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Der Tablet-Markt rutscht auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren, und Apple verliert dabei stärker als der Markt. Rund 11,6 Millionen iPads gingen im dritten Quartal an den Handel, gut ein Viertel weniger als ein Jahr zuvor. Spannend wird es beim Blick auf Apples eigene Umsatzzahlen für denselben Zeitraum.
Die Zahlen stammen aus der aktuellen Erhebung von Omdia. Das Marktforschungsunternehmen zählt Auslieferungen an den Handel, nicht Verkäufe an Endkunden. Weltweit kamen im dritten Quartal 2026 rund 32,2 Millionen Tablets in den Markt, nach 41,8 Millionen im Vorjahreszeitraum, ein Minus von 23 Prozent.
Schon im Frühjahr hatte sich die Wende angedeutet: Im zweiten Quartal waren die iPad-Auslieferungen um 7,5 Prozent gesunken, der Gesamtmarkt um knapp 10 Prozent. Jetzt hat sich der Rückgang bei Apple fast vervierfacht.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple lieferte im dritten Quartal 2026 laut Omdia rund 11,6 Millionen iPads aus, 27,5 Prozent weniger als im Vorjahr.
- Der Marktanteil sinkt von 38,2 auf 36,0 Prozent, Apple bleibt trotzdem klar Marktführer.
- Der gesamte Tablet-Markt schrumpft um 23 Prozent auf 32,2 Millionen Geräte.
- Lenovo wächst als einziger der fünf größten Anbieter, Huawei verliert am stärksten.
- Apples iPad-Umsatz im selben Zeitraum sank mit 10,4 Prozent deutlich weniger stark als die Stückzahl.
Apple verliert stärker als der Markt
Mit 11,58 Millionen Geräten bleibt Apple der mit Abstand größte Tablet-Anbieter. Ein Jahr zuvor waren es allerdings noch 15,98 Millionen. Weil der Rückgang beim iPad über dem des Gesamtmarkts liegt, schrumpft auch der Anteil: von 38,2 auf 36,0 Prozent.
| Hersteller | Q3 2026 | Marktanteil | Q3 2025 | Marktanteil | Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|
| Apple | 11,58 Mio. | 36,0 % | 15,98 Mio. | 38,2 % | −27,5 % |
| Samsung | 5,43 Mio. | 16,9 % | 6,93 Mio. | 16,6 % | −21,7 % |
| Lenovo | 4,09 Mio. | 12,7 % | 3,66 Mio. | 8,7 % | +11,9 % |
| Xiaomi | 2,35 Mio. | 7,3 % | 2,62 Mio. | 6,3 % | −10,6 % |
| Huawei | 1,85 Mio. | 5,7 % | 3,24 Mio. | 7,8 % | −43,0 % |
| Übrige | 6,90 Mio. | 21,4 % | 9,38 Mio. | 22,4 % | −26,5 % |
| Gesamt | 32,19 Mio. | 100 % | 41,81 Mio. | 100 % | −23,0 % |
Samsung bleibt auf Platz zwei, Lenovo legt als einziger der großen Hersteller bei der Stückzahl zu und gewinnt am meisten Marktanteil. Huawei verliert mit 43 Prozent am deutlichsten. Zu den Regionen mit dem stärksten Einbruch zählt Omdia neben dem Nahen Osten und China auch Westeuropa.
Lieferengpässe statt Upgrade-Gründe
Als Ursache nennt Omdia vor allem die angespannte Versorgung mit Bauteilen. Sie bremst nicht nur die Stückzahlen, sondern auch die Sprünge zwischen zwei Generationen. Omdia-Analystin Himani Mukka beschreibt die Folge so:
Anhaltende Lieferengpässe schränken zudem die Möglichkeiten der Hersteller ein, nennenswerte Verbesserungen bei der Ausstattung zu liefern, sodass sich neue Modelle weniger überzeugend von ihren Vorgängern abheben.
Käufer dürften deshalb abwarten, bis größere Sprünge kommen. Eine spürbare Erholung des Tablet-Markts hält Omdia vor 2028 für unwahrscheinlich, die Versorgungslage soll sich 2027 sogar weiter verschärfen.
Die Engpässe hatte Apple schon im Juli für das Septemberquartal angekündigt, bei iPhone, Mac und iPad. Bei den Quartalszahlen zum vierten Geschäftsquartal lag der Umsatz trotzdem über dem eigenen Ausblick. Wie angespannt der Speichermarkt ist, zeigt SK Hynix: Der Hersteller ist bei DRAM und HBM nach eigenen Angaben bis 2029 praktisch ausverkauft.
Von Wachstum zu Rückgang in drei Quartalen
Wie schnell der Trend gekippt ist, zeigt der Verlauf der vergangenen Quartale. Ende 2025 hatte Apple noch kräftig zugelegt, Anfang 2026 wuchs das iPad weiter, seitdem geht es abwärts.
| Quartal | iPad-Auslieferungen | Veränderung zum Vorjahr | Marktanteil |
|---|---|---|---|
| Q4 2025 | 19,6 Mio. | +16,5 % | 44,9 % |
| Q1 2026 | 14,8 Mio. | +7,9 % | 40,1 % |
| Q2 2026 | 13,5 Mio. | −7,5 % | 37,8 % |
| Q3 2026 | 11,6 Mio. | −27,5 % | 36,0 % |
Das neue iPad mini mit A20 Pro steckt in diesen Zahlen noch nicht. Es ist erst seit dem 6. November im Handel und fällt damit ins laufende Quartal.
Stückzahl und Umsatz laufen auseinander
Apple nennt selbst keine Stückzahlen, wohl aber den iPad-Umsatz. Das vierte Geschäftsquartal endete am 26. September und deckt damit nahezu denselben Zeitraum ab wie Omdias drittes Kalenderquartal. Der iPad-Umsatz sank darin von 6,95 auf 6,23 Milliarden Dollar, ein Minus von 10,4 Prozent.
Beide Werte messen Unterschiedliches: Omdia schätzt Auslieferungen an den Handel, Apple verbucht realisierten Umsatz. Der Abstand ist trotzdem bemerkenswert. Wenn die Stückzahl um mehr als ein Viertel fällt, der Umsatz aber nur um ein Zehntel, brachte jedes ausgelieferte Gerät rechnerisch deutlich mehr Umsatz.
Ein Teil davon geht auf Apples Preiserhöhung beim iPad im Juni zurück, das Septemberquartal ist das erste volle Quartal mit den neuen Preisen. Ich halte den Abstand trotzdem auch für einen Hinweis darauf, dass Apple die knappen Bauteile bevorzugt in teurere Modelle steckt und vor allem beim Einstieg weniger Geräte in den Handel bringt. Im Sortiment schlägt sich das bislang nicht nieder: Apple führt alle Modelle aus der iPad-Kaufberatung weiterhin im Store.
Wie siehst du die Lage: Wartest du mit einem neuen iPad, bis die Generationen wieder größere Sprünge machen, oder reicht dir, was aktuell im Handel steht? Schreib uns in den Kommentaren, auf welches Modell du gerade schielst oder warum du noch abwartest.





