Wer dachte, OpenAI bleibt auf ewig ein reines Software-Unternehmen, wird gerade eines Besseren belehrt. Ein neuer Bericht von The Information, verfasst von Stephanie Palazzolo und Qianer Liu, liefert die bisher konkretesten Einblicke in OpenAIs Hardware-Pläne. Demnach wird das erste physische Produkt des ChatGPT-Herstellers ein smarter Lautsprecher sein. Entworfen wird er von Jony Ive, der als ehemaliger Chefdesigner von Apple für Produkte wie das iPhone, den iMac und die Apple Watch verantwortlich war. Für Beobachter klingt das Gerät nach einem HomePod 2.0 aus Ives Hand – nur diesmal im Dienste von OpenAI.
OpenAI hat in den vergangenen Jahren mit Sprachmodellen wie GPT-4 und dem Chatbot ChatGPT die Tech-Branche durcheinandergewirbelt. Jetzt folgt der nächste Schritt: das eigene Hardwareprodukt. Sam Altman, CEO von OpenAI, hat den Wunsch nach einer physischen Präsenz der KI im Alltag der Menschen nie verhehlt. Die Zusammenarbeit mit Jony Ive und dessen Designfirma LoveFrom ist dabei kein Zufall. Ive gilt als einer der einflussreichsten Produktdesigner der Welt, und OpenAI möchte mit seinem ersten Gerät offensichtlich von Anfang an einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Laut dem Bericht sollen gleich mehrere Geräte in der Pipeline stecken – der Smart Speaker wird jedoch das erste sein, das auf den Markt kommt, voraussichtlich Anfang 2027.
Der Smart Speaker: Funktionen, Preis und was ihn besonders macht
Preis und Positionierung
Der smarte Lautsprecher von OpenAI soll laut zwei Personen, die dem Bericht zufolge über die Pläne informiert sind, zwischen 200 und 300 US-Dollar kosten. Damit bewegt er sich preislich im oberen Mittelfeld und ist vergleichbar mit Apples HomePod oder Sonos-Geräten. Ein Billigprodukt wird das also nicht.
Kamera und Umgebungserfassung
Was das Gerät von bestehenden Smart Speakern wie dem Amazon Echo oder dem Google Nest deutlich abhebt, ist die integrierte Kamera. Diese soll nicht nur Bilder aufnehmen, sondern aktiv Informationen über die Umgebung der Nutzer erfassen. Dazu zählen laut einer der im Bericht zitierten Personen zum Beispiel Gegenstände, die auf einem Tisch in der Nähe liegen, oder Gespräche, die Menschen in der unmittelbaren Umgebung führen. Der Lautsprecher soll also nicht nur zuhören, wenn er direkt angesprochen wird, sondern kontinuierlich die Umgebung wahrnehmen und verarbeiten können.
Gesichtserkennung und Einkaufsfunktion
Eine weitere geplante Funktion ist besonders bemerkenswert: Über eine Gesichtserkennungstechnologie, die mit Apples Face ID verglichen wird, soll es möglich sein, Einkäufe zu tätigen. Nutzer können Produkte demnach einfach durch ihre biometrische Identifikation bestellen, ohne eine App öffnen oder eine PIN eingeben zu müssen. Das klingt futuristisch und bequem, wirft aber gleichzeitig erhebliche Datenschutzfragen auf, die OpenAI noch beantworten muss.
Weitere Produkte: Smarte Brille und smarte Lampe
Der Smart Speaker ist nicht das einzige Gerät, das OpenAI plant. Der Bericht nennt zwei weitere Produkte, die sich beide in aktiver Entwicklung befinden: eine smarte Brille und eine smarte Lampe. Beide Produkte befinden sich noch in einem früheren Entwicklungsstadium als der Lautsprecher, und detaillierte Informationen zu Funktionen oder Preisen gibt es dazu bisher nicht. Allein die Auswahl der Produktkategorien zeigt jedoch, dass OpenAI eine breite Präsenz im Alltag anstrebt: vom Körper über den Schreibtisch bis hin zur Raumbeleuchtung.
Jony Ive, LoveFrom und die Arbeitsteilung mit OpenAI
Die Zusammenarbeit zwischen OpenAI und Jony Ive ist komplex aufgebaut. Ive leitet seine Designfirma LoveFrom weiterhin als eigenständiges Unternehmen, das formal unabhängig von OpenAI ist. Gleichzeitig ist LoveFrom für die Entwicklung der Designs potenzieller OpenAI-Geräte zuständig. Das interne Hardware-Team von OpenAI übernimmt dagegen die Verantwortung für die eigentliche Herstellung der Geräte, die dazugehörige Software sowie die Analyse von Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher.
Spannungen zwischen den Teams
Diese Aufgabenteilung läuft in der Praxis nicht ohne Reibung. Einige OpenAI-Mitarbeiter haben sich dem Bericht zufolge darüber beschwert, dass LoveFrom seine Designs nur langsam überarbeitet und wenig Einblick in den eigenen Designprozess gewährt. Selbst Mitarbeiter innerhalb von OpenAI, die direkt an der Geräteentwicklung beteiligt sind, beklagen mangelnde Kommunikation seitens LoveFrom. Das sind keine kleinen Unstimmigkeiten, denn fehlende Transparenz zwischen Design und Engineering kann in der Produktentwicklung zu erheblichen Verzögerungen und Qualitätsproblemen führen.
Komplikationen nach der Io-Übernahme
Ein weiteres Problemfeld ist die Integration der Mitarbeiter des Startups Io, das OpenAI übernommen hat. Nach der Akquisition gab es laut dem Bericht Schwierigkeiten dabei, das Io-Team in das bestehende Hardware-Team von OpenAI einzugliedern. Solche Integrationsherausforderungen sind bei Tech-Übernahmen zwar üblich, können aber gerade bei ambitionierten Zeitplänen wie dem von OpenAI zum echten Problem werden.
OpenAI gegen Apple: Ein Wettbewerb mit persönlicher Note
Der Wettlauf um die Zukunft der KI-Hardware gewinnt an Dynamik. Apple, von dem Jony Ive nach knapp drei Jahrzehnten im Jahr 2019 gegangen ist, arbeitet seinerseits an mehreren KI-Wearables sowie an neuen Produkten rund um den HomePod. Die Tatsache, dass Ive nun für OpenAI tätig ist und möglicherweise einen direkten Konkurrenten zu Apples eigenen Heimlautsprechern entwickelt, verleiht dem Ganzen eine besondere Brisanz. Beide Unternehmen setzen auf unterschiedliche Stärken: Apple auf sein jahrzehntelang gewachsenes Ökosystem und bewährte Hardwarekompetenz, OpenAI auf seine führende Position in der KI-Technologie und den Willen zur Disruption.
OpenAI will mitspielen – wenn die Probleme gelöst sind
OpenAIs Einstieg in den Hardware-Markt ist ein mutiger Schritt. Der geplante Smart Speaker vereint Kamera, Gesichtserkennung, Umgebungserfassung und Einkaufsfunktionen in einem Gerät – und soll erst der Anfang einer ganzen Produktfamilie sein. Die Zusammenarbeit mit Jony Ive verspricht ein hohes Designniveau, doch die internen Spannungen zwischen LoveFrom und dem OpenAI-eigenen Hardware-Team sowie die Integrationschwierigkeiten nach der Io-Übernahme zeigen, dass der Weg zur Marktreife kein einfacher ist. Ob der angepeilte Marktstart Anfang 2027 gelingt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch klar: Die KI-Hardware-Ära hat begonnen, und OpenAI will ganz vorne mitspielen. (Bild: Shutterstock / SJ_PHOTOS)
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