Fast drei von vier verkauften Satelliten-Smartphones im Jahr 2025 waren iPhones – doch der Massenmarkt steht laut Counterpoint Research erst noch bevor.
Wenn es um Satellitenverbindungen am Smartphone geht, ist Apple der unangefochtene Marktführer. Eine aktuelle Auswertung von Counterpoint Research zeigt, wie deutlich Cupertino in diesem Segment vor der Konkurrenz liegt – und warum die Technologie trotz dieser Dominanz noch lange nicht im Massenmarkt angekommen ist. Die spannendste Frage: Was muss passieren, damit Satelliten-Konnektivität zum Standard auf jedem Smartphone wird?
Apple mit über 71 Prozent Marktanteil
Die Zahlen aus dem Counterpoint-Bericht sind eindeutig. Im Jahr 2025 entfielen 71,6 Prozent aller weltweit ausgelieferten Satelliten-Smartphones auf das iPhone. Auf Platz zwei liegt Samsung mit 15,9 Prozent, gefolgt von Huawei mit 6,1 Prozent. Google kommt auf 2,2 Prozent, Honor auf 1,9 Prozent.
Damit hat Apple einen Vorsprung, der in der Smartphone-Welt sonst kaum noch zu finden ist. Bemerkenswert ist vor allem die Dynamik. Apple hatte die Satelliten-Funktionen mit dem iPhone 14 im Jahr 2022 eingeführt – damals noch als reine Notruf-Funktion. Innerhalb von drei Jahren hat sich daraus ein veritabler Markt entwickelt, den iPhone-Modelle praktisch im Alleingang prägen.
Der Grund liegt in der konsequenten Strategie. Während andere Hersteller die Funktion lange nur experimentell anboten, hat Apple Satelliten-Konnektivität früh in alle aktuellen iPhone-Modelle ausgerollt. Heute gehört das Feature in vielen Ländern bereits zum Standard-Funktionsumfang neuer iPhones.
Zwei unterschiedliche technische Ansätze
Der Markt für Satelliten-Smartphones spaltet sich aktuell in zwei Lager. Apple, Huawei und Google setzen auf proprietäre Systeme. Das bedeutet: Die Satellitenverbindung ist eng mit dem jeweiligen Gerät und dem dazugehörigen Service verknüpft. Vorteil: Die Lösung lässt sich tief integrieren und steht heute bereits zuverlässig zur Verfügung.
Die meisten anderen Android-Hersteller wie Samsung, Xiaomi, OPPO und vivo gehen einen anderen Weg. Sie orientieren sich am 3GPP-Standard für nicht-terrestrische Netzwerke, kurz NTN. Dieser Ansatz zielt darauf ab, Satelliten zu Erweiterungen herkömmlicher Mobilfunknetze zu machen – mit dem Ziel, eine viel größere Reichweite und Skalierbarkeit zu erreichen.
Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Apples Lösung funktioniert heute, und sie funktioniert gut. Der NTN-Standard verspricht dafür einen breiteren Massenmarkt in den kommenden Jahren. Welcher Weg sich langfristig durchsetzt, ist eine der spannendsten Fragen der Smartphone-Industrie.
Was den Massenmarkt aktuell ausbremst
Counterpoint sieht trotz Apples Dominanz noch zwei Hürden für die breite Marktdurchdringung. Die erste betrifft die Anwendungsfälle. Bisher beschränkt sich die Satellitennutzung auf Notrufe, Standortfreigabe und einfache Textnachrichten. Das ist nützlich, aber es reicht nicht aus, um Käufer in der Mittelklasse zu überzeugen.
Die zweite Hürde liegt im Preisbereich. Aktuell ist Satelliten-Konnektivität fast ausschließlich Premium-Geräten vorbehalten. Ein Umstieg in die Mittelklasse, also in die Preisbereiche, in denen Smartphones in großen Stückzahlen verkauft werden, gilt als der Schlüssel zum Massenmarkt.
Counterpoint geht davon aus, dass mit dem 3GPP Release 18 die Premium-Adoption weiter zunimmt. Eine breite Nutzung in der Mittelklasse erwartet das Marktforschungsunternehmen erst mit Release 19. Bis dahin dürften noch ein bis zwei Jahre vergehen.
Apple und die Globalstar-Übernahme
Eine wichtige Entwicklung im Hintergrund hat das Marktbild zuletzt verschoben. Amazon hat Globalstar übernommen – ausgerechnet jenen Satellitenpartner, mit dem Apple seit Jahren eng zusammenarbeitet. Was zunächst nach einer Lieferkettenfrage klang, hat strategische Bedeutung.
Apples Satelliten-Service läuft bislang über das Globalstar-Netzwerk. Mit der Amazon-Übernahme rückt Apple in eine ungewohnte Position: Ein direkter Konkurrent im Cloud- und Hardware-Geschäft kontrolliert nun einen Teil der Infrastruktur, auf der Apples Notruf-Funktion basiert. Wie sich das langfristig auswirkt, ist offen. Sicher ist nur, dass Apple aufmerksam beobachten dürfte, was Amazon mit den neuen Möglichkeiten anfängt.
Bemerkenswert: Counterpoint nennt die Apple-Globalstar-Partnerschaft im Bericht ausdrücklich als einen der Gründe, warum Nordamerika beim Satelliten-Smartphone-Markt aktuell die Nase vorn hat. Auch Partnerschaften wie T-Mobile mit SpaceX oder AT&T mit AST Mobile tragen zu dieser regionalen Führungsrolle bei.
Wohin der Markt sich entwickelt
Counterpoint geht davon aus, dass bis 2030 rund 46 Prozent aller weltweit ausgelieferten Smartphones eine Satelliten-Funktion mitbringen werden. Apple, Google und Samsung sollen in der Gesamtdurchdringung führen. Mehr Android-Hersteller und Mobilfunkanbieter aus aufstrebenden Märkten könnten dann eine Schlüsselrolle für die globale Akzeptanz spielen.
Auch auf Chipsatz-Ebene zeichnet sich Bewegung ab. Qualcomm bringt mit den Snapdragon-X80- und X85-Modems die Satelliten-Konnektivität in immer mehr Android-Geräte. MediaTek arbeitet mit dem MT6825-5G-SoC an einer eigenen Lösung. Mehr Hersteller bedeuten mehr Wettbewerb – und damit potenziell schnellere Skalierung.
Für Apple bedeutet das: Der heutige Vorsprung wird nicht ewig halten. Die Konkurrenz holt auf, und sobald 3GPP-basierte Lösungen in der Mittelklasse ankommen, könnte sich die Marktdynamik schnell verändern. Die Frage ist, ob Apple seine proprietäre Lösung weiterhin als Premium-Feature pflegt oder den NTN-Standard zumindest teilweise integriert.
Was iPhone-Nutzer davon haben
Für aktuelle iPhone-Käufer ist die Marktdominanz vor allem ein Hinweis darauf, dass Apple das Thema ernst nimmt und langfristig investiert. Die Satelliten-Funktionen werden in den kommenden iPhone-Generationen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgebaut. Spannend wird vor allem, ob Apple irgendwann auch klassische Telefonate oder Datenverbindungen über Satellit ermöglicht – Funktionen, die heute noch nicht möglich sind, in der Branche aber als nächste logische Stufe gelten.
Die Globalstar-Konstellation, die Apple bislang nutzt, soll außerdem deutlich ausgebaut werden. Das könnte bedeuten, dass die Funktionen in den kommenden Jahren stabiler, schneller und vielfältiger werden. Wer ein iPhone der vergangenen Generationen besitzt, profitiert also vom Wachstum der Infrastruktur, ohne dafür zwangsläufig ein neues Gerät kaufen zu müssen.
Apples Vorsprung im Satelliten-Geschäft
Die Counterpoint-Zahlen zeichnen ein eindeutiges Bild: Apple hat im Satelliten-Smartphone-Markt einen Vorsprung, den die Konkurrenz so schnell nicht einholen wird. Drei Viertel aller verkauften Geräte mit dieser Funktion stammen von einem einzigen Hersteller – das ist außergewöhnlich. Doch der Markt steht erst am Anfang. Wenn ab 2030 fast die Hälfte aller Smartphones satellitentauglich sein soll, wird sich auch die Wettbewerbslandschaft grundlegend verändern. Wie Apple darauf reagiert, dürfte zu einer der spannendsten strategischen Fragen der nächsten Jahre werden. (Bild: Shutterstock / Artsiom P)
- Ternus muss früh über iPhone-Preise und US-Produktion entscheiden
- Apple gegen Epic Games: Berufungsgericht hebt Aussetzung auf
- Apple TV erhält sechs Nominierungen bei Gotham TV Awards
- UBS hebt Kursziel für Apple an – kurz vor den Quartalszahlen
- Apple Vision Pro: Erste Katarakt-OP weltweit erfolgreich
- Claude bekommt neun neue Connectors für Kreativ-Tools
- Ted Lasso Staffel 4: Start am 5. August auf Apple TV
- Apple TV: Umfrage bei Abonnenten zu Inhalten und Sport
- App Store: Neue Monatsabos mit 12-Monats-Verpflichtung kommen
- Severance: Adam Scott kennt das Ende und kündigt Überraschungen an
- iOS 26.5 Beta 4: Apple schließt die Testphase ab
- John Ternus zu Apple Services: „So viele Möglichkeiten“ für Wachstum
- Warum der 1. September für Ternus‘ CEO-Start entscheidend ist
- Wird das nächste Einsteiger-iPad zum „iPad Neo“?
- Ternus spricht über Vision Pro: „Wir sind erst am Anfang“
- Apple TV holt zwei Peabody Awards 2026
- GPT-5.5 ist da: OpenAI stellt „neue Intelligenzklasse“ für ChatGPT und Codex vor
- Perplexity-CEO: Das iPhone wird durch KI wichtiger, nicht überflüssig
- Mac mini Einstiegsmodell bei Apple ausverkauft
- Apple Maps war Cooks „erster großer Fehler“ – Apple Watch sein Stolz
- OpenAI stellt ChatGPT Images 2.0 mit Thinking-Fähigkeiten vor
- iOS 26.4.2 schließt Sicherheitslücke, die das FBI ausnutzte
- Google bestätigt: Gemini-Siri kommt noch 2026



