Google weitet die Quick-Share-AirDrop-Interoperabilität auf eine deutlich größere Android-Gerätebasis aus. Samsung, OPPO, OnePlus, Vivo, Xiaomi und HONOR bekommen die Funktion 2026. Parallel kommt ein neuer QR-Code-Modus für alle übrigen Android-Geräte – und Apple-Nutzer werden mit einer neuen iPhone-Android-Migration leichter ausziehen können.
Die Ankündigung stammt aus einem aktuellen Google Blogpost und reiht sich nahtlos in eine Entwicklung ein, die seit November 2025 läuft. Damals führte Google erstmals eine Brücke zwischen seinem Quick-Share-Dienst und Apples AirDrop ein – allerdings nur für ausgewählte Pixel-Modelle. Die Quick-Share-AirDrop-Interoperabilität im Android-Markt wurde damit Realität, blieb aber stark eingeschränkt. Mit dem jetzt verkündeten Ausbau ändert sich das fundamental: Sechs der größten Android-Hersteller sollen 2026 dazukommen.
Was die Erweiterung konkret bedeutet
Bisher funktionierte der Quick-Share-AirDrop-Bridge ausschließlich auf bestimmten Pixel-Geräten. Wer ein Samsung-Galaxy, ein OPPO Find oder ein Xiaomi-Smartphone besaß, blieb beim Cross-Platform-Sharing weiterhin auf Drittanbieter-Apps oder Cloud-Dienste angewiesen. 2026 erhalten laut Google nun Geräte von Samsung, OPPO, OnePlus, Vivo, Xiaomi und HONOR die direkte AirDrop-Unterstützung. Damit umfasst die Liste praktisch alle relevanten Android-Hersteller außerhalb des chinesischen Heimatmarktes.
Parallel führt Google für sämtliche übrigen Android-Geräte eine alternative Lösung ein: einen QR-Code-Modus. Wer ein Android-Smartphone ohne direkte AirDrop-Kompatibilität nutzt, kann über Quick Share einen QR-Code erzeugen. Wird dieser von einem iPhone gescannt, lässt sich der Inhalt über die Cloud teilen. Der Rollout dieser Funktion startet weltweit ab heute und soll innerhalb des nächsten Monats vollständig verfügbar sein. Google kündigt außerdem an, Quick Share in absehbarer Zeit auch in Apps wie WhatsApp zu integrieren.
Migration in beide Richtungen wird leichter
Neben der Datei-Freigabe bekommt auch der Geräte-Wechsel selbst ein Update. Im Rahmen des Digital Markets Act haben Apple und Google gemeinsam neue Wechsel-Funktionen entwickelt, die den vollständigen Umzug von einem iPhone auf ein Android-Gerät und umgekehrt deutlich erleichtern. Apple hat den iOS-Teil bereits mit iOS 26.3 implementiert.
Google zieht jetzt nach: 2026 sollen Samsung-Galaxy- und Google-Pixel-Geräte die entsprechenden Migrations-Werkzeuge erhalten. Übertragen werden dabei eSIM, Passwörter, Fotos, Nachrichten, Apps, Kontakte und das Layout des Home-Screens – alles drahtlos vom iPhone auf das Android-Gerät. In umgekehrter Richtung hat Google ähnliche Werkzeuge bereits umgesetzt, sodass auch der Wechsel vom Android-Smartphone zum iPhone künftig nicht mehr an Datenexport-Hürden scheitert.
Warum Google jetzt nach vorne prescht
Die Erweiterung kommt nicht zufällig. Apples Position bei plattformübergreifender Datei-Freigabe war über Jahre eine klare Stärke – AirDrop funktionierte zwischen iPhone, iPad und Mac in einer Selbstverständlichkeit, die kein Android-Anbieter erreichen konnte. Quick Share war die Antwort, blieb aber auf das Android-Universum beschränkt. Erst die Brücke zu AirDrop hat dieses Kapital von Apple sichtbar relativiert.
Mit der Ausweitung auf sechs zusätzliche Hersteller plus QR-Code-Modus für alle übrigen Geräte erweitert Google das Reichweitenargument fundamental. Aus Sicht von Käufern bedeutet das: Wer zwischen Apple- und Android-Welten pendelt – etwa weil Familie, Freunde oder Kollegen unterschiedliche Plattformen nutzen – verliert einen der historisch wichtigen Lock-In-Faktoren von iOS.
Apples Rolle in dieser Öffnung
Auffällig ist, dass Apple bei dem Schritt nicht passiv bleibt. Die Migrations-Tools wurden in enger Zusammenarbeit mit Google entwickelt, und Apple selbst hat in iOS 26.3 die Voraussetzungen geschaffen, dass Daten von einem iPhone überhaupt sauber in Richtung Android abfließen können. Hintergrund ist der Digital Markets Act, der eine effektive Datenportabilität zwischen den großen Plattformen vorschreibt.
Für Apple ist das in der Gesamtbetrachtung eine ambivalente Bewegung. Einerseits verliert iOS in Europa erkennbar an Einzigartigkeit – exakt das hatte Apple in seinen DMA-Stellungnahmen kritisiert. Andererseits stehen die jetzt entwickelten Werkzeuge zumindest auf einer technischen Grundlage, die Apple selbst mitgestalten konnte. Die Alternative wäre eine deutlich offenere, weniger kontrollierte Lösung gewesen. Dass auf der Quick-Share-Brücke noch immer Bluetooth zur Geräte-Erkennung und Wi-Fi zur eigentlichen Datenübertragung läuft – mit klaren Sicherheitsbestätigungen auf beiden Seiten – zeigt, dass Apple seine Sicherheitslogik in die offene Variante hineinverhandelt hat.
Die größere Linie: AirDrop verliert sein Alleinstellungsmerkmal
In der Summe zeichnet sich ein Bild ab, das vor zwei Jahren noch unrealistisch gewirkt hätte. AirDrop wird Schritt für Schritt zu einer Funktion, die nicht mehr ausschließlich an das Apple-Ökosystem gebunden ist. Quick Share verliert spiegelbildlich seine Insel-Position innerhalb von Android. Die beiden lange parallel laufenden Welten beginnen, auf einem regulatorisch erzwungenen, aber technisch sauber implementierten Standard zusammenzukommen.
Für Apple bedeutet das, dass das Argument „nur mit AirDrop teilt es sich richtig schnell“ deutlich an Gewicht verliert. Für Android-Nutzer ist es eine spürbare Aufwertung. Und für alle Anwender, die zwischen den Plattformen pendeln, schrumpft eine der bekanntesten Reibungsflächen im digitalen Alltag.
Wann die Funktionen für Nutzer relevant werden
Der QR-Code-Modus läuft ab heute global aus und ist binnen eines Monats überall nutzbar. Die direkte AirDrop-Kompatibilität für Samsung, OPPO, OnePlus, Vivo, Xiaomi und HONOR rollt 2026 schrittweise an – Google hat noch keine genauen Termine je Hersteller genannt. Die iPhone-zu-Android-Migration auf Samsung-Galaxy- und Pixel-Geräten folgt ebenfalls 2026. Wer den Wechsel plant oder regelmäßig Dateien zwischen den Welten teilt, hat damit eine konkrete Perspektive – auch wenn die Details der jeweiligen Hersteller-Implementierung noch ausstehen. (Bild: Shutterstock / tinhkhuong)
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