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Meta plant Gesichtserkennung für Smartbrillen

by Milan
13. Februar 2026
Meta Gesichtserkennung

Bild: Shutterstock / columbo.photog

Meta arbeitet an einer neuen Gesichtserkennungsfunktion für seine Ray-Ban-Smartbrillen. Intern trägt das Projekt den Namen „Name Tag“. Laut einem Bericht der New York Times soll die Funktion noch in diesem Jahr eingeführt werden. Ziel ist es, Personen automatisch zu erkennen und über den KI-Assistenten von Meta Informationen zu ihnen bereitzustellen. Damit bewegt sich Meta erneut in ein technologisch sensibles Feld. Gesichtserkennung im Alltag ist seit Jahren umstritten, vor allem wenn sie im öffentlichen Raum eingesetzt wird.

Meta entwickelt seine Smartbrillen kontinuierlich weiter. Die Ray-Ban-Modelle, die seit 2021 auf dem Markt sind, gelten als erfolgreich. Der Partner EssilorLuxottica, der die Brillen gemeinsam mit Meta produziert, gab diese Woche bekannt, dass im Jahr 2025 mehr als sieben Millionen Einheiten verkauft wurden.

Mark Zuckerberg verfolgt offenbar das Ziel, die Geräte klar von Konkurrenzprodukten abzuheben. Die geplante Funktion „Name Tag“ soll dazu beitragen, den KI-Assistenten der Brille alltagstauglicher zu machen und Meta im Wettbewerb mit anderen Tech-Konzernen zu stärken.

Was „Name Tag“ leisten soll

Die Funktion soll es ermöglichen, Personen im Sichtfeld der Brille automatisch zu erkennen. Über den KI-Assistenten könnten dann Informationen zu dieser Person bereitgestellt werden. Nach Angaben von Personen, die an den Planungen beteiligt sind, prüft Meta derzeit verschiedene Optionen:

  • Erkennung von Personen, mit denen ein Nutzer über eine Meta-Plattform vernetzt ist
  • Identifizierung von Personen mit einem öffentlichen Konto auf einer Meta-Plattform wie Instagram
  • Keine Funktion, mit der sich jede beliebige Person im öffentlichen Raum recherchieren lässt

Meta entscheidet demnach noch, wer genau durch die Technologie erfasst werden kann.

Interne Dokumente und politische Überlegungen

Ein internes Dokument vom Mai vergangenen Jahres zeigt, dass die Muttergesellschaft von Facebook seit Anfang letzten Jahres über die Einführung von „Name Tag“ diskutiert. Ursprünglich war geplant, die Funktion zunächst Teilnehmern einer Konferenz für Blinde vorzustellen. Dieser Schritt wurde jedoch nicht umgesetzt.

In einem internen Memo von Meta’s Reality Labs wird außerdem ein strategischer Zeitpunkt für die Veröffentlichung angesprochen. Dort heißt es, die Funktion solle in einem „dynamischen politischen Umfeld“ eingeführt werden. Viele zivilgesellschaftliche Gruppen, von denen Kritik zu erwarten sei, würden ihre Ressourcen auf andere Themen konzentrieren. Diese Passage deutet darauf hin, dass Meta mögliche öffentliche Kritik einkalkuliert.

Kehrtwende nach früherem Rückzug aus der Gesichtserkennung

Die aktuellen Pläne stellen eine deutliche Richtungsänderung dar. Vor fünf Jahren hatte Facebook sein Gesichtserkennungssystem zum automatischen Markieren von Personen auf Fotos abgeschaltet. Damals wurde argumentiert, man müsse das richtige Gleichgewicht zwischen technologischer Innovation und Datenschutzbedenken finden.

Auch bei der ersten Version der Ray-Ban-Smartbrille wurde die Integration einer Gesichtserkennungsfunktion nicht umgesetzt. Berichten zufolge verhinderten technische Herausforderungen und ethische Bedenken die Einführung.

Praktische Beispiele und Kritik

Dass die Technik grundsätzlich realisierbar ist, zeigte ein Vorfall im Jahr 2024. Zwei Harvard-Studenten kombinierten Ray-Ban-Meta-Brillen mit dem Gesichtserkennungsdienst PimEyes und identifizierten damit Fremde in der Bostoner U-Bahn. Ein Video des Experiments wurde später veröffentlicht und ging viral.

Meta reagierte darauf mit dem Hinweis, dass die Brillen eine kleine weiße LED oben rechts am Rahmen besitzen. Diese leuchtet auf, wenn eine Aufnahme gemacht wird, und soll Transparenz schaffen.

Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass eine solche Anzeige nicht verhindert, dass Bilder später mit externen Gesichtserkennungssystemen ausgewertet werden.

„Super-Sensing“: Dauerhafte Datenerfassung

Zusätzlich arbeitet Meta offenbar an einer sogenannten „Super-Sensing“-Brille. Dieses Modell soll Kameras und Sensoren dauerhaft aktiviert lassen, um den gesamten Tagesverlauf einer Person aufzuzeichnen.

Eine solche Funktion würde die Diskussion um Privatsphäre weiter verschärfen, da nicht nur einzelne Aufnahmen, sondern kontinuierliche Datenerfassung möglich wäre.

Wettbewerb durch Apple und Google

Meta steht im Smartbrillen-Markt nicht allein da. Laut Berichten plant Apple, bis Ende dieses Jahres eine eigene Smartbrille zu veröffentlichen. Das Gerät soll mit der Ray-Ban von Meta sowie einer Android-XR-Brille von Google vergleichbar sein, jedoch hochwertiger verarbeitet. Die geplante Apple-Brille soll:

  • Kameras und Mikrofone enthalten
  • KI-Funktionen integrieren
  • Fotos und Videos aufnehmen
  • Übersetzungen liefern
  • Detaillierte Wegbeschreibungen bereitstellen

Augmented-Reality-Funktionen sind allerdings nicht vorgesehen und der Datenschutz steht dabei an höchster Stelle. Der Wettbewerb zwischen Meta, Apple und Google dürfte die Entwicklung intelligenter Wearables weiter beschleunigen.

Stellungnahme von Meta

In einer Erklärung gegenüber der New York Times betonte Meta:

Wir machen Produkte, die Millionen von Leuten helfen, sich zu verbinden und ihr Leben zu bereichern. Auch wenn wir oft hören, dass Interesse an so einer Funktion besteht – und es schon ein paar Produkte auf dem Markt gibt -, überlegen wir uns noch verschiedene Optionen und werden es ganz genau angehen, bevor wir irgendwas auf den Markt bringen.

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Mehr Funktionen, mehr Kritik: Metas Plan im Fokus

Meta treibt mit „Name Tag“ die Integration von Gesichtserkennung in Verbraucherprodukte erneut voran. Nach dem früheren Rückzug aus der Gesichtserkennung im sozialen Netzwerk bedeutet dieser Schritt eine strategische Kehrtwende.

Die Ray-Ban-Smartbrillen könnten dadurch deutlich mehr Funktionen erhalten und sich im Wettbewerb differenzieren. Gleichzeitig bleiben erhebliche Fragen zu Datenschutz, Privatsphäre und gesellschaftlicher Akzeptanz offen.

Ob und in welcher Form Meta die Funktion tatsächlich einführt, wird entscheidend dafür sein, wie sich Gesichtserkennung im Alltag künftig etabliert. (Bild: Shutterstock / columbo.photog)

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