Apple war über viele Jahre der mit Abstand prägendste Kunde der globalen Halbleiterindustrie. Die enge Zusammenarbeit mit TSMC legte den Grundstein für das moderne Foundry-Modell und ermöglichte immer neue Fertigungstechnologien. Ein aktueller Bericht zeigt jedoch, dass sich dieses Machtgefüge verschiebt. Der schnelle Aufstieg von KI-Computing verändert, wer neue Chip-Technologien finanziert und wie groß Apples Einfluss auf kommende Fertigungsknoten tatsächlich noch ist.
Der ausführliche Bericht von SemiAnalysis beleuchtet detailliert, wie Apple und TSMC gemeinsam die heutige Struktur der Auftragsfertigung aufgebaut haben. Gleichzeitig wird klar, dass neue, kapitalstarke Kunden aus dem KI-Bereich das bisherige Modell unter Druck setzen. Die Analyse liefert Zahlen, Zeiträume und konkrete Beispiele dafür, wie sich Apples Rolle verändert.
Wie Apple zum wichtigsten TSMC-Kunden wurde
Apple begann bereits 2014 mit dem A8-Chip, sich frühzeitig und in großem Umfang an neuen Fertigungsprozessen von TSMC zu beteiligen. Diese Strategie machte Apple innerhalb weniger Jahre zum wichtigsten Kunden der gesamten Branche. Das Unternehmen war bereit, hohe Anfangskosten zu tragen, Ertragsverbesserungen zu finanzieren und den eigenen jährlichen Produktzyklus eng an die technologische Roadmap von TSMC anzupassen.
Diese Bereitschaft verschaffte TSMC einen entscheidenden Vorsprung gegenüber konkurrierenden Auftragsfertigern. Apple übernahm in den vergangenen zehn Jahren regelmäßig mehr als die Hälfte der Anfangsproduktion jedes neuen Fertigungsknotens. In einzelnen Fällen deckte Apple sogar nahezu die komplette frühe Produktionskapazität ab. Damit finanzierte Apple de facto den Übergang zu immer kleineren und komplexeren Strukturen, zu einem Zeitpunkt, als andere Kunden dieses Risiko nicht tragen konnten.
Apples finanzielle Bedeutung für TSMC
Die Zahlen aus dem Bericht unterstreichen diese Rolle deutlich. Apples jährliche Ausgaben bei TSMC stiegen von rund 2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2014 auf etwa 24 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Parallel dazu wuchs Apples Anteil am Gesamtumsatz von TSMC von einem einstelligen Prozentwert auf zeitweise bis zu 25 Prozent. Über Jahre hinweg war Apple damit der mit Abstand wichtigste Umsatztreiber für die modernsten Fertigungsprozesse.
Der Einfluss von KI-Beschleunigern und neuen Großkunden
Mit dem Aufstieg von KI-Computing hat sich die Kundschaft von TSMC jedoch grundlegend verändert. Eine neue Klasse von Abnehmern, insbesondere Anbieter von KI-Beschleunigern wie NVIDIA, ist heute in der Lage, sehr große Mengen fortschrittlicher Fertigungskapazitäten abzunehmen. Diese Unternehmen benötigen modernste Chips für Rechenzentren und KI-Workloads und können die hohen Kosten ebenfalls tragen.
In der Folge hat sich die Umsatzstruktur von TSMC deutlich verschoben. Smartphones stellten früher fast die Hälfte des Umsatzes dar. Dieser Anteil ist zurückgegangen, da Hochleistungsrechner und KI-Anwendungen stark gewachsen sind und inzwischen das größte Segment bilden. Apple bleibt zwar der größte Einzelkunde nach Umsatz, ist aber nicht mehr der einzige Akteur, der neue Kapazitäten in großem Stil finanzieren kann.
Folgen für kommende Fertigungsknoten
Diese Verschiebung macht sich laut SemiAnalysis bereits bei den nächsten Technologien bemerkbar. Der Anteil von Apple an der frühen Produktion der N2- und A16-Knoten von TSMC wird voraussichtlich geringer ausfallen als bei früheren Generationen. Besonders der A16-Knoten ist stärker auf Hochleistungsrechner ausgelegt und weniger auf klassische mobile Produkte wie Smartphones.
Dadurch verliert Apple bei diesen frühen Phasen an Einfluss, da andere Kunden einen größeren Teil der anfänglichen Kapazitäten belegen. Das markiert einen klaren Unterschied zu früheren Knoten, bei denen Apple nahezu allein die frühe Produktion dominierte.
Mögliche Rückkehr zu stärkerem Einfluss bei späteren Knoten
Nach dem Modell von SemiAnalysis stärkt Apple seine Position jedoch bei späteren Fertigungsknoten wie A14 wieder. Diese Knoten sind von Anfang an so ausgelegt, dass sie sowohl mobile Geräte als auch Hochleistungsprodukte unterstützen. In diesem Szenario steigt Apples Anteil an den frühen Kapazitäten erneut, da iPhone- und Mac-Chips wieder zu den wichtigsten Umsatztreibern zählen.
Apple kann hier erneut seine Stärken ausspielen, indem große Stückzahlen aus einem breiten Produktportfolio abgerufen werden. Dadurch wird der Einfluss auf die Auslastung und Wirtschaftlichkeit dieser Fertigungsknoten wieder größer.
Diversifizierung der Lieferkette
Obwohl Apple für seine modernsten Chips weiterhin stark auf TSMC angewiesen ist, prüft das Unternehmen laut SemiAnalysis Alternativen für weniger risikoreiche Komponenten und bestimmte Kategorien von Chips. Ziel ist es, die eigene Lieferkette zu diversifizieren, ohne dabei die Flaggschiffprodukte zu gefährden.
Als mögliche Option wird der kommende 18A-P-Prozess von Intel genannt. Dieser könnte für ausgewählte Apple-Siliziumchips infrage kommen, ohne dass es zu Störungen bei den wichtigsten Produkten kommt.
Apples Einfluss bleibt groß, ist aber nicht mehr allein entscheidend
Der Bericht von SemiAnalysis zeigt, dass Apple seine zentrale Rolle in der Halbleiterindustrie nicht verloren hat, sich der Einfluss auf TSMC jedoch verändert. Der Aufstieg von KI-Computing hat neue finanzstarke Kunden hervorgebracht und die Abhängigkeit von einem einzelnen Großkunden reduziert. Apple bleibt der größte Einzelkunde von TSMC, muss sich aber künftig Einfluss, Kapazitäten und technologische Prioritäten stärker mit anderen Akteuren teilen. (Bild: monsit / DepositPhotos.com)
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