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Apple öffnet mit WeChat-Deal neue Umsatzquelle in China

Milan Jovicic by Milan Jovicic
13. November 2025 - 16:17 CET
in Apple News
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WeChat Apple

Bild: Shutterstock / BigTunaOnline

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Während Apple in vielen Ländern mit zunehmendem regulatorischen Druck auf das App-Store-Geschäft konfrontiert ist, wurde in China ein Deal abgeschlossen, der dem Unternehmen eine komplett neue Einnahmequelle eröffnet. Die Vereinbarung mit Tencent, dem Betreiber der Super-App WeChat, könnte dem Konzern zusätzliche Provisionen in Milliardenhöhe einbringen.

Weltweit verändert sich die Dynamik im digitalen Handel. Gesetzgeber und Wettbewerbsbehörden gehen in vielen Märkten gegen die App-Store-Politik von Apple vor. Vor allem die verpflichtende Nutzung des hauseigenen Zahlungssystems für In-App-Käufe steht unter Beschuss. Während das Unternehmen in Europa, den USA und Südkorea gezwungen ist, alternative Zahlungsmethoden zuzulassen, geht China einen ganz anderen Weg – nicht per Gesetz, sondern durch Verhandlung. Die Einigung mit Tencent zeigt, dass Apple auch außerhalb klassischer Strukturen neue Erlösmodelle erschließen kann.

WeChat dominiert den Alltag chinesischer iPhone-Nutzer

In China unterscheidet sich das Nutzerverhalten deutlich von dem in westlichen Märkten. Statt verschiedene Apps für verschiedene Dienste zu nutzen, wird der Großteil aller digitalen Aktivitäten über eine einzige Anwendung abgewickelt: WeChat. Mit über einer Milliarde aktiven Nutzern ist WeChat nicht nur ein Messenger, sondern ein umfassendes digitales Ökosystem – vergleichbar mit einem zweiten Betriebssystem innerhalb des iPhones.

Über sogenannte Mini-Programme innerhalb von WeChat lassen sich nahezu alle Aspekte des Alltags organisieren. Dazu gehören Messaging, Bezahlen von Rechnungen, Buchung von Taxis, Online-Bestellungen, Kinoticket-Käufe, mobile Spiele, Flug-Check-ins, Überweisungen, Arzttermine, Kontozugriffe, Buchsuche, Dating und sogar Spendenaktionen. Eine Umfrage aus dem Jahr 2020 unter über einer Million chinesischer iPhone-Nutzer ergab, dass 95 Prozent lieber auf ihr iPhone verzichten würden als auf WeChat.

Bisher keine Provisionen für Apple durch Mini-Apps

Dieses stark zentralisierte App-Nutzungsverhalten war für Apple lange ein Nachteil. Denn Transaktionen, die innerhalb von WeChat-Mini-Apps durchgeführt wurden, liefen in der Regel an Apples Bezahlsystem vorbei. App-Entwickler nutzten eigene oder externe Zahlungsdienste und umgingen so die App-Store-Provision, die normalerweise bei bis zu 30 Prozent liegt. Trotz enormer Umsätze im chinesischen App-Markt blieb Apple damit von einem Großteil potenzieller Einnahmen ausgeschlossen.

Der Konzern versuchte über Jahre, Einfluss auf dieses System zu nehmen – bislang erfolglos. Die Kontrolle über die Zahlungsabwicklung lag bei Tencent, das sich gegenüber Forderungen aus Cupertino lange resistent zeigte. Damit entging Apple ein erheblicher Anteil an Einnahmen aus einem der weltweit wichtigsten Smartphone-Märkte.

Apple und Tencent einigen sich nach einjährigen Verhandlungen

Nach rund einem Jahr Verhandlungen wurde jetzt eine Einigung erzielt. Laut einem Bericht von Bloomberg haben sich Apple und Tencent darauf verständigt, dass Zahlungen in WeChat-Mini-Apps künftig über Apples System abgewickelt werden. Im Gegenzug erhält Apple eine Provision in Höhe von 15 Prozent auf entsprechende Umsätze. Das betrifft vor allem Mini-Games und kleinere Anwendungen innerhalb der Plattform.

Der vereinbarte Provisionssatz liegt zwar deutlich unter dem Standardwert von 30 Prozent, bringt Apple jedoch überhaupt erst Zugang zu diesem bislang verschlossenen Umsatzkanal. Gleichzeitig entlastet die Einigung Tencent, das mit regulatorischen Unsicherheiten und technischem Druck durch Apple konfrontiert war. Für beide Seiten ist der Deal ein Kompromiss – aber einer mit großem finanziellen Potenzial.

Milliardenpotenzial durch WeChat-Zahlungen

Der chinesische Markt ist nicht nur groß, sondern hochaktiv. Allein durch WeChat werden täglich unzählige Transaktionen abgewickelt – insbesondere im Bereich der Mini-Games, die in China enorm beliebt sind. Durch den nun erzielten Deal erhält Apple Zugang zu einem Volumen, das Schätzungen zufolge mehrere Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Einnahmen pro Jahr generieren könnte.

Der genaue Umfang hängt davon ab, wie schnell und flächendeckend die Umstellung auf das Apple-Zahlungssystem innerhalb von WeChat erfolgt. Auch ist noch unklar, ob weitere Kategorien – etwa Dienstleistungen oder physische Produkte – künftig ebenfalls provisionspflichtig über Apple abgewickelt werden. Aktuell konzentriert sich die Einigung vor allem auf digitale Käufe in Minispielen und kleinen Apps.

Strategiewechsel in China bringt Apple neue Milliardenquelle

Während Apple in westlichen Märkten zunehmend gezwungen wird, seine bisherigen Provisionsmodelle zu lockern oder ganz aufzugeben, entsteht in China durch die Einigung mit Tencent ein neuer, wachsender Einnahmebereich. Der WeChat-Deal zeigt, dass Apple bereit ist, sich flexibel auf lokale Märkte einzustellen – und dabei auf Verhandlung statt Regulierung setzt.

Für Apple bedeutet das nicht nur eine Stärkung der Position im wichtigsten Smartphone-Markt der Welt, sondern auch ein strategisch wichtiger Schritt zur Diversifizierung der App-Store-Einnahmen. Die 15-Prozent-Provision aus WeChat-Mini-Apps eröffnet dem Konzern Zugang zu einem bisher verschlossenen Marktsegment – mit Aussicht auf Milliardenbeträge, die bisher an Apple vorbeigegangen sind. (Bild: Shutterstock / BigTunaOnline)

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Milan hat Apfelpatient 2016 gegründet und verantwortet seit 2018 sämtliche redaktionellen Inhalte – News, Gerüchte, Anleitungen und Produkttests. Apple-Geräte sind hier kein Testmaterial für zwei Wochen, sondern Alltagswerkzeug: Vom iPhone über MacBook Pro, MacBook Air und iMac bis zur Apple Vision Pro läuft aus fast jeder Produktkategorie mindestens ein Gerät im täglichen Einsatz, viele davon jährlich erneuert. Jeder Menüpfad in einer Anleitung wird am Gerät nachgeprüft, bevor er veröffentlicht wird.

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