Indien spielt für das iPhone inzwischen eine deutlich größere Rolle als noch vor wenigen Jahren. Innerhalb von fünf Jahren wurden iPhones im Wert von rund 50 Milliarden US-Dollar aus dem Land exportiert. Dieser Wert markiert einen wichtigen Meilenstein für Apple, aber auch für Indiens Industriepolitik. Ausschlaggebend sind staatliche Anreize, veränderte Handelsbedingungen und Apples Strategie, sich unabhängiger von China zu machen.
Die iPhone-Produktion in Indien ist kein kurzfristiges Projekt, sondern das Ergebnis einer langfristigen Entwicklung. Apple fertigt dort bereits seit etwa 2017, zunächst fast ausschließlich für den lokalen Markt. Exporte gab es zwar, sie dienten jedoch vor allem dazu, gesetzliche Vorgaben zur lokalen Fertigung zu erfüllen. Erst mit neuen Förderprogrammen und steigenden Zöllen auf Importe aus China wurde Indien zu einem zentralen Exportstandort für das iPhone.
50 Milliarden Dollar durch iPhone-Exporte aus Indien
Laut der indischen Wirtschaftszeitung Economic Times haben die iPhone-Exporte aus Indien inzwischen einen Gesamtwert von 50 Milliarden US-Dollar überschritten. Diese Zahl bezieht sich ausschließlich auf Exporte, die seit der Teilnahme von Apple am indischen Produktionsanreizprogramm PLI erzielt wurden.
Apple ist Teil dieses Programms seit dem indischen Geschäftsjahr 2022. Das PLI-Programm ist auf fünf Jahre ausgelegt und folgt dem indischen Geschäftsjahr, das jeweils vom 1. April bis zum 31. März läuft. Derzeit befindet sich Indien im Geschäftsjahr 2026, das am 31. März 2026 endet. Die endgültigen Exportzahlen für dieses Jahr liegen daher noch nicht vor.
Ein namentlich nicht genannter Regierungsbeamter erklärte jedoch, dass Apple allein in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres bereits fast 16 Milliarden US-Dollar exportiert habe. Damit wurde die Marke von 50 Milliarden US-Dollar an kumulierten iPhone-Exporten im Rahmen des PLI-Programms überschritten.
Indiens wachsender Anteil an der weltweiten iPhone-Produktion
Bis April 2025 wurde bereits jedes fünfte iPhone weltweit in Indien hergestellt. Das zeigt, wie stark Apple die Produktion in dem Land ausgeweitet hat. Nach Einführung der US-Zölle leitete Apple rund 97 Prozent aller in Indien produzierten iPhones in die USA um.
Im Jahr 2025 verstärkte sich dieser Trend noch einmal. Apple verdoppelte die Zahl der iPhones, die aus Indien in die USA importiert wurden. Ziel war es, die Auswirkungen der höheren Zölle auf Importe aus China abzufedern und die Lieferkette flexibler aufzustellen.
Produktionsanreize und politische Rahmenbedingungen
Ein zentraler Faktor für den Ausbau der iPhone-Produktion in Indien ist das Production Linked Incentive Programm. Dieses Programm bietet finanzielle Anreize für Unternehmen, die ihre Produktion im Land steigern und exportieren. Apple gehört zu den größten Profiteuren dieses Modells.
Auch politische Initiativen spielten eine wichtige Rolle. Der indische Minister für Eisenbahn, Information und Rundfunk, Elektronik und Informationstechnologie, Ashwini Vaishnav, bezeichnete die 50 Milliarden US-Dollar als wichtigen Meilenstein. Er verwies dabei auf das staatliche Make in India-Programm und erklärte, dass sich die Elektronikproduktion in Indien in den vergangenen elf Jahren versechsfacht habe.
Zölle, China und Apples Strategie
Neben den Förderprogrammen waren internationale Handelskonflikte ein weiterer Treiber. Die reziproken US-Zölle trafen auch Indien, fielen dort jedoch niedriger aus als bei Importen aus China. Trotz öffentlicher Kritik und der Aufforderung von Donald Trump, die Expansion in Indien zu stoppen, baute Apple seine Produktion weiter aus.
Für Apple bot Indien damit eine wirtschaftlich sinnvolle Alternative, um Kosten zu senken und Risiken zu streuen. Die zunehmende Verlagerung der iPhone-Produktion zeigt, wie stark Zölle und politische Entscheidungen globale Lieferketten beeinflussen.
Auch andere Hersteller profitieren vom PLI-Programm
Apple ist nicht das einzige Unternehmen, das vom indischen Produktionsanreizprogramm profitiert. Samsung exportierte im Zeitraum der Geschäftsjahre 2021 bis 2025 Smartphones im Wert von fast 17 Milliarden US-Dollar aus Indien. Dennoch bleibt das iPhone der wichtigste Wachstumstreiber und das sichtbarste Beispiel für Indiens wachsende Bedeutung in der globalen Elektronikfertigung.
iPhone-Produktion: Indiens wachsende Bedeutung im globalen Markt
Die iPhone-Exporte im Wert von 50 Milliarden US-Dollar zeigen, wie schnell sich Indiens Rolle in der globalen Technologieproduktion verändert hat. Aus einem Standort für den Binnenmarkt ist ein zentraler Exporthub für das iPhone geworden. Mit weiterlaufenden Förderprogrammen, noch nicht abgeschlossenen Geschäftsjahren und anhaltendem Zoll-Druck auf China dürfte Indien für Apple auch in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. (Bild: Shutterstock / Ringo Chiu)
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