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Das iPad ordnet Apps heute in frei verschiebbaren Fenstern an, samt Menüleiste und Ampelknöpfen wie am Mac. Split View und Slide Over gibt es weiterhin, der Stage Manager auch – und alle drei Wege lassen sich nebeneinander nutzen. Wer weiß, welcher Modus zu welcher Aufgabe passt, arbeitet auf dem iPad spürbar schneller.
Multitasking auf dem iPad hieß jahrelang: zwei Apps nebeneinander, eine dritte schwebend darüber. Mit der Fensterverwaltung ist ein Modus dazugekommen, der Apps frei platzieren und in der Größe ändern lässt. iPadOS 27 baut darauf auf – die Menüleiste lässt sich dauerhaft einblenden, iPhone-Apps laufen nicht mehr nur in Telefonbreite, und das Schließen, Wechseln und Ziehen von Fenstern reagiert schneller.
Welche Funktionen auf einem Gerät ankommen, hängt am Modell. Die vollständige Liste der Geräte, die das aktuelle System bekommen, steht in der Übersicht der kompatiblen Apple-Geräte; was das System sonst noch mitbringt, hält die Referenz zu iOS 27 fest.
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Modi stehen zur Wahl: Vollbild, Fensterverwaltung und Stage Manager – umgeschaltet wird im Kontrollzentrum
- Split View und Slide Over bestehen weiter und eignen sich für feste Zweier-Aufteilungen
- Die Menüleiste lässt sich unter iPadOS 27 dauerhaft einblenden statt nur per Geste
- iPhone-Apps lassen sich jetzt vergrößern und drehen, statt in schmaler Telefondarstellung zu bleiben
- Mit externer Tastatur beschleunigen Tastenkürzel den Wechsel deutlich
Die drei Multitasking-Modi im Vergleich
| Modus | Wie Apps angeordnet werden | Wofür er sich eignet |
|---|---|---|
| Vollbild | eine App füllt den Bildschirm | Lesen, Schreiben, Videos, konzentriertes Arbeiten an einer Sache |
| Fensterverwaltung | Fenster frei verschiebbar, skalierbar, überlappend | Recherche mit mehreren Quellen, Arbeiten am externen Display |
| Stage Manager | aktive App im Zentrum, weitere Gruppen in der Seitenleiste | feste Arbeitssets, zwischen denen häufig gewechselt wird |
| Split View | zwei Apps nebeneinander, Teiler verschiebbar | Abtippen, Vergleichen, Übertragen zwischen zwei Apps |
| Slide Over | eine App schwebt über der aktiven | kurze Zwischengriffe wie Nachricht beantworten oder rechnen |
Der Wechsel läuft über das Kontrollzentrum: von der oberen rechten Ecke nach unten streichen und die Multitasking-Taste antippen. Hält man sie gedrückt, erscheinen die Modi zur Auswahl.
Fenster frei anordnen
In der Fensterverwaltung zieht man eine App am unteren rechten Eck auf die gewünschte Größe. Fenster dürfen sich überlappen, an den Rand gekachelt werden und behalten ihre Position, wenn man später zurückkehrt.
Oben links sitzen die drei Ampelknöpfe zum Schließen, Verkleinern und Anordnen – dieselbe Logik wie am Mac. Über den mittleren Knopf lassen sich Fenster an eine Bildschirmhälfte oder in eine Ecke kacheln, ohne sie von Hand auszurichten.
Die Menüleiste am oberen Rand blendet sich ein, wenn man den Finger an die obere Kante legt und nach unten zieht. Mit Maus oder Trackpad genügt es, den Zeiger an die obere Kante zu führen und kurz zu halten. Unter iPadOS 27 lässt sie sich dauerhaft einblenden, sodass sie auch bei mehreren offenen Fenstern verfügbar bleibt.
Stage Manager für feste Arbeitssets
Der Stage Manager gruppiert Apps zu Sets. Die aktive Gruppe liegt in der Mitte, die übrigen warten als Vorschau in der Seitenleiste und sind mit einem Tipp erreichbar. Typische Gruppen sind „Schreiben” aus Textverarbeitung und Notizen oder „Recherche” aus Browser und Dateien.
Eine Gruppe entsteht, indem man aus dem Dock oder der App-Mediathek eine zweite App auf die aktive Bühne zieht. Einzelne Inhalte lassen sich zusätzlich in einem eigenen Fenster öffnen – in Notizen oder Mail über langes Drücken auf den Eintrag.
Der Stage Manager kam ursprünglich nur für eine Handvoll Modelle und ist inzwischen auf deutlich mehr iPads verfügbar.
Split View und Slide Over
Beide Funktionen existieren weiterhin und sind oft die schnellere Wahl, wenn es nur um zwei Apps geht. Für Split View wird eine App geöffnet, dann eine zweite aus dem Dock an den linken oder rechten Rand gezogen; der Teiler in der Mitte bestimmt das Verhältnis. Wird dieselbe App zweimal geöffnet, lassen sich zwei Dokumente nebeneinander vergleichen.
Slide Over legt eine App als schmales Fenster über die aktive Ansicht. Zum Ausblenden schiebt man sie über den rechten Rand hinaus, zum Zurückholen wischt man von dort wieder herein. Beide Funktionen hat Apple zwischenzeitlich überarbeitet und nachgeschärft.
Inhalte zwischen Apps bewegen
Sobald zwei Apps gleichzeitig sichtbar sind, lassen sich Texte, Bilder, Links und Dateien direkt hinüberziehen, ohne den Umweg über die Zwischenablage. Der markierte Inhalt wird gedrückt gehalten, in die andere App gezogen und dort losgelassen.
Mit einem zweiten Finger lassen sich während des Ziehens weitere Elemente einsammeln und als Stapel übergeben – praktisch, wenn mehrere Bilder in ein Dokument sollen. Die ausführliche Anleitung dazu steht im Beitrag zu Drag & Drop zwischen Apps.
Tastatur, Trackpad und Tastenkürzel
An einer externen Tastatur beschleunigen Tastenkürzel den Wechsel erheblich:
- Befehl + Tabulator – zwischen geöffneten Apps umschalten
- Befehl + H – zurück zum Home-Bildschirm
- Befehl + Leertaste – Suche öffnen
- Befehl gedrückt halten – Liste der Kurzbefehle der aktiven App einblenden
Mit Trackpad lassen sich Fenster wie am Mac greifen, verschieben und an den Kanten skalieren. Unter iPadOS 27 können Kurzbefehle zusätzlich darauf reagieren, dass eine Tastatur angeschlossen oder abgezogen wird – Apple nennt als Beispiel, beim Anschließen die Fensterverwaltung zu aktivieren und zwei Apps nebeneinander zu kacheln.
iPhone-Apps im eigenen Fenster
Apps ohne eigene iPad-Oberfläche liefen bisher in schmaler Telefondarstellung auf schwarzem Grund. Unter iPadOS 27 lassen sie sich drehen und vergrößern und erscheinen in einem regulären Fenster. Die Auswahl möglicher Größen bleibt begrenzter als bei echten iPad-Apps, aber die Apps fügen sich in eine Fensteranordnung ein, statt sie zu unterbrechen.
Gesten und Einstellungen anpassen
Welche Multitasking-Gesten aktiv sind, lässt sich in den Einstellungen unter „Multitasking & Gesten” festlegen. Dort sitzt auch der Schalter für den Stage Manager. Wer Gesten versehentlich auslöst, schaltet einzelne davon ab, ohne die Fensterverwaltung zu verlieren.

Fehlt die Multitasking-Taste im Kontrollzentrum, lässt sie sich über die Einstellungen zum Kontrollzentrum hinzufügen.
Wenn etwas nicht funktioniert
Nicht jede App unterstützt jede Anordnung: Apps mit fester Ausrichtung oder eigener Vollbildlogik – etwa Spiele und Kameraanwendungen – lassen sich nicht immer in ein Fenster zwingen. In solchen Fällen hilft es, die App zu schließen und im Vollbild neu zu öffnen.
Bleibt die Menüleiste unsichtbar, liegt es meist am Modus: Im reinen Vollbild steht sie nicht zur Verfügung. Und wenn sich die Ansicht ungewollt dreht, liegt die Ursache selten am Multitasking – die möglichen Gründe stehen im Beitrag dazu, warum sich der iPad-Bildschirm dreht.
Welche iPads das aktuelle System bekommen
- iPad Pro ab der 4. Generation (M1 und neuer)
- iPad Air ab der 4. Generation (M2 und neuer)
- iPad ab der 9. Generation (A16)
- iPad mini der 6. Generation (A17 Pro)
Ältere Modelle bleiben auf ihrer bisherigen Version und behalten deren Funktionsumfang. Wer ein solches Gerät nutzt, findet Split View, Slide Over und Drag & Drop dort unverändert vor.
Welcher Modus sich im Alltag wirklich lohnt
Die Fensterverwaltung wirkt in der Demonstration am eindrucksvollsten, ist im Alltag aber nicht automatisch die beste Wahl. Wer zwei Apps fest nebeneinander braucht – Recherche links, Text rechts –, fährt mit Split View ruhiger, weil nichts verrutscht und keine Fenster überlappen.
Ihren Vorteil spielt die Fensterverwaltung dort aus, wo drei oder mehr Quellen gleichzeitig im Blick bleiben müssen, und am externen Display. Der Stage Manager wiederum lohnt erst, wenn regelmäßig zwischen festen Arbeitssets gewechselt wird; für gelegentliches Nachschlagen erzeugt er mehr Unruhe, als er spart.
Praktisch heißt das: einen Modus auswählen und ein paar Tage dabei bleiben, statt ständig umzuschalten. Erst dann zeigt sich, ob er zum eigenen Arbeitsablauf passt.
Welcher Modus läuft bei dir im Dauereinsatz – die freie Fensteranordnung oder doch die feste Teilung mit Split View? Schreib uns in die Kommentare, woran dein Aufbau bisher gescheitert ist.
Häufige Fragen: iPad Multitasking
In Split View sind es zwei nebeneinander plus eine dritte schwebend in Slide Over. In der Fensterverwaltung und im Stage Manager lassen sich mehr Fenster gleichzeitig öffnen – wie viele davon sinnvoll nutzbar sind, hängt an der Bildschirmgröße. Auf einem iPad mini wird es ab drei Fenstern eng, auf einem 13-Zoll-Modell arbeiten sich vier noch bequem.
Nicht jede App unterstützt eine geteilte Ansicht. Spiele, Kamera-Apps und Anwendungen mit fester Ausrichtung laufen oft nur im Vollbild. Das liegt an der jeweiligen App, nicht am iPad – ein Update der App kann es ändern, eine Einstellung im System nicht.
Ja. Die Funktion war zwischenzeitlich verschwunden und ist zurückgekehrt, mittlerweile auch überarbeitet. Sie bleibt der schnellste Weg, um kurz in eine zweite App zu springen, ohne die Hauptansicht umzubauen.
Über den linken der drei Punkte am oberen Fensterrand. Bei Split View zieht man den Teiler in der Mitte ganz an den Rand, dann übernimmt die verbleibende App den ganzen Bildschirm. Slide Over verschwindet, indem man das schwebende Fenster über die Seite hinausschiebt.
Nein. Split View, Slide Over und Drag & Drop laufen auch auf älteren Modellen. Für die volle Fensterverwaltung und für den Betrieb eines externen Displays als eigenständige Arbeitsfläche sind leistungsstärkere Modelle nötig – auf schwächeren Geräten wird ein angeschlossener Monitor lediglich gespiegelt.
Ja, und das ist einer der nützlichsten Griffe überhaupt. Zwei Dokumente in derselben Textverarbeitung nebeneinander, zwei Safari-Fenster zum Vergleichen, zwei Notizen zum Abtippen. Bei vielen Apps genügt langes Drücken auf einen Eintrag und die Auswahl, ihn in einem neuen Fenster zu öffnen.
Das System merkt sich Anordnungen pro App-Gruppe, nicht als festes Layout über einen Neustart hinweg. Wer eine bestimmte Konstellation regelmäßig braucht, legt sie am besten als Kurzbefehl an – der kann die beteiligten Apps öffnen und nebeneinander anordnen.





