Tim Cook ist erneut in China – diesmal nicht als Apple-CEO auf Geschäftsreise, sondern als Teil einer hochkarätigen US-Wirtschaftsdelegation, die Donald Trump auf seinem dreitägigen Staatsbesuch in Peking begleitet. Mit dabei: Elon Musk, die Spitzen von BlackRock, Goldman Sachs, Boeing, Meta und Qualcomm. Es ist der erste Besuch eines amtierenden US-Präsidenten in China seit neun Jahren.
Die Reise dauert vom 13. bis 15. Mai 2026 und ist das politisch wohl bedeutendste Signal der zweiten Trump-Amtszeit in Richtung Peking. Für Apple ist sie in mehrfacher Hinsicht heikel: Cook ist offiziell nicht in seiner Funktion als Apple-CEO mit dabei, sondern auf persönliche Einladung des Weißen Hauses. Zu Hause hält John Ternus, der ab dem 1. September 2026 die CEO-Rolle übernehmen wird, den Apple-Betrieb am Laufen. Cook reiste laut Berichten nicht in der Air Force One mit, traf aber pünktlich zur Empfangszeremonie in der Großen Halle des Volkes ein und wurde dort gemeinsam mit Elon Musk gefilmt.
Elon Musk spotted with Apple's Tim Cook in Beijing. pic.twitter.com/nv51jqTzV8
— DogeDesigner (@cb_doge) May 14, 2026
Die Delegation
Trump hat rund ein Dutzend hochrangige US-Wirtschaftsführer zu seiner Reise mitgenommen. Die Liste liest sich wie ein Querschnitt der für US-China-Beziehungen relevantesten Konzerne – Finanzdienstleister, Halbleiterhersteller, Luftfahrt, KI-Anbieter und Konsumtechnologie. Konkret in Peking dabei sind:
- BlackRock, Larry Fink
- Blackstone, Stephen Schwarzman
- Boeing, Kelly Ortberg
- Cargill, Brian Sikes
- Citi, Jane Fraser
- Coherent, Jim Anderson
- GE Aerospace, Larry Culp
- Goldman Sachs, David Solomon
- Illumina, Jacob Thaysen
- Mastercard, Michael Miebach
- Meta, Dina Powell McCormick
- Micron, Sanjay Mehrotra
- Qualcomm, Cristiano Amon
- Tesla, Elon Musk
- Visa, Ryan McInerney
- Apple, Tim Cook
Die offizielle Agenda des Weißen Hauses umfasst laut Berichten Handelsbeziehungen, Exporte, KI-Kooperation und auch den Krieg mit Iran als Thema. Chinas Außenministeriumssprecher Guo Jiakun erklärte, das Land sei bereit, im Geist von „Gleichheit, Respekt und gegenseitigem Nutzen“ mit den USA zu arbeiten.
Warum Cook trotzdem mitfliegt
Eine Einladung Trumps abzulehnen, kam Apple in der Vergangenheit teuer zu stehen. Cook hatte einmal versucht, eine Reise mit dem Präsidenten nicht anzutreten – die Reaktion war eine spürbare Zollerhöhung gegen Apple. Trump selbst spielt diese Dynamik offen aus: Auf seiner eigenen Social-Media-Plattform schrieb er, Cook rufe ihn regelmäßig an, er helfe ihm – „aber nicht immer, weil er gelegentlich zu aggressiv in seiner Anfrage ist.“
Cook hat sich entsprechend mehrfach öffentlich um den Präsidenten bemüht. Er aß auf Trumps Anordnung mit dem saudischen Kronprinzen im Weißen Haus, traf den Präsidenten persönlich in Tokio und begegnete König Charles während dessen Staatsbesuchs in den USA. Zur Amtseinführung Trumps spendete Cook eine Million Dollar privat. Apple gehörte außerdem zu den Konzernen, die zur Finanzierung des neuen Ballsaals des Weißen Hauses beitrugen – ein Projekt, das laut Trumps ursprünglicher Aussage 2025 vollständig privat finanziert werden und rund 300 Millionen Dollar kosten sollte. Bis Mai 2026 wird der Preis auf eine Milliarde Dollar geschätzt, und der US-Steuerzahler soll am Ende dafür aufkommen.
Zusätzlich hatte Cook Trump bei einem Empfang im Weißen Haus eine goldene Trophäe überreicht und ihn dort sowie bei Abendessen gelobt. Die diplomatische Linie ist eindeutig: Cook arbeitet daran, Apple aus der politischen Schusslinie zu halten – und die China-Reise fügt sich nahtlos in dieses Muster.
Heikle Konstellationen in der Delegation
Die Zusammenstellung der Delegation ist nicht ohne Spannungen. Cook und Musk haben eine eigene Vorgeschichte. Es gab triviale Klagen rund um Grok, alte Auseinandersetzungen über Satellitenkommunikation – und 2021 hatten Berichte behauptet, Musk habe Cook als Apple-CEO ersetzen wollen, um den Posten selbst zu übernehmen. Auch zwischen Apple und Goldman Sachs gab es Reibung: Die Zusammenarbeit beim Apple Card endete unschön. Trotzdem sitzen Vertreter aller drei Parteien jetzt mit Trump im gleichen Flieger und in derselben Zeremonie.
Was Cook in Peking realistisch erreichen kann
Offiziell soll die Delegation Geschäftsabschlüsse befördern. Für Apple ist die Reise vor allem ein politisches Bekenntnis – kein konkreter Deal. China bleibt Apples wichtigster Produktionsstandort, gleichzeitig ist der Markt für Apple in den vergangenen Quartalen schwierig geworden. Bei einem Treffen mit Xi Jinping in Anwesenheit Trumps in der ersten Reihe zu sitzen, hat für Cook zwei klare Wirkungen: Er signalisiert dem Weißen Haus Loyalität und Pekings Führung Beständigkeit. Beides ist mehr wert als jedes einzelne Handelsabkommen.
Cooks letzte große China-Mission als CEO
Diese Reise fällt in eine ungewöhnliche Phase: Cook hat seinen Rückzug als CEO bereits angekündigt und bei einer Town Hall im Steve Jobs Theater erklärt, dass er als Executive Chairman künftig besonders die Beziehungen zu Regierungen weltweit pflegen wird. Die Peking-Reise ist damit faktisch eine Generalprobe für seine künftige Hauptaufgabe. Es ist gut möglich, dass Cook diese Rolle ohnehin lieber spielt als die operative Konzernführung – und dass Apple unter Ternus das geopolitische Erbe Cooks bewusst weiter durch ihn selbst pflegen lässt. Wer Cooks politische Lobbyarbeit der vergangenen Jahre nachzeichnet, sieht in dieser China-Reise weniger einen Bruch als die nächste logische Etappe einer Strategie, die er seit Trumps erster Amtszeit perfektioniert hat.
Ergebnisse erst nach Trumps Rückkehr erwartet
Konkrete Ergebnisse aus der Reise dürften erst nach Trumps Rückkehr in die USA bekannt werden. Pressekonferenzen, gemeinsame Statements von Trump und Xi sowie mögliche Handelsabkommen sind in den kommenden 48 Stunden zu erwarten. Für Apple-Beobachter ist vor allem interessant, ob nach der Reise neue Investitionszusagen, Lieferkettenzusicherungen oder Zollkonzessionen folgen – und ob Cook dafür sichtbar mitverantwortlich gemacht wird.
Diplomatie als Apple-Disziplin
Mit der Peking-Reise zeigt sich noch einmal deutlich, wie tief Cooks Apple in die geopolitischen Routinen Washingtons eingebunden ist. Während Ternus in Cupertino die Übergabe vorbereitet, übernimmt Cook bereits jetzt die Rolle, die ihn nach dem 1. September dauerhaft definieren wird: Apple-Botschafter zwischen den größten Volkswirtschaften der Welt. Wenn der Wechsel an der Spitze vollzogen ist, wird sich zeigen, wie viel von dieser Diplomatie an Cook persönlich hängt – und wie viel davon institutionell auf Apple übergeht. (Bild: Shutterstock / George Stoyanov)
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