Wer ein iPhone besitzt, kennt das Problem: Irgendwann poppt die Meldung „Speicher fast voll“ auf, und plötzlich lassen sich keine neuen Fotos mehr aufnehmen, keine Apps aktualisieren und keine Dateien herunterladen. Dabei ist voller Speicher kein Schicksal, sondern meistens das Ergebnis fehlender Übersicht. iOS liefert alle notwendigen Werkzeuge, um den Speicher des iPhones transparent zu kontrollieren und gezielt freizugeben. Man muss nur wissen, wo man suchen soll.
Nachfolgend erklären wir Schritt für Schritt, wie der Speicherzustand eines iPhones oder iPads abgerufen wird, was die einzelnen Inhaltskategorien bedeuten, welche Möglichkeiten zur Optimierung bestehen und warum die Speicherangaben auf dem Gerät manchmal von denen am Computer abweichen.
Was iOS mit dem Speicher macht
iOS und iPadOS überwachen den Gerätespeicher kontinuierlich und erfassen dabei, wie viel Platz jede einzelne App beansprucht. Das ist keine optionale Funktion, sondern ein fester Bestandteil des Betriebssystems. Diese Transparenz ist nützlich: Sie erlaubt es, gezielt dort einzugreifen, wo tatsächlich Speicherplatz verloren geht.
Darüber hinaus verfügt iOS über einen automatischen Optimierungsmechanismus. Sobald der freie Speicher zur Neige geht, räumt das System eigenständig auf: Inhalte, die neu geladen werden können oder aktuell nicht benötigt werden, werden automatisch entfernt. Dazu gehören nicht verwendete Apps sowie temporäre Dateien. Das iPhone versucht also, sich selbst zu helfen. In der Praxis reicht das aber nicht immer aus, und ein manueller Blick auf den Speicher lohnt sich regelmäßig.
Der Speicher lässt sich auf zwei Wegen prüfen: direkt auf dem Gerät über die Einstellungen oder über einen angeschlossenen Computer per Finder, Apple-Geräte-App oder iTunes. Beide Wege liefern nützliche Informationen, unterscheiden sich aber in der Darstellung und im Detailgrad.
Speicher auf dem iPhone direkt prüfen
Den Speicherbereich in den Einstellungen aufrufen
Der direkteste Weg führt über die Einstellungen-App. Dort tippt man auf „Allgemein“ und anschließend auf „iPhone-Speicher“ (oder „iPad-Speicher“, je nach Gerät). Was sich dann öffnet, ist eine klare Übersichtsseite: oben ein Balken, der zeigt, wie viel Speicherplatz insgesamt vorhanden ist und wie viel davon bereits belegt ist. Darunter erscheinen zwei wichtige Bereiche: erstens Empfehlungen zur Speicheroptimierung, die iOS automatisch vorschlägt, und zweitens eine vollständige Liste aller installierten Apps, sortiert nach ihrem Speicherbedarf.
Diese Liste gibt auf den ersten Blick Aufschluss darüber, welche Apps besonders viel Platz verbrauchen. Wer auf den Namen einer App tippt, sieht eine Detailansicht mit weiteren Informationen zur Speichernutzung dieser App.

Ein wichtiger Hinweis: Zwischengespeicherte Daten und temporäre Dateien werden in dieser Ansicht möglicherweise nicht als genutzter Speicherplatz angezeigt. Der tatsächlich belegte Speicher kann daher etwas höher sein als der angezeigte Wert.
Apps auslagern oder löschen: Was ist der Unterschied?
In der Detailansicht einer App stehen zwei Optionen zur Verfügung, die sich grundlegend unterscheiden:
- App auslagern: Die App selbst wird vom iPhone entfernt, ihre Dokumente und Daten bleiben jedoch vollständig erhalten. Sobald die App erneut aus dem App Store installiert wird, sind alle persönlichen Daten wieder verfügbar. Diese Option eignet sich besonders für selten genutzte Apps, deren Daten aber weiterhin benötigt werden.
- App löschen: Die App und sämtliche zugehörigen Daten werden vollständig und endgültig vom Gerät entfernt. Diese Option gibt in der Regel deutlich mehr Speicherplatz frei, lässt sich aber nicht rückgängig machen, sofern kein Backup existiert.
Je nach App gibt es zusätzlich die Möglichkeit, einzelne zugehörige Dokumente oder Daten gezielt zu löschen, ohne die gesamte App zu entfernen. Ob diese Option verfügbar ist, hängt von der jeweiligen App ab.
Was belegt den Speicher? Die Inhaltskategorien erklärt
iOS teilt den belegten Speicher in klar definierte Kategorien ein. Diese Kategorien erscheinen sowohl auf dem Gerät als auch, in leicht abgewandelter Form, in der Computeransicht. Es lohnt sich, die Bedeutung jeder Kategorie zu kennen, um den Speicherbedarf richtig einschätzen zu können.
Inhaltskategorien auf dem iPhone
- Apps: Hierunter fallen alle installierten Apps und ihre Inhalte, Dateien die im Verzeichnis „Auf meinem iPhone“ (bzw. iPad oder iPod touch) in der Dateien-App gespeichert sind, sowie Safari-Downloads.
- Fotos: Alle Fotos und Videos, die in der Fotos-App gespeichert sind.
- Medien: Musik, Videos, Podcasts, Klingeltöne, Grafiken und Sprachnotizen.
- Mail: Sämtliche E-Mails und ihre Anhänge.
- Apple Books: Bücher und PDF-Dateien in der Bücher-App.
- Nachrichten: Gespeicherte Nachrichten und alle zugehörigen Anhänge wie Bilder, Videos und Audiodateien.
- iCloud Drive: iCloud-Drive-Inhalte, die lokal auf das Gerät geladen wurden. Wichtig: iCloud-Inhalte können nicht automatisch vom System entfernt werden.
- Andere: Diese Kategorie umfasst Elemente, die nicht entfernt werden können: Siri-Stimmen, Schriftarten, Wörterbücher, nicht entfernbare Protokolle und Caches, der Spotlight-Index sowie Systemdaten wie der Schlüsselbund und die CloudKit-Datenbank. Zwischengespeicherte Dateien in dieser Kategorie kann das System ebenfalls nicht löschen.
- System: Der Speicherplatz, den das Betriebssystem selbst belegt. Dieser Wert variiert je nach Gerätetyp und Modell.
Inhaltskategorien in Finder, Apple-Geräte-App und iTunes
Wer den Speicher über den Computer betrachtet, sieht eine leicht andere Aufteilung. Die Kategorien hier lauten:
- Audio: Audio-Podcasts, Hörbücher, Sprachmemos und Klingeltöne.
- Video: Filme, Musikvideos und TV-Sendungen.
- Fotos: Inhalte der Fotomediathek, aufgenommene Bilder und der Fotostream.
- Apps: Installierte Apps. Die Unterkategorie „Dokumente & Daten“ listet zusätzlich die gespeicherten App-Inhalte auf.
- Bücher: iBooks-Bücher, Hörbücher und PDF-Dateien.
- Dokumente & Daten: Die Safari-Offline-Leseliste, in installierten Apps gespeicherte Dateien sowie App-Inhalte wie Kontakte, Kalender, Nachrichten und E-Mails mit ihren Anhängen.
- Andere: Einstellungen, Siri-Stimmen, Systemdaten und zwischengespeicherte Dateien.
- Synchronisierte Inhalte: Medieninhalte, die vom Computer aus über den Finder oder iTunes synchronisiert wurden. Diese Daten lassen sich nicht direkt über das iPhone entfernen. Um sie zu löschen, muss man am Computer die Synchronisierung der entsprechenden Inhalte deaktivieren und danach erneut synchronisieren.
Speicherempfehlungen nutzen, wenn der Platz knapp wird
Sobald der Speicher des iPhones knapp wird, bietet iOS im selben Bereich der Einstellungen automatische Empfehlungen zur Optimierung an. Diese Empfehlungen sind auf die individuelle Nutzungssituation des Geräts abgestimmt.
Um alle Empfehlungen zu sehen, tippt man auf „Alle anzeigen“. Jede Empfehlung lässt sich einzeln lesen und entweder sofort per Tipp auf „Aktivieren“ umsetzen oder zunächst öffnen, um zu sehen, welche konkreten Inhalte gelöscht werden können. Die Entscheidung liegt beim Nutzer.
Typische Empfehlungen betreffen das automatische Auslagern selten genutzter Apps, das Bereinigen alter Nachrichten-Anhänge oder das Entfernen großer Videodateien. Diese Empfehlungen sind ein sinnvoller Ausgangspunkt, ersetzen aber keine regelmäßige manuelle Kontrolle.
Zusätzlich gilt: Wird die Meldung „Speicher fast voll“ angezeigt, empfiehlt es sich, entweder die Speicherempfehlungen zu nutzen oder gezielt Inhalte wie Videos und Apps zu entfernen.
Speicher über den Computer prüfen
Finder, Apple-Geräte-App oder iTunes: Was wird benötigt?
Wer den Speicher seines iPhones über einen Computer einsehen möchte, hat je nach System unterschiedliche Möglichkeiten:
- Mac mit macOS Catalina oder neuer: Den Finder verwenden.
- Windows-PC mit installierter Apple-Geräte-App: Die Apple-Geräte-App verwenden.
- Windows-PC ohne Apple-Geräte-App oder Mac mit macOS Mojave oder älter: iTunes verwenden.
Das iPhone wird per Kabel mit dem Computer verbunden. Im Finder oder in der Apple-Geräte-App erscheint das Gerät dann in der Seitenleiste. In iTunes ist es oben links auswählbar. In allen drei Programmen wird eine farbige Leiste angezeigt, die zeigt, wie viel Speicherplatz welcher Inhaltstyp belegt. Wenn der Mauszeiger über die einzelnen Bereiche der Leiste bewegt wird, erscheint die genaue Speichermenge für jeden Typ.
Warum Speicherangaben auf dem Gerät und am Computer voneinander abweichen können
Es kommt regelmäßig vor, dass die Speicherangaben auf dem iPhone und die Werte im Finder, in der Apple-Geräte-App oder in iTunes nicht übereinstimmen. Das liegt an der unterschiedlichen Behandlung von gecachten Dateien.
Finder, Apple-Geräte-App und iTunes können im Cache gespeicherte Musik, Videos und Fotos als „Andere“ einstufen. Diese Cache-Dateien entstehen automatisch beim Streamen und Ansehen von Inhalten, damit dieselben Inhalte beim nächsten Abruf schneller verfügbar sind. Weil diese Dateien in der Computeransicht unter „Andere“ laufen, kann die ausgewiesene Nutzung für Musik oder Videos am Computer niedriger erscheinen als erwartet, während „Andere“ entsprechend größer wirkt.
Für eine genaue und zuverlässige Speicherübersicht empfiehlt sich deshalb immer die Ansicht direkt auf dem iPhone unter Einstellungen, Allgemein, iPhone-Speicher.
Was es mit Cache-Dateien auf sich hat und ob man sie manuell löschen muss
Viele Nutzer fragen sich, ob sie den Cache ihres iPhones regelmäßig manuell leeren müssen. Die Antwort lautet: nein, zumindest in den meisten Fällen. iOS übernimmt diese Aufgabe selbstständig. Sobald mehr Speicherplatz benötigt wird, löscht das System gecachte und temporäre Dateien automatisch. Der Nutzer muss dafür nichts tun.
Cache-Dateien entstehen beim Streamen von Musik, Videos und beim Betrachten von Fotos. Das System legt sie an, damit Inhalte beim nächsten Zugriff schneller geladen werden. Wenn das iPhone mehr Platz braucht, werden genau diese Dateien als Erstes entfernt.
Ein Sonderfall ist die Kategorie „Andere“ auf dem Gerät: Sie enthält bestimmte Systemcaches und Protokolle, die das System nicht löschen kann. Diese sind dauerhaft vorhanden und gehören zum normalen Betrieb des iPhones.
iPhone-Speicher im Blick behalten lohnt sich
Das iPhone stellt alle nötigen Werkzeuge bereit, um den Speicher transparent zu verwalten. Die Einstellungen-App liefert eine detaillierte Aufschlüsselung nach Apps und Inhaltstypen, gibt automatische Empfehlungen und erlaubt gezielte Eingriffe wie das Auslagern oder Löschen von Apps. Der Finder, die Apple-Geräte-App und iTunes ergänzen dieses Bild vom Computer aus, auch wenn ihre Kategorisierung leicht abweicht.
Wer weiß, was die einzelnen Kategorien bedeuten und wie das System mit Cache-Dateien umgeht, kann den Speicher seines iPhones souverän verwalten. Regelmäßige Kontrolle zahlt sich aus, denn wer frühzeitig eingreift, muss sich keine Gedanken über die Meldung „Speicher fast voll“ machen.
Tipp: Apple aktualisiert die Speicherverwaltung von iOS regelmäßig. Es empfiehlt sich, das iPhone bzw. iPad stets auf dem neuesten Softwarestand zu halten, um von aktuellen Optimierungsfunktionen zu profitieren. Die besten Produkte für dich: Unsere Amazon Storefront bietet eine breite Auswahl an Zubehörteilen, auch für HomeKit. (Bild: Shutterstock / Primestock Photography)
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Häufig gestellte Fragen zum iPhone-Speicher
Der Speicher lässt sich direkt auf dem Gerät unter Einstellungen, Allgemein, iPhone-Speicher einsehen. Dort wird angezeigt, wie viel Platz insgesamt vorhanden ist, wie viel davon belegt ist und welche Apps am meisten Speicher verbrauchen. Alternativ lässt sich der Speicher auch über den Finder, die Apple-Geräte-App oder iTunes am Computer prüfen.
Ist der Speicher voll, lassen sich keine neuen Fotos aufnehmen, keine Apps aktualisieren und keine Dateien herunterladen. iOS zeigt in diesem Fall die Meldung „Speicher fast voll“ an und schlägt automatisch Maßnahmen zur Optimierung vor.
Beim Auslagern wird nur die App selbst entfernt, die zugehörigen Daten und Dokumente bleiben erhalten. Beim Löschen werden die App und alle zugehörigen Daten vollständig und endgültig vom Gerät entfernt.
Finder, Apple-Geräte-App und iTunes kategorisieren gecachte Dateien, also beim Streamen automatisch angelegte Zwischenspeicher, als „Andere“. Dadurch kann die angezeigte Nutzung für Musik oder Videos am Computer von der Ansicht auf dem Gerät abweichen. Die zuverlässigere Übersicht liefert immer die Speicheransicht direkt auf dem iPhone.
Nein. iOS verwaltet Cache-Dateien automatisch. Sobald mehr Speicherplatz benötigt wird, löscht das System temporäre und gecachte Dateien eigenständig. Ein manuelles Eingreifen ist in der Regel nicht notwendig.
Die Kategorie „Andere“ umfasst Systemelemente, die nicht entfernt werden können: Siri-Stimmen, Schriftarten, Wörterbücher, Protokolle, Caches, den Spotlight-Index sowie Systemdaten wie Schlüsselbund und CloudKit-Datenbank. Diese Daten gehören zum normalen Betrieb des iPhones und können weder manuell noch automatisch gelöscht werden.
Synchronisierte Inhalte, also Medien, die über den Finder oder iTunes auf das iPhone übertragen wurden, können nicht direkt auf dem Gerät gelöscht werden. Um sie zu entfernen, muss am Computer die Synchronisierung der entsprechenden Inhalte deaktiviert und anschließend erneut synchronisiert werden.
Nein. iCloud-Drive-Inhalte, die lokal auf das Gerät geladen wurden, werden vom System nicht automatisch entfernt. Diese müssen bei Bedarf manuell gelöscht werden.
Das hängt vom verwendeten Computer ab. Auf einem Mac mit macOS Catalina oder neuer wird der Finder verwendet. Auf einem Windows-PC steht die Apple-Geräte-App zur Verfügung. Wer die Apple-Geräte-App nicht installiert hat oder einen Mac mit macOS Mojave oder älter verwendet, nutzt iTunes.
In diesem Fall lohnt sich ein Blick auf die Kategorie „System“ und „Andere“, die sich nicht direkt reduzieren lassen. Zusätzlich können ein Neustart des Geräts oder ein Software-Update helfen, da iOS die Speicherverwaltung mit jedem Update weiter optimiert.



