ChatGPT bekommt Werbung. Damit verlässt OpenAI erstmals bewusst den rein werbefreien Raum und führt ein Geschäftsmodell ein, das man bisher vor allem von klassischen Online-Plattformen kennt. Der Schritt betrifft nicht alle Nutzer, sorgt aber schon jetzt für Diskussionen rund um Vertrauen, Datenschutz und die Zukunft von KI-gestützten Antworten.
Die Entwicklung von ChatGPT ist kostenintensiv. Rechenleistung, Modelltraining und globale Infrastruktur verursachen dauerhaft hohe Ausgaben. Gleichzeitig wächst die Nutzerbasis rasant. OpenAI steht damit vor der Aufgabe, ChatGPT wirtschaftlich tragfähig zu betreiben, ohne das Produkt grundlegend zu beschädigen.
Werbung soll genau diesen Spagat ermöglichen. Sie soll einen breiteren Zugang zu leistungsfähigeren Funktionen schaffen und gleichzeitig kostenpflichtige Abonnements weiterhin werbefrei halten. OpenAI betont dabei, dass das Vertrauen in ChatGPT gerade bei persönlichen und wichtigen Aufgaben nicht gefährdet werden dürfe.
Werbung in ChatGPT: Wer betroffen ist und wer nicht
OpenAI hat angekündigt, in den USA mit dem Testen von Werbung für Nutzer der Tarife Free und Go zu beginnen. Der Go-Plan ist ein neues, günstiges Abonnement für 8 US-Dollar pro Monat und wurde Mitte Januar weltweit eingeführt.
Nutzer der kostenpflichtigen Abos Plus, Pro, Business, Enterprise und Education werden laut OpenAI keine Werbung sehen. Diese Trennung soll klar und dauerhaft gelten.
Einfluss auf Antworten und Umgang mit Nutzerdaten
Ein zentraler Kritikpunkt ist die Sorge, dass Werbung die Antworten von ChatGPT beeinflussen könnte. OpenAI weist diese Befürchtung ausdrücklich zurück. Werbung habe keinen Einfluss auf die Inhalte oder Empfehlungen von ChatGPT. Anzeigen werden deutlich als gesponsert gekennzeichnet und klar von den eigentlichen Antworten getrennt.
Zusätzlich erklärt OpenAI, dass Unterhaltungen mit ChatGPT für Werbetreibende privat bleiben. Es gibt keinen Zugriff auf einzelne Chats oder persönliche Inhalte.
Wie Werbung ausgewählt und ausgespielt wird
In den Tests passt OpenAI Anzeigen thematisch an. Grundlage dafür sind:
- das Thema aktueller Unterhaltungen
- frühere Chats
- frühere Interaktionen mit Anzeigen
Wer sich beispielsweise mit Rezepten beschäftigt, kann Anzeigen für Lebensmittellieferdienste oder Kochboxen sehen. OpenAI betont, dass Werbetreibende keine individuellen Nutzerdaten erhalten. Sie bekommen ausschließlich aggregierte Leistungsdaten wie Aufrufe oder Klicks.
Kontrollmöglichkeiten für Nutzer
OpenAI räumt Nutzern mehrere Kontroll- und Transparenzfunktionen ein. Dazu gehören:
- Einsicht in den Verlauf der Anzeigen-Interaktionen
- Möglichkeit, diesen Verlauf jederzeit zu löschen
- Anzeigen ablehnen oder Feedback geben
- einsehen, warum eine bestimmte Anzeige angezeigt wurde
- Verwaltung der Personalisierung von Werbung

Damit soll verhindert werden, dass Werbung als intransparent oder aufdringlich wahrgenommen wird.
Klare Ausschlüsse bei Alter und sensiblen Themen
Werbung wird nicht allen angezeigt. OpenAI schließt bestimmte Bereiche ausdrücklich aus:
- keine Anzeigen für Nutzer unter 18 Jahren
- keine Anzeigen in der Nähe sensibler oder regulierter Themen
Dazu zählen unter anderem Gesundheit, Politik und psychische Gesundheit. Diese Einschränkungen sollen Risiken minimieren und ethische Standards wahren.
Kritik aus der Branche und öffentliche Sticheleien
Die Einführung von Werbung stößt nicht nur bei Nutzern auf Skepsis. Auch innerhalb der KI-Branche gibt es Gegenwind. Ein prominentes Beispiel ist der Konkurrent Anthropic, der das Thema in mehreren Super-Bowl-Werbespots öffentlich verspottete.
In den Spots wurden KI-Chatbots von glasäugigen Schauspielern dargestellt, die hilfreiche Ratschläge neben schlecht integrierter Werbung gaben. Die Botschaft: Werbung könne das Nutzererlebnis massiv stören.
Der CEO von OpenAI, Sam Altman, reagierte deutlich genervt. Er bezeichnete die Kampagne als unehrlich und nannte Anthropic ein autoritäres Unternehmen. Der Vorfall zeigt, wie angespannt der Wettbewerb im KI-Markt inzwischen ist.
Frühere Kritik und wirtschaftliche Realität
Bereits Ende letzten Jahres geriet OpenAI unter Druck, als App-Vorschläge getestet wurden, die viele Nutzer als unerwünschte Werbung empfanden. Die Reaktionen machten deutlich, dass Akzeptanz für Werbung in KI-Systemen nicht selbstverständlich ist.
Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Realität bestehen: ChatGPT muss Einnahmen generieren, um die Entwicklung der Technologie und das Wachstum des Unternehmens zu finanzieren. Werbung ist für OpenAI ein Mittel, dieses Ziel zu erreichen, ohne alle Nutzer zur Kasse zu bitten.
Werbung in ChatGPT: Ein vorsichtiger, aber entscheidender Schritt
Mit der Einführung von Werbung betritt ChatGPT Neuland. OpenAI versucht, klare Grenzen zu ziehen: keine Beeinflussung von Antworten, keine Weitergabe persönlicher Daten, keine Werbung bei sensiblen Themen. Ob diese Versprechen langfristig eingehalten werden und wie Nutzer darauf reagieren, wird entscheidend für die Akzeptanz sein.
Klar ist: ChatGPT entwickelt sich weiter von einem reinen KI-Werkzeug hin zu einer Plattform mit wirtschaftlichen Interessen. Wie gut dieser Wandel gelingt, entscheidet sich nicht an der Werbung selbst, sondern daran, wie konsequent sie kontrolliert und begrenzt wird. (Bild: OpenAI)
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