Apples Video-App für Profis sieht nach dem Update anders aus und kann mehr. Mit dem iPhone 18 Pro lässt sich die Blende jetzt auch in Final Cut Camera steuern, mit iOS 27 kommen Werkzeuge für Aufbauten mit externer Technik hinzu.
Final Cut Camera ist Apples kostenlose App für Videoaufnahmen mit manueller Kontrolle. Vor einem Jahr brachte Version 2.0 ProRes RAW, Genlock und Apple Log 2 für das iPhone 17 Pro. Seit dem 29. September steht Version 2.4 im App Store, wie Apple in einer Mitteilung im Newsroom bekannt gegeben hat.
Im Mittelpunkt steht die variable Blende der Hauptkamera im iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max, die erste auf einem iPhone. Dazu kommen ein neues Design und eine Reihe von Profiwerkzeugen, die iOS 27 voraussetzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Final Cut Camera 2.4 ist ein kostenloses Update mit komplett neu gestalteter Oberfläche.
- Auf dem iPhone 18 Pro lässt sich die Blende manuell setzen, alternativ per Blenden- oder Zeitautomatik.
- Kinomodus-Effekte funktionieren jetzt auch bei regulären Videos, einschließlich ProRes und Apple Log.
- Mit iOS 27 kommen RGB-Parade und Histogramm, ein sauberes SDI-Signal über Konverter und ein Genlock-Offset.
Die Blende wird zur dritten Stellgröße
Bisher ließen sich bei iPhone-Videos Verschlusswinkel und ISO steuern, die Blende war fest. Mit der Fusion Hauptkamera des iPhone 18 Pro ändert sich das. Final Cut Camera erlaubt drei Wege: die Blende fest einstellen, die Blendenautomatik nutzen oder die Zeitautomatik wählen.
Bei der Blendenautomatik gibt man die Verschlusszeit vor und die App regelt die Blende. Bei der Zeitautomatik ist es umgekehrt: Die Blende bleibt fix, und die Belichtung wird über die Verschlusszeit ausgeglichen. Wer die Blende für die Schärfentiefe fest wählen will, greift zur Zeitautomatik. Unabhängig von Final Cut Camera lässt sich die variable Blende auch in der Kamera-App nutzen.
Dazu kommen Kinomodus-Effekte für reguläre Aufnahmen. Das betrifft auch Material in ProRes und Apple Log. Fokuspunkte und Schärfentiefe lassen sich anschließend in Final Cut Pro verändern.
Neue Oberfläche, bessere Kontrolle
Das Design ist von Grund auf neu. Verschlusswinkel, ISO und Weißabgleich liegen schneller im Zugriff. Auf dem iPhone 18 Pro führt inzwischen auch die Kamera-App Weißabgleich, Verschlusszeit und Histogramm als Pro-Steuerungen, auf älteren Modellen bleibt Final Cut Camera dafür der Weg. Dazu kommen anpassbare Overlays: Falschfarben und Clipping-Anzeigen zur Beurteilung der Belichtung sowie ein überarbeitetes Fokus Peaking mit einstellbarer Empfindlichkeit.
Ein neues Aufnahmelicht zeigt an, wann die Kamera läuft. Mit einem Tipp mit zwei Fingern verschwinden die Bedienelemente aus dem Sucher, das Bild bleibt frei.
Was iOS 27 hinzufügt
Drei Funktionen setzen iOS 27 voraus. Die RGB-Parade zeigt Rot, Grün und Blau getrennt an und hilft beim Prüfen von Farbbalance und Belichtung, ergänzt durch ein Histogramm. Solche Videoscopes kennt man sonst von externen Monitoren oder aus dem Schnittprogramm.
Clean SDI Out gibt über einen HDMI-auf-SDI-Konverter ein Signal ohne eingeblendete Bedienelemente aus. Das ist für Streaming in Broadcast-Qualität gedacht, wo SDI die übliche Verbindung ist. Der Genlock-Offset schließlich gleicht Bildartefakte beim Filmen von Displays aus, ebenso Latenzunterschiede zwischen einem iPhone und anderen per Genlock synchronisierten Kameras.
| Funktion | Voraussetzung laut Apple |
|---|---|
| Neues Design, Overlays, Aufnahmelicht | Final Cut Camera 2.4 |
| Blende manuell, Blenden- und Zeitautomatik | iPhone 18 Pro |
| Kinomodus-Effekte für reguläre Videos | im Zusammenhang mit dem iPhone 18 Pro genannt |
| RGB-Parade und Histogramm | iOS 27 |
| Clean SDI Out | iOS 27, HDMI-auf-SDI-Konverter |
| Genlock-Offset | iOS 27, Genlock-Aufbau |
Genlock selbst ist nicht neu. Apple hatte die Unterstützung mit dem iPhone 17 Pro und Final Cut Camera 2.0 eingeführt, sie setzt passende Zusatzhardware voraus. Der Offset ist die Feinjustierung dafür.
Die App wird zum Monitor
Ich halte die iOS-27-Funktionen für den größeren Schritt, auch wenn die Blende die Schlagzeile trägt. Die Blende betrifft nur die neuen Pro-Modelle. RGB-Parade, sauberes SDI-Signal und Genlock-Offset richten sich dagegen an Aufbauten, in denen ein iPhone neben anderen Kameras steht und von außen überwacht wird. Final Cut Camera rückt damit weiter vom Aufnahme-Werkzeug zum Baustein in Produktionen mit mehreren Kameras.
Für Hobbyfilmer ändert sich dagegen wenig. Wer ohne Konverter und Genlock-Hardware dreht, profitiert vor allem von der neuen Oberfläche und – mit einem iPhone 18 Pro – von der Blende. Wer viel in ProRes aufnimmt, sollte auf dem neuen Pro-Modell den Pro Video-Speicher für ProRes einrichten, bevor längere Aufnahmen anstehen.
Apples Videowerkzeuge wachsen zusammen
Das Update passt zu einer Linie, die Apple seit dem Start der App verfolgt: Die Kamerafunktionen der Pro-iPhones landen in Final Cut Camera, bearbeitet wird in Final Cut Pro. Mit den Kinomodus-Effekten für ProRes- und Log-Material greifen beide Seiten jetzt enger ineinander.
Nutzt du Final Cut Camera oder reicht dir die Kamera-App – und wäre die Blendensteuerung für dich ein Grund, auf das iPhone 18 Pro zu wechseln? Erzähl uns in den Kommentaren, womit du filmst.





