Steve Jobs gilt als prägende Figur der Technologiegeschichte. Meist stehen seine großen Erfolge bei Apple im Mittelpunkt: iPod, iPhone, iPad und der Aufstieg des Unternehmens zum wertvollsten Konzern der Welt. Weniger Beachtung finden jedoch die zwölf Jahre, die Steve Jobs außerhalb von Apple verbrachte.
Mit dem neuen Buch „Steve Jobs in Exile – The Untold Story of Steve Jobs’s Wilderness Years – and the Creation of a Legend“ legt der Journalist Geoffrey Cain nun eine ausführliche Darstellung genau dieser Phase vor. Das Werk beleuchtet die Zeit zwischen Jobs’ Rauswurf bei Apple und seiner späteren Rückkehr – eine Phase, die von Misserfolgen, finanziellen Krisen und persönlicher Weiterentwicklung geprägt war.
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist bewusst gewählt. Anfang dieser Woche jährte sich der 71. Geburtstag von Steve Jobs. Gleichzeitig steht das 50-jährige Jubiläum von Apple bevor. Rund um diese beiden Anlässe gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Würdigungen.
Das Computer History Museum veranstaltet ein spezielles Apple@50-Event, um den Einfluss von Apple auf die Geschichte der Personal Computer zu würdigen. Der Journalist David Pogue hat zudem ein Buch über die ersten fünf Jahrzehnte von Apple geschrieben, das im März erscheinen soll.
In dieses Umfeld reiht sich nun „Steve Jobs in Exile“ ein. Das Buch erscheint am 19. Mai und richtet den Blick auf eine Phase, die für das Verständnis von Steve Jobs und der späteren Entwicklung von Apple zentral ist.
Die Jahre im Exil: NeXT und die „Wilderness Years“
Im Mittelpunkt des Buches stehen die zwölf Jahre, die Steve Jobs nach seinem Ausscheiden bei Apple verbrachte. Geoffrey Cain beschreibt diese Zeit als „Wilderness Years“ – Jahre in der Wildnis.
Nach dem Bruch mit Apple gründete Steve Jobs das Unternehmen NeXT. Diese Phase war keineswegs eine direkte Erfolgsgeschichte. Stattdessen war sie geprägt von:
- spektakulären Misserfolgen
- massiven wirtschaftlichen Problemen
- einer drohenden beziehungsweise beinahe eingetretenen Insolvenz
- öffentlicher und unternehmerischer Demütigung
Cain schildert, dass genau diese Rückschläge entscheidend waren. Aus dem als visionär, aber impulsiv geltenden Wunderkind entwickelte sich ein deutlich disziplinierterer Unternehmer. Steve Jobs lernte in dieser Zeit, strukturierter zu führen, strategischer zu denken und Organisationen effizienter aufzubauen.
Unveröffentlichte Materialien und exklusive Einblicke
Ein zentrales Merkmal von „Steve Jobs in Exile“ ist der außergewöhnliche Zugang zu Quellen. Geoffrey Cain konnte auf bislang unveröffentlichte Materialien zurückgreifen, darunter:
- nie gezeigtes Filmmaterial von Meetings bei NeXT
- private Unternehmensdokumente
- neue Interviews mit engen Kollegen und zentralen Akteuren aus Jobs’ Umfeld
Diese Dokumente und Gespräche liefern eine detaillierte Rekonstruktion der internen Prozesse bei NeXT. Sie zeigen, wie Steve Jobs mit Druck, Rückschlägen und internen Konflikten umging und wie sich sein Führungsstil im Laufe der Jahre veränderte.
Laut Darstellung im Buch verwandelten die Erfahrungen bei NeXT das „dreiste Wunderkind“ in ein gereiftes Business-Genie. Die Phase des Scheiterns wird als notwendige Voraussetzung für das spätere Comeback beschrieben.
Der Weg zurück zu Apple und die Grundlage späterer Erfolge
Die Zeit bei NeXT endete nicht isoliert, sondern führte direkt zu Steve Jobs’ Rückkehr zu Apple. Als Apple NeXT übernahm, kehrte er in das Unternehmen zurück, das er einst mitgegründet hatte.
Die technologischen Entwicklungen von NeXT, insbesondere im Softwarebereich, bildeten später die Grundlage für zentrale Apple-Produkte. In der Folge entstanden Geräte wie:
- iPod
- iPhone
- iPad
Diese Produkte veränderten nicht nur Apple, sondern prägten ganze Branchen. Geoffrey Cain argumentiert, dass die Disziplin, die strategische Klarheit und das technische Fundament aus den NeXT-Jahren entscheidend für diesen Erfolg waren. Ohne die Phase des Scheiterns wäre das spätere Comeback in dieser Form kaum denkbar gewesen.
Stimmen aus dem engsten Umfeld
Das Buch wird durch Beiträge zweier Wegbegleiter ergänzt. Das Vorwort stammt von Dan’l Lewin, Mitbegründer von NeXT, der nach fast einem Jahrzehnt als CEO des Computer History Museum in den Ruhestand ging. Das Nachwort wurde von Ed Catmull verfasst, der 1986 gemeinsam mit Steve Jobs Pixar gründete.
Diese Perspektiven ordnen die Ereignisse aus persönlicher Sicht ein und ergänzen Cains Recherche um direkte Erfahrungen von Personen, die eng mit Steve Jobs zusammengearbeitet haben.
Veröffentlichung und Einordnung
„Steve Jobs in Exile“ erscheint am 19. Mai und kann bereits vorbestellt werden. Das Buch enthält neue Interviews und bislang unveröffentlichte Materialien, die einen umfassenden Blick auf die zwölf Jahre außerhalb von Apple ermöglichen.
Im Kontext des 71. Geburtstags von Steve Jobs und des bevorstehenden 50-jährigen Apple-Jubiläums fügt sich das Werk in eine Reihe aktueller Veröffentlichungen und Veranstaltungen ein. Während andere Bücher und Events vor allem die Erfolgsgeschichte von Apple in den Vordergrund stellen, konzentriert sich Geoffrey Cain auf die Phase der Unsicherheit und des Scheiterns.
Steve Jobs: Das Comeback begann im Scheitern
Die Geschichte von Steve Jobs wird häufig als lineare Erfolgsgeschichte erzählt. „Steve Jobs in Exile“ zeichnet ein differenzierteres Bild. Die Jahre bei NeXT waren geprägt von Misserfolgen, finanziellen Risiken und öffentlicher Kritik. Gleichzeitig legten sie den Grundstein für eines der bemerkenswertesten Comebacks der Wirtschaftsgeschichte.
Die Darstellung macht deutlich, dass die Entwicklung von Steve Jobs als Führungspersönlichkeit nicht trotz, sondern wegen dieser schwierigen Jahre möglich wurde. Wer die spätere Dominanz von Apple und die Entstehung von iPod, iPhone und iPad verstehen will, kommt an dieser Phase nicht vorbei. Weitere Buchempfehlungen rund um Apple findest du hier! (Bild: Geoffrey Cain)
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