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Apple News: FTC prüft politische Benachteiligung

Milan Jovicic by Milan Jovicic
12. Februar 2026 - 04:40 CET
in Apple News
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Apple News App

Bild: prykhodov / DepositPhotos.com

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Apple News steht derzeit im Zentrum einer politischen und regulatorischen Debatte in den USA. Der Vorsitzende der Federal Trade Commission (FTC), Andrew Ferguson, hat sich in einem offiziellen Schreiben an Apple-CEO Tim Cook gewandt. Hintergrund sind Vorwürfe, Apple News würde konservative Publikationen bei der Auswahl seiner Inhalte benachteiligen. Im Raum steht dabei die Frage, ob Apple gegen Abschnitt 5 des FTC Act verstoßen haben könnte. Dieser untersagt „unfaire oder irreführende Handlungen oder Praktiken“ gegenüber Verbrauchern.

Ausgangspunkt der aktuellen Diskussion ist eine Studie der konservativen Überwachungsorganisation Media Research Center (MRC). Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Organisation eine Untersuchung zur Berichterstattung in Apple News im Zeitraum vom 1. bis 31. Januar 2026.

Laut der Studie habe Apple „in den Top 20 Artikeln der Morgenausgaben von Apple News zwischen dem 1. und 31. Januar 2026 keine rechtsgerichteten Medien verwendet“. Stattdessen seien Artikel „von elitären Medien, die die Narrative der Linken verstärken, […] sowie von Medien der Mitte“ vertreten gewesen. Rechtsgerichtete und konservative Medien seien dagegen nicht berücksichtigt worden.

Ferguson verweist in seinem Schreiben außerdem auf eine frühere MRC-Studie vom Dezember 2025, die ebenfalls eine Benachteiligung konservativer Medien behauptete. Zusätzlich nennt er einen Artikel der New York Post, der über die neuere MRC-Studie berichtete und die Vorwürfe aufgriff.

Bislang hat Apple weder zu den Studien noch zu den erhobenen Vorwürfen öffentlich Stellung genommen.

FTC-Vorsitzender sieht möglichen Verstoß gegen das Gesetz

Andrew Ferguson deutet in seinem Brief an, dass Apple News mit seiner Kurationspraxis gegen Abschnitt 5 des FTC Act verstoßen haben könnte. Diese Vorschrift verbietet unfaire oder irreführende Handlungen oder Praktiken im Geschäftsverkehr, darunter auch wesentliche Falschdarstellungen oder Auslassungen gegenüber Verbrauchern.

In seinem Schreiben macht Ferguson deutlich, dass die erste Verfassungsänderung der USA zwar die Meinungsäußerung von großen Technologieunternehmen schützt. Dieser Schutz gelte jedoch nicht unbegrenzt. Wenn bestimmte Praktiken vom Kongress gemäß dem FTC Act als unfair eingestuft werden, könne dieser Schutz eingeschränkt sein.

Wann wäre eine Unterdrückung politischer Inhalte rechtswidrig?

Ferguson formuliert konkret, unter welchen Umständen eine ideologisch motivierte Förderung oder Unterdrückung von Inhalten durch Apple News gegen das Gesetz verstoßen könnte.

Demnach könnten große Technologieunternehmen, die Nachrichtenartikel in Aggregatoren oder Feeds aufgrund der wahrgenommenen ideologischen oder politischen Ausrichtung fördern oder unterdrücken, gegen den FTC Act verstoßen, wenn:

  • diese Praxis nicht mit den eigenen Nutzungsbedingungen übereinstimmt,
  • sie den angemessenen Erwartungen der Verbraucher widerspricht, sodass die Nicht-Offenlegung einer ideologischen Bevorzugung eine wesentliche Unterlassung darstellt, oder
  • diese Praktiken einen erheblichen Schaden verursachen, der weder vernünftigerweise vermeidbar ist noch durch gegenläufige Vorteile für Verbraucher oder Wettbewerb aufgewogen wird.

Damit rückt die Debatte nicht nur die politische Ausrichtung in den Fokus, sondern auch Transparenz, Verbraucherinformation und mögliche wirtschaftliche Auswirkungen.

Forderung nach umfassender Überprüfung

Am Ende seines Schreibens informiert Ferguson Tim Cook ausdrücklich über die Verpflichtungen von Apple gemäß dem FTC Act. Als Vorsitzender der FTC fordere er Apple dazu auf, eine umfassende Überprüfung der eigenen Nutzungsbedingungen vorzunehmen.

Konkret verlangt er, sicherzustellen, dass die Auswahl der Artikel durch Apple News mit diesen Bedingungen sowie mit den gegenüber Verbrauchern gemachten Zusicherungen übereinstimmt. Falls dies nicht der Fall sei, solle Apple umgehend Korrekturmaßnahmen ergreifen.

Das Schreiben ist damit nicht nur eine politische Kritik, sondern eine formelle Aufforderung zur internen Prüfung und gegebenenfalls Anpassung der bestehenden Praxis.

Apple News zwischen Regulierung und Verantwortung

Zum jetzigen Zeitpunkt hat Apple weder auf den Brief von Andrew Ferguson noch auf die MRC-Studien öffentlich reagiert. Ob die FTC ein formelles Verfahren einleiten wird, ist bislang nicht bekannt.

Die Vorwürfe betreffen einen sensiblen Bereich: Digitale Nachrichtenplattformen wie Apple News übernehmen eine zentrale Rolle bei der Auswahl und Präsentation von Inhalten. Die Frage, ob und in welchem Umfang dabei politische Gewichtungen stattfinden, hat sowohl medienpolitische als auch verbraucherrechtliche Bedeutung.

Wie sich die Situation weiterentwickelt, hängt maßgeblich davon ab, ob Apple auf die Forderungen der FTC reagiert und ob die Behörde weitere Schritte einleitet. Fest steht, dass Apple News derzeit unter genauer Beobachtung steht. (Bild: prykhodov / DepositPhotos.com)

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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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