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GPT-5.5 ist da: OpenAI stellt “neue Intelligenzklasse” für ChatGPT und Codex vor

Milan Jovicic by Milan Jovicic
23. April 2026 - 21:43 CEST
in Apple News
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OpenAI GPT-5.5

Bild: Shutterstock / TY Lim

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OpenAI hat mit GPT-5.5 eine neue Version seines Sprachmodells veröffentlicht und sowohl ChatGPT als auch Codex damit aufgewertet. Das Unternehmen verspricht eine “neue Klasse an Intelligenz für echte Arbeit” – und legt den Fokus klar auf agentische Aufgaben, mehrstufige Workflows und professionelle Anwendungen.

Die hohe Schlagzahl bei OpenAI setzt sich fort. Sieben Wochen nach dem Release von GPT-5.4 Thinking Anfang März schiebt das Unternehmen jetzt GPT-5.5 hinterher. Das passt zum gewohnten OpenAI-Tempo: Seit GPT-5 im August 2025, über GPT-5.1 im November, GPT-5.2 als Antwort auf Googles Gemini 3 und GPT-5.3 Instant im März folgt nun bereits das fünfte Major-Update in acht Monaten.

Mit GPT-5.5 verschiebt OpenAI den Fokus weiter weg von reiner Gesprächs-Qualität hin zu echter Werkzeug-Nutzung. Das neue Modell versteht laut OpenAI “schneller, was du versuchst zu tun” und kann mehr Arbeit selbst übernehmen. Das klingt abstrakt, hat aber konkrete Folgen: Wer ChatGPT oder Codex beruflich für komplexe Aufgaben nutzt, bekommt mit GPT-5.5 ein Werkzeug, das mehrere Arbeitsschritte selbstständig plant, Tools einsetzt und seine eigene Arbeit überprüft.

Die vier Kernverbesserungen

OpenAI hebt vier Bereiche hervor, in denen GPT-5.5 deutlich besser geworden sein soll:

  • Agentisches Coding: Das Modell kann Code-Projekte selbstständig planen, umsetzen und testen
  • Computer-Nutzung: GPT-5.5 kann Anwendungen bedienen, Webseiten navigieren und Screenshots auswerten
  • Wissensarbeit: Komplexe Dokumente analysieren, Zusammenhänge erkennen und mehrstufig argumentieren
  • Frühe wissenschaftliche Forschung: Hypothesen aufstellen, Datensätze analysieren und Ergebnisse prüfen

Besonders spannend ist dabei der Computer-Use-Aspekt in Codex. OpenAI hat die Browser-Nutzung so erweitert, dass Codex mit Web-Apps interagieren, Testflows durchführen und Seiten durchklicken kann – und dann iterativ nachbessert, bis die Aufgabe erledigt ist. Das geht deutlich über klassisches Coden hinaus und zielt direkt auf die Vision eines „AI-Agenten”, der echte Arbeit im Browser erledigt.

Thinking und Pro: Zwei Varianten

Wie schon bei früheren Versionen gibt es GPT-5.5 in zwei Ausführungen. GPT-5.5 Thinking soll laut OpenAI schnellere Hilfe bei schwierigen Problemen bieten, mit präziseren und kompakteren Antworten. GPT-5.5 Pro ist für die noch anspruchsvolleren Aufgaben gedacht: höhere Qualität, mehr Tiefe bei komplexen Fragen. Die frühen Tester loben laut OpenAI vor allem die Latenz-Verbesserungen, die Pro für anspruchsvolle Aufgaben praktikabler machen.

Die Verfügbarkeit ist gestaffelt: GPT-5.5 wird ab sofort für Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Nutzer in ChatGPT und Codex ausgerollt. GPT-5.5 Pro steht nur Pro-, Business- und Enterprise-Kunden zur Verfügung. In Codex kommt zusätzlich ein Fast-Mode, der Tokens 1,5-mal schneller generiert – aber mit 2,5-fachen Kosten.

Preise steigen – mit einem Aber

GPT-5.5 ist teurer als GPT-5.4. OpenAI argumentiert dagegen, dass das Modell sowohl intelligenter als auch deutlich token-effizienter sei. Für Codex-Nutzer soll GPT-5.5 laut OpenAI bessere Ergebnisse mit weniger Tokens liefern als GPT-5.4 – das macht die höheren Pro-Kosten teilweise wieder wett. Trotzdem bedeutet das Update für viele Entwickler höhere Kosten, wenn sie die neuen Fähigkeiten nutzen wollen.

Für Endnutzer in ChatGPT bleibt der Zugriff über die bestehenden Abos (Plus, Pro, Business, Enterprise) erhalten – hier ändert sich an der Monatsgebühr nichts.

Safety-Fokus: Zwei Wochen Red-Teaming

Ein Satz in OpenAIs Ankündigung verdient besondere Aufmerksamkeit: GPT-5.5 sei mit den bisher strengsten Schutzmechanismen ausgeliefert worden. Vor dem Release wurde das Modell mit internen und externen Red-Teams geprüft, besonders mit Blick auf Cybersicherheits- und Biologie-Fähigkeiten. Knapp 200 vertrauenswürdige Early-Access-Partner haben Feedback aus realen Anwendungsfällen eingebracht.

Das ist bemerkenswert, weil OpenAI vor wenigen Wochen erst GPT-5.4-Cyber für die Cyberabwehr vorgestellt hatte – ein spezialisiertes Modell, das gezielt für Sicherheits-Anwendungen entwickelt wurde. Mit GPT-5.5 zieht OpenAI auch beim Hauptmodell die Sicherheits-Schrauben an. Das ist nicht nur PR: Mächtigere KI-Modelle können auch gefährlicher sein, wenn sie missbraucht werden. Je agentischer ein Modell wird, desto wichtiger wird die Absicherung.

Eine Woche voller Ankündigungen

GPT-5.5 ist der Abschluss einer intensiven OpenAI-Woche. Erst vor zwei Tagen hatte das Unternehmen ChatGPT Images 2 für deutlich bessere Bildgenerierung veröffentlicht – ein Modell mit Thinking-Fähigkeiten, die Bildergebnisse spürbar präziser machen. Vergangene Woche gab es bereits ein großes Codex-Update mit Computer-Use-Funktionen.

Zusammen zeigt das ein klares Muster: OpenAI bewegt sich konsequent von reinen Chat- und Bildmodellen hin zu agentischen Systemen, die eigenständig Aufgaben erledigen. Die Vision dahinter ist ein KI-System, das wie ein digitaler Mitarbeiter funktioniert – mit Zugriff auf Browser, Dateien, Werkzeuge und Webdienste.

Verfügbarkeit und Ausblick

GPT-5.5 steht ab sofort für Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Nutzer in ChatGPT und Codex bereit. In Codex ist das Modell mit einem 400K-Kontextfenster verfügbar. OpenAI hat angekündigt, GPT-5.5 und GPT-5.5 Pro “sehr bald” auch in der API bereitzustellen. Entwickler, die eigene Produkte auf Basis von GPT bauen, bekommen damit ebenfalls Zugriff auf die neuen Fähigkeiten – mit entsprechend höheren Kosten als bei GPT-5.4.

Das Tempo, mit dem OpenAI seine Modelle weiterentwickelt, zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Wer die KI-Entwicklung aktiv verfolgt, sollte sich darauf einstellen, dass spätestens im Sommer die nächste Version folgt. (Bild: Shutterstock / TY Lim)

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