Zwei Tage vor der Vorstellung von Series 12 und Ultra 4 liefert der Code der aktuellen Betas vier konkrete Hinweise. Einer davon ist eine App, die es bisher nicht gibt, ein anderer die erste Speicherverdopplung seit Jahren. Beides steht in ausgeliefertem Code – gezeigt hat Apple davon nichts.
Ein Nutzer hat die Betas von watchOS 27 und iOS 27 durchsucht und vier Funde dokumentiert, die auf die kommende Apple-Watch-Generation deuten. Die Ergebnisse stehen im MacRumors-Forum. Derselbe Nutzer hatte zuvor bereits fünf unveröffentlichte Kamerafunktionen in iOS 27 gefunden. Der Code belegt, dass Apple an diesen Dingen arbeitet – nicht, dass sie am Mittwoch erscheinen.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Code steckt eine eigenständige App namens „Readiness“, getrennt von der bestehenden Vitalwerte-App
- Die Gesundheitsdatenbank soll Krafttraining künftig auf Satz- und Wiederholungsebene erfassen
- Eine neue optische Sensorfamilie deutet auf überarbeitete Hardware zur Pulsmessung hin
- Ein Speicherprofil nennt 128 GB – doppelt so viel wie bei Series 11 und Ultra 3
- Zwei der vier Funde betreffen Hardware und lassen sich per Update nicht nachrüsten
Was im Code steht
| Fund | Bedeutung |
|---|---|
| App „Readiness“ | Eigene App für Erholung und Belastbarkeit, im Startbildschirm direkt nach der Trainings-App |
| Erweiterte Trainingsdaten | Einzelne Sätze, Wiederholungen, Gewicht, Gerät, Körperseite und Dauer werden gespeichert |
| Neue optische Sensorfamilie | Geringeres Rauschen, Auswahl der Messkanäle nach Handgelenk und Ausrichtung |
| 128 GB Speicherprofil | Verdopplung gegenüber der aktuellen Generation |
Eine eigene App für die Erholung
Der auffälligste Fund ist eine separate App, die im Code als „Readiness“ geführt wird. Sie steht ausdrücklich neben der bestehenden Vitalwerte-App und nicht in ihr. Im Startbildschirm von watchOS 27 taucht sie in der Standardanordnung direkt hinter der Trainings-App auf, und die Watch-App auf dem iPhone kennt sie in ihrer Logik zur Anordnung von Apps ebenfalls.
Name und Position zusammengenommen sprechen für mehr als eine Umbenennung: Apple scheint Erholung und Belastbarkeit als eigenes Thema zu behandeln statt als weitere Kennzahl unter den Vitalwerten. Wie die Funktion auf Deutsch heißen wird, geht aus dem Code nicht hervor.
Krafttraining wird detaillierter erfasst
Der zweite Fund betrifft die Datenbank im Hintergrund. Sie soll künftig einzelne Sätze speichern können, dazu Wiederholungszahl, Gewicht, verwendetes Gerät, die belastete Körperseite und die Dauer.
Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber dem heutigen Stand, bei dem ein Krafttraining im Wesentlichen als Zeitblock mit Kalorienschätzung abgelegt wird. Wer bisher zu Drittanbieter-Apps gegriffen hat, um Sätze mitzuschreiben, bekäme damit eine Grundlage im System selbst. Ob Apple auch eine Oberfläche dafür liefert, steht im Code nicht.
Hinweise auf überarbeitete Sensorik
Der dritte Fund nennt eine neue Familie optischer Sensoren mit niedrigeren Rauschwerten. Dazu kommt eine Auswahl der Messkanäle abhängig davon, an welchem Handgelenk die Uhr getragen wird und wie sie ausgerichtet ist.
Praktisch zielt das auf Situationen, in denen das zurückgeworfene Pulssignal schwach ist – bei kalten Händen, bei lockerem Sitz oder während intensiver Bewegung. Das fügt sich in Berichte, wonach die Series 12 den Puls dauerhaft messen soll, und in frühere Hinweise auf eine verbesserte Herzfrequenzmessung in watchOS 27. Eine dauerhafte Messung braucht sparsamere und zuverlässigere Sensorik – insofern passen Software- und Hardwarehinweise zusammen.
Der Speicher verdoppelt sich
Der vierte Fund ist der greifbarste: ein Speicherprofil über 128 GB. Die derzeit verkauften Modelle, Apple Watch Series 11 und Apple Watch Ultra 3, bieten jeweils 64 GB – die Angabe im Code entspräche also einer Verdopplung.
Für die Praxis zählt das vor allem bei Musik und Podcasts offline am Handgelenk sowie bei Karten für längere Touren ohne iPhone. Für die Ultra-Reihe, die genau dafür gedacht ist, wiegt der Punkt schwerer als für die Series-Modelle.
Was der Code belegt und was nicht
Alle vier Funde stammen aus ausgeliefertem Code, nicht aus einer Analystenschätzung oder einer Zuliefererkette. Das macht sie belastbarer als das meiste, was in dieser Woche kursiert – aber es sagt nichts über den Zeitpunkt. Apple kann Funktionen vorbereiten und später ausliefern, wie mehrere Beispiele aus den vergangenen Zyklen zeigen.
Eine Unterscheidung lohnt sich dabei: Readiness-App und Trainingsdaten sind Software und könnten grundsätzlich auch auf älteren Uhren landen. Sensorik und Speicher sind Hardware und lassen sich nicht nachrüsten. Wer mit dem Gedanken spielt, die aktuelle Generation noch zu kaufen, sollte genau diese Trennlinie im Blick behalten – die Antwort darauf gibt es am Mittwoch um 19 Uhr MESZ. Die Erwartungen zu beiden Modellen stehen in unseren Übersichten zur Series 12 und zur Ultra 4.
Wäre dir die detaillierte Erfassung von Sätzen und Wiederholungen ein Update wert – oder ist der doppelte Speicher für dich das gewichtigere Argument? Schreib uns in die Kommentare, was den Ausschlag gäbe.












