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Apple und das Milliardenurteil zum App Store in UK

Milan Jovicic by Milan Jovicic
28. Dezember 2025 - 18:02 CET
in Apple News
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Apple UK

Bild: Shutterstock / Mattia Bicchi

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Apple kommt im Streit um seine App-Store-Praktiken in Großbritannien nicht zur Ruhe. Obwohl der Konzern vor Gericht bereits eine Niederlage hinnehmen musste, wird das Urteil über eine mögliche Zahlung von 2 Milliarden Dollar erneut angefochten. Im Kern geht es um die Frage, ob Apple App-Store-Nutzer über Jahre hinweg finanziell benachteiligt hat und ob die vom Gericht angesetzten Berechnungen dafür überhaupt haltbar sind.

Der Fall rund um Apple und den App Store steht exemplarisch für die wachsende Auseinandersetzung zwischen großen Tech-Plattformen und Regulierungsbehörden. Digitale Marktplätze sind längst Teil des Alltags, gleichzeitig wächst der politische und juristische Druck, ihre Macht und ihre Gebührenmodelle zu überprüfen. Das britische Verfahren zeigt, wie komplex diese Konflikte sind und wie lange sie sich hinziehen können.

Hintergrund des Urteils

Im November 2025 wies das britische Competition Appeals Tribunal kurz CAT Apples Berufung gegen eine eigene frühere Anordnung zurück. Diese Anordnung sieht vor, dass Apple rund 2 Milliarden Dollar an App-Store-Nutzer zahlen soll, die durch die Gebührenpolitik des Unternehmens benachteiligt worden sein sollen.

Damit bestätigte das Gericht eine Entscheidung, die bereits im Oktober 2025 als Erfolg für die Klägerseite galt. Der Betrag bezieht sich auf mutmaßlich überhöhte Provisionen, die Apple im App Store erhoben haben soll.

Die Klage und ihre Bedeutung

Die ursprüngliche Klage wurde von Dr. Rachael Kent eingereicht. Nach dem Sieg erklärte sie, dass sich das Urteil noch immer unwirklich anfühle. Ihrer Einschätzung nach markiert der Fall einen Wendepunkt, weil sich Menschen zunehmend gegen die Nachteile der digitalen Welt und deren finanzielle Folgen wehren.

Aus ihrer Sicht zeigt das Verfahren, dass alltägliche digitale Dienste reale wirtschaftliche Auswirkungen haben und dass diese nicht länger widerspruchslos hingenommen werden (via AppleInsider).

Apples erneuter Einspruch

Trotz der Niederlage vor dem CAT hat Apple den nächsten Schritt gemacht. Wie unter anderem die Zeitung The Guardian berichtet, wurde beim britischen Berufungsgericht erneut Berufung eingelegt.

Apple selbst hat sich dazu aktuell nicht weiter geäußert, hatte aber bereits zuvor 33 konkrete Punkte genannt, in denen das Unternehmen mit dem Urteil nicht einverstanden ist. Im Mittelpunkt steht dabei die Kritik an der Berechnung der angeblich fairen App-Store-Gebühr.

Besonders problematisch sieht Apple, dass das CAT erklärte, bei der Ermittlung einer angemessenen Gebühr mit fundierten Vermutungen gearbeitet zu haben. Aus Sicht von Apple handelt es sich dabei um spekulative Annahmen, die die wirtschaftliche Realität des App Stores nicht korrekt widerspiegeln. Genau dieses Argument dürfte nun auch vor dem Berufungsgericht eine zentrale Rolle spielen.

Apples Position zum App Store

In einer früheren Stellungnahme machte Apple deutlich, dass man dem Gericht zwar für die Auseinandersetzung danke, mit dem Urteil aber grundsätzlich nicht einverstanden sei. Apple argumentiert, das Urteil zeichne ein falsches Bild einer angeblich problematischen App-Wirtschaft.

Nach Darstellung des Unternehmens habe der App Store Unternehmen und Verbrauchern in ganz Großbritannien geholfen und einen dynamischen Markt geschaffen. Entwickler könnten dort miteinander konkurrieren, während Nutzer aus Millionen innovativer Apps auswählen.

Zudem betont Apple, dass der App Store im Wettbewerb mit vielen anderen Plattformen stehe, die oft deutlich weniger Wert auf Datenschutz und Sicherheit legten. Der eigene Marktplatz biete dagegen einen sicheren und vertrauenswürdigen Ort, um Apps zu entdecken und Zahlungen sicher abzuwickeln. Das Urteil blende diesen Beitrag aus und unterschätze die Rolle des App Stores für den Erfolg vieler Entwickler.

Wie es jetzt weitergeht

Nach der Weigerung des CAT, das eigene Urteil noch einmal zu überprüfen, hatte Apple Berichten zufolge 21 Tage Zeit, um beim Berufungsgericht Berufung einzulegen. Je nachdem, wann Apple das schriftliche Urteil zugestellt wurde, lief diese Frist entweder am 4. oder am 5. Dezember 2025 ab.

Unklar ist bislang, was die Verzögerung bei der öffentlichen Bekanntmachung verursacht hat oder ob besondere Umstände eine spätere Einreichung ermöglichten. In den offiziellen Gerichtsunterlagen ist die Berufung derzeit noch nicht verzeichnet. Entsprechend gibt es auch keinen öffentlich zugänglichen Zeitplan für eine nächste Verhandlung oder eine Entscheidung des Berufungsgerichts.

Apple kämpft weiter um sein App-Store-Modell

Der erneute Einspruch zeigt, dass Apple den Rechtsstreit um den App Store nicht aufgeben will. Für den Konzern steht nicht nur eine mögliche Zahlung von 2 Milliarden Dollar auf dem Spiel, sondern auch das grundsätzliche Geschäftsmodell seines digitalen Marktplatzes. Der weitere Verlauf des Verfahrens bleibt offen, doch schon jetzt ist klar, dass die Entscheidung weitreichende Folgen für die Regulierung digitaler Plattformen haben könnte, nicht nur in Großbritannien, sondern auch darüber hinaus. (Bild: Shutterstock / Mattia Bicchi)

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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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