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Apple ignoriert Fristen und verärgert Indiens Behörden

by Milan
16. Januar 2026 - 03:34
in Apple News
Indien Apple

Bild: Shutterstock / foto_abstract

Im laufenden Kartellverfahren in Indien gerät Apple weiter unter Druck. Die indische Wettbewerbskommission zeigt sich zunehmend unzufrieden mit dem Verhalten des Konzerns und wirft ihm vor, das Verfahren systematisch zu verzögern. Eine neue vertrauliche Anordnung macht deutlich, dass die Behörde nicht länger bereit ist, weitere Aufschübe zu akzeptieren.

Indien ist für Apple ein strategisch wichtiger Markt, sowohl für den Verkauf von Geräten als auch für den Ausbau des App-Ökosystems. Gleichzeitig verschärfen die indischen Behörden ihren Kurs gegenüber internationalen Tech-Konzernen. Der aktuelle Fall zeigt, wie ernst es der Kartellaufsicht mit der Durchsetzung ihrer Regeln ist und welche finanziellen Risiken für Apple entstehen können, wenn es zu keiner zeitnahen Kooperation kommt.

Hintergrund des Kartellverfahrens gegen Apple

Auslöser der Untersuchung war eine Beschwerde aus dem Jahr 2022. Diese wurde unter anderem von Match sowie mehreren indischen Start-ups eingereicht. Im Zentrum der Vorwürfe steht Apples Verhalten im Markt für iOS-Apps und insbesondere die Rolle des App Store.

Die Competition Commission of India, kurz CCI, kam im Jahr 2024 nach umfangreichen Ermittlungen zu dem Schluss, dass Apple seine marktbeherrschende Stellung missbräuchlich genutzt haben soll. Auf dieser Grundlage forderte die Behörde den Konzern auf, formelle Einwände gegen die Untersuchungsergebnisse einzureichen und detaillierte finanzielle Angaben zu machen. Diese Daten werden üblicherweise zur Berechnung möglicher Geldstrafen herangezogen.

Streit um Fristen und finanzielle Details

Seit dieser Aufforderung sind beide Seiten in einen juristischen Schlagabtausch verwickelt. Apple stellte mehrfach Anträge auf Fristverlängerung und lieferte weder die geforderten Einwände noch die vollständigen Finanzinformationen. Laut der CCI zieht sich dieses Verhalten inzwischen seit mehr als einem Jahr hin.

Ein zentraler Streitpunkt ist die mögliche Höhe der Geldstrafe. Apple erklärte, dass eine Strafe von bis zu 38 Milliarden US-Dollar drohen könnte, falls die Wettbewerbsbehörde den weltweiten Umsatz des Konzerns als Berechnungsgrundlage heranzieht. Apple weist die Kartellvorwürfe zurück und hat die entsprechenden Strafregeln vor einem indischen Gericht angefochten. Dieses Verfahren ist bislang nicht abgeschlossen.

Nach der Anfechtung versuchte Apple laut Berichten zudem, das gesamte Kartellverfahren vorübergehend auszusetzen, bis eine gerichtliche Entscheidung vorliegt. Die CCI lehnte dieses Ansinnen jedoch ab und bestand darauf, das Verfahren fortzuführen.

Letzte Warnung der Wettbewerbskommission

Wie Reuters berichtet, erließ die CCI am 31. Dezember eine vertrauliche Anordnung, in der sie Apples Vorgehen deutlich kritisiert. Darin heißt es, Apple habe trotz klarer Anweisungen wiederholt Fristverlängerungen erhalten, ohne substanziell zu reagieren.

Die Kommission stellt fest, dass dieses Verhalten die Verfahrensdisziplin untergräbt und den rechtzeitigen Abschluss des Kartellverfahrens behindert. Gleichzeitig macht sie klar, dass diese Nachsicht nicht unbegrenzt fortgesetzt werden könne. Apple erhielt eine letzte Warnung mit der Aufforderung, die verlangten Unterlagen und Stellungnahmen fristgerecht einzureichen.

Sollte bis zur gesetzten Frist keine Antwort eingehen, will die CCI den Fall einseitig weiterverfolgen und ihre Entscheidungen ohne weitere Mitwirkung von Apple treffen.

  • Apple unter Druck: Indien will iOS-Quellcode einsehen

Apple riskiert Eskalation im indischen Kartellstreit

Der Bericht deutet darauf hin, dass Apple beabsichtigt, mit einer formellen Antwort zu warten, bis ein Gerichtstermin am 27. Januar stattgefunden hat. Ob die Wettbewerbskommission dieses Abwarten akzeptiert, gilt als offen.

Fest steht, dass sich die Lage für Apple in Indien zuspitzt. Die Kartellbehörde signalisiert deutlich, dass weitere Verzögerungen nicht mehr toleriert werden. Damit rückt nicht nur eine mögliche Rekordstrafe näher, sondern auch eine Grundsatzentscheidung über den Umgang mit Apples App-Store-Modell im indischen Markt. (Bild: Shutterstock / foto_abstract)

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