Apple Watch – mit Einschränkungen, die im Kleingedruckten stehen.
AppleCare One startete im Juli 2025 in den USA und blieb dort ein Jahr lang allein. Erste Hinweise auf eine Ausweitung nach Europa gab es im Frühjahr, als die Wortmarke beim EU-Amt für geistiges Eigentum eingetragen wurde – ein Signal, das damals auf einen baldigen Start in Europa hindeutete. Vier Monate später folgt die Bestätigung: Apple bringt den Plan nach Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Australien. Bob Borchers, bei Apple für weltweites Produktmarketing zuständig, beschreibt das Angebot als einen Plan zu einem Preis für alle qualifizierten Produkte.
Was der Plan kostet und wie viele Geräte hineinpassen
AppleCare One kostet in Deutschland 20,99 Euro pro Monat und deckt damit bis zu drei Apple Produkte ab. Jedes weitere Gerät schlägt mit 5,99 Euro monatlich zu Buche, hinzufügen und entfernen lässt sich jederzeit. Eine feste Laufzeit gibt es nicht – der Plan läuft monatlich, bis er gekündigt wird.
Apple rechnet den Vorteil an einem Beispiel vor: Wer iPhone, iPad und Apple Watch gemeinsam absichert, zahlt bis zu 13,48 Euro pro Monat weniger als mit drei einzelnen AppleCare+ Plänen mit Diebstahl und Verlust.
Die Preise unterscheiden sich je nach Markt deutlich, eine Umrechnung nimmt Apple erkennbar nicht vor:
| Markt | Drei Geräte pro Monat | Jedes weitere Gerät |
|---|---|---|
| Deutschland | 20,99 € | 5,99 € |
| Großbritannien | 16,99 £ | 4,99 £ |
| USA | 19,99 $ | 5,99 $ |
Vier Länder gleichzeitig – Österreich und die Schweiz bleiben außen vor
Der Start umfasst Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Australien. Österreich und die Schweiz gehören nicht dazu, und Apple nennt bislang keinen Termin für eine weitere Ausweitung. Für Kundschaft in Wien oder Zürich bleibt es damit vorerst bei einzelnen AppleCare+ Plänen pro Gerät.
Bemerkenswert ist die Länderauswahl selbst: Sie folgt keiner EU-Logik. Frankreich und Deutschland sind Mitgliedsstaaten, Großbritannien und Australien nicht, während mit Österreich ein EU-Land und mit der Schweiz ein Nicht-EU-Land gleichermaßen fehlen. Ausschlaggebend dürften Marktgröße und die jeweilige Versicherungskonstruktion sein – der Diebstahl- und Verlustschutz wird für den deutschen Markt über AIG Europe S.A. abgewickelt, deren deutsche Niederlassung in Frankfurt sitzt und von der BaFin beaufsichtigt wird.
Diebstahl und Verlust erstmals auch für iPad und Apple Watch
Parallel zum Start von AppleCare One erweitert Apple den Schutz gegen Diebstahl und Verlust in Deutschland auf iPad und Apple Watch. Bislang war diese Option dem iPhone vorbehalten. Als Einzelgeräte-Plan ist sie ab sofort für iPhone, iPad und Apple Watch verfügbar und deckt bis zu zwei Schadensfälle pro Jahr ab – zusätzlich zu Batterietausch, vorrangigem Support und unbegrenzten Reparaturen bei unabsichtlicher Beschädigung. Die Produktseiten von Apple werden derzeit noch auf den neuen Stand gebracht.
Die Obergrenze für Schadensfälle liegt beim Einzelgeräte-Plan bei zwei Meldungen innerhalb von zwölf Monaten. Für AppleCare One nannte Apple zum internationalen Start drei Fälle pro Jahr über alle abgedeckten Geräte hinweg; die deutschen Vertragsbedingungen dürften erst mit der Freischaltung am 4. August öffentlich werden. Eine Lücke bleibt: Für die Apple Vision Pro gilt der Schutz bei Diebstahl und Verlust nicht, auch wenn sich das Headset in einen Plan aufnehmen lässt.
Voraussetzung für jede Erstattung bleibt, dass „Wo ist?“ auf dem Gerät aktiviert war und während der gesamten Schadensabwicklung aktiviert bleibt. Wie sich die Funktion einrichten und für verlorene Apple Geräte, AirTags und Objekte nutzen lässt, entscheidet damit direkt darüber, ob der Versicherungsfall überhaupt greift. Apple hatte zuletzt auch seine Empfehlungen für den Umgang mit einem gestohlenen iPhone verschärft. Gemeldet wird ein Fall zunächst bei Apple und anschließend über das Portal des Versicherers. Das Ersatzgerät kommt per Versand – eine Abholung im Apple Store ist bei Diebstahl und Verlust ausgeschlossen, ebenso der Austausch am selben Tag.
Welche Geräte Apple in den Plan lässt
Die interessanteste Neuerung gegenüber AppleCare+ betrifft ältere Hardware. Bisher blieben nach dem Kauf 60 Tage Zeit, um einen Schutzplan abzuschließen. Bei AppleCare One dürfen Geräte bis zu vier Jahre alt sein, sofern sie in gutem Zustand sind. Kopfhörer bilden die Ausnahme: Sie dürfen höchstens ein Jahr alt sein.
Den Zustand prüft Apple gegebenenfalls per Diagnose über ein eigenes iPhone oder iPad oder vor Ort im Apple Store. Wer bereits einen aktiven AppleCare+ Plan hat oder kürzlich neu gekauft hat, kann direkt vom Gerät aus wechseln.
Eine Einschränkung wird in der Praxis für viele Haushalte entscheidend sein: Nur Geräte, die dem eigenen Apple Account zugeordnet sind, lassen sich in den Plan aufnehmen. Das iPhone der Partnerin oder das iPad der Kinder fällt damit heraus, sofern es an einem anderen Account hängt. Ein Familienplan ist AppleCare One nicht.
Gibt man ein abgedecktes Produkt bei Apple in Zahlung und kauft direkt ein neues, wandert der Schutz automatisch auf das Nachfolgegerät.
Mitgedeckt ist mehr, als die Geräteliste vermuten lässt: Zu einem abgesicherten iPad gehören ein kompatibler Apple Pencil und ein Keyboard von Apple, bei der Apple Watch das mitgelieferte Armband – Hermès-Armbänder ausgenommen. Auch Kabel und Netzteile aus der Originalverpackung fallen unter den Schutz. Zubehör von Drittanbietern bleibt außen vor.
Warum die Rechnung in Deutschland anders aussieht
Neben jedem Schutzplan steht in Deutschland die gesetzliche Mängelhaftung. Zwei Jahre lang haftet der Verkäufer für Mängel, die bereits bei Übergabe vorlagen – Reparatur, Austausch, Minderung oder Rückzahlung inklusive. Dazu kommt Apples eigene Herstellergarantie, die bei den meisten Produkten ein Jahr Hardwareschutz umfasst. Apple weist selbst darauf hin, dass AppleCare getrennt von und zusätzlich zu diesen Ansprüchen gilt. Wofür AppleCare One tatsächlich bezahlt wird, sind also Sturz- und Flüssigkeitsschäden, Batterietausch unterhalb von 80 Prozent Kapazität, Diebstahl, Verlust und der bevorzugte Support – nicht der Produktionsfehler im ersten Jahr.
Ebenso wenig verschwinden die Servicegebühren. Apple listet für AppleCare+ in Deutschland 29 Euro für eine iPhone-Displayreparatur, 99 Euro für sonstige unabsichtliche Beschädigungen und 129 Euro im Diebstahl- oder Verlustfall; beim Mac liegen die Sätze zwischen 59 und 259 Euro. AppleCare One bündelt die Leistungen, senkt aber nicht die Zuzahlung im Schadensfall.
Damit lohnt sich der Plan vor allem für Haushalte mit drei oder mehr aktiven Apple Geräten auf einem Account – und für jene, die ein zwei oder drei Jahre altes Gerät nachträglich absichern wollen, was bisher schlicht nicht möglich war. Bei einem einzelnen iPhone bleibt der klassische AppleCare+ Plan die günstigere Rechnung.
Apples Schutzgeschäft rückt ins Abo-Modell
Der Zeitpunkt fällt auf: Nur wenige Tage vor dem AppleCare-One-Start soll auch Apple Upgrade als neues Leasing-Programm anlaufen. Beide Angebote verschieben Hardware und ihren Schutz von der Einmalzahlung in ein monatliches Verhältnis, das nicht endet, solange man nicht kündigt.
Für Apple zahlt sich das doppelt aus: AppleCare-Abos laufen in die Services-Sparte, die inzwischen das zweitgrößte Geschäftsfeld des Konzerns ist. Wie stark dieser Bereich zuletzt gewachsen ist, zeigen die Zahlen zum dritten Fiskalquartal, die Apple am 30. Juli vorlegt – vier Tage bevor der neue Plan in Deutschland freigeschaltet wird. (Bild: Apple)
- Apple gegen Micron: Streit um China-Speicher landet bei Trump
- Trump droht der EU wegen der Tech-Bußgelder mit Zöllen
- Claude Opus 5: Anthropics neues KI-Modell ist da
- macOS 27: Verstecktes Siri-Interface mit 13 Stimmen entdeckt
- iPhone Ultra: 25 Prozent Marktanteil bei Foldables erwartet
- Apple TV: The Morning Show endet mit Staffel 5
- Apple Maps wird 2027 fest in Ford-Elektroautos eingebaut
- EU verhängt 890 Millionen Euro Geldbuße gegen Google



