Apple hat sein Support-Dokument zu Vintage- und veralteten Produkten aktualisiert. Das iPhone X und das 15-Zoll-MacBook-Pro von 2018 rücken damit in die härtere der beiden Kategorien. Für Besitzer heißt das: Reparaturen über Apple und autorisierte Werkstätten fallen weg – mit einer Ausnahme, die den Mac betrifft.
Für das iPhone X ist es der zweite Schritt innerhalb von zwei Jahren. Bereits im Juli 2024 rückte das Modell zusammen mit HomePod und den ersten AirPods auf die Vintage-Liste, womit Reparaturen nur noch bei vorhandenen Teilen möglich waren.
Diese Übergangsphase ist nun beendet. Apple führt beide Geräte in der aktualisierten Fassung seines Support-Dokuments nun als veraltet – im Dokument selbst steht der sperrige Begriff „abgekündigt“, englisch „obsolete“.
Das Wichtigste in Kürze
- iPhone X und 15-Zoll-MacBook-Pro von 2018 wechseln von der Vintage-Liste auf die Liste veralteter Produkte
- Apple und autorisierte Werkstätten stellen den Hardwareservice damit vollständig ein, Ersatzteile lassen sich nicht mehr bestellen
- Beim MacBook Pro bleibt ein Akkutausch unter Umständen bis zu zehn Jahre nach Verkaufsende möglich
- Das iPhone X endet softwareseitig bei iOS 16.7.16, das MacBook Pro bei macOS 15.7.7
- Für künftige Geräte schreibt die EU inzwischen sieben Jahre Ersatzteilverfügbarkeit vor – rückwirkend gilt das nicht
Was Apple zwischen Vintage und veraltet unterscheidet
Beide Begriffe hängen am Zeitpunkt, zu dem Apple ein Produkt zuletzt verkauft hat, nicht am Kaufdatum des Geräts.
| Status | Zeitraum nach Verkaufsende | Service und Ersatzteile |
|---|---|---|
| Regulär | bis 5 Jahre | uneingeschränkt |
| Vintage | mehr als 5, weniger als 7 Jahre | nur solange Teile vorrätig sind |
| Veraltet | mehr als 7 Jahre | kein Hardwareservice, keine Teilebestellung |
Nach der Übersicht im Apple Support entscheidet über den genauen Zeitpunkt der Einstufung letztlich Apple selbst; die Sieben-Jahres-Marke ist der frühestmögliche Termin, nicht ein automatischer.
Betroffen sind ausschließlich Reparaturen über offizielle Kanäle. Freie Werkstätten arbeiten weiter, greifen dann aber auf Gebrauchtteile oder Nachbauten zurück.
Wo beide Geräte softwareseitig stehen
Das iPhone X kam 2017 auf den Markt und erhielt mit iOS 16 seine letzte große Systemversion; aktuell endet es bei iOS 16.7.16. Sicherheitsaktualisierungen liefert Apple für diesen Stand nur noch unregelmäßig.
Das 15-Zoll-MacBook-Pro von 2018 steht besser da. Es lässt sich bis macOS Sequoia betreiben und liegt derzeit bei Version 15.7.7 – ein Gerät, das ohne Hardwareservice dasteht, aber noch ein unterstütztes Betriebssystem fährt.
Diese Kombination ist der eigentliche Knackpunkt. Wer den Mac weiter nutzt, bekommt Software-Updates, aber keine Reparatur mehr.
Die Ausnahme beim MacBook Pro
Für Mac-Notebooks nennt Apple im deutschen Support-Dokument eine Sonderregel: Ein reiner Akkuservice kann bis zu zehn Jahre nach dem letzten Verkaufstag möglich bleiben, sofern die Teile verfügbar sind.
Beim 2018er-Modell bedeutet das ein Zeitfenster, das noch nicht abgelaufen ist. Ein Anspruch entsteht daraus nicht – die Verfügbarkeit entscheidet, und sie sinkt mit jedem Jahr.
Wer ohnehin über einen Akkutausch nachdenkt, sollte das nicht auf die lange Bank schieben. Für alle anderen Defekte bleibt nur der freie Markt.
Was die EU-Regeln künftig ändern
Seit dem 20. Juni 2025 gilt die Ökodesign-Verordnung 2023/1670 für Smartphones und Tablets. Sie verpflichtet Hersteller, Ersatzteile wie Akkus, Displays und Kameras sieben Jahre lang nach dem Verkaufsende bereitzustellen, und zwar mit Lieferfristen von fünf bis zehn Arbeitstagen. Betriebssystem- und Sicherheitsupdates sind für fünf Jahre nach Verkaufsende vorgeschrieben.
Auf das iPhone X wirkt sich das nicht aus. Die Verordnung greift für Geräte, die ab dem Stichtag neu in den EU-Markt kommen – ein Modell von 2017 fällt nicht darunter.
Bemerkenswert ist trotzdem, wie nah sich beide Fristen sind: Was Apple bislang freiwillig als Sieben-Jahres-Grenze handhabt, ist für neue Geräte inzwischen europäisches Recht. Der Unterschied liegt in der Verbindlichkeit, nicht in der Dauer.
Warum die Einstufung mehr über Software als über Hardware sagt
Ein neunjähriges iPhone ist selten noch im täglichen Einsatz, ein achtjähriges MacBook durchaus. Genau deshalb wiegt die Einstufung beim Mac schwerer – dort trifft sie Geräte, die technisch noch mithalten und ein aktuelles System fahren.
Wir erwarten, dass sich dieses Muster verschärft, weil Apple die Systemunterstützung für Intel-Macs zuletzt gestreckt hat, während die Hardwarefristen unverändert laufen. Die Lücke zwischen „läuft noch“ und „wird nicht mehr repariert“ wird damit größer, nicht kleiner.
Für den Wiederverkaufswert ist die Einstufung ein Einschnitt, weil ein Defekt ab jetzt praktisch einem Totalschaden gleichkommt. Wer eines der beiden Geräte noch im Haushalt hat, sollte spätestens jetzt entscheiden, ob es Zweitgerät bleibt oder ersetzt wird.
Nutzt du noch ein iPhone X oder ein MacBook Pro aus dieser Generation – und würdest du es reparieren lassen, wenn eine freie Werkstatt das übernimmt? Schreib uns, wie lange deine Geräte bei dir im Einsatz bleiben. (Bild: Apple)
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