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Das neue iPad mini gibt es erstmals mit Nanotexturglas, und auf dem kleinen Lesetablet klingt das nach einer naheliegenden Idee. In Deutschland und Österreich kostet die Option allerdings 130 Euro, und das Basismodell bleibt außen vor. Ob sich das rechnet, hängt vor allem davon ab, wo das Gerät genutzt wird.
Mit dem iPad mini mit A20 Pro bringt Apple OLED in die kleine Reihe und bietet dazu ein Display mit Nanotexturglas an, das es beim Vorgänger mit A17 Pro noch nicht gab. Ab dem 6. November ist das Gerät im Handel, weitere Beiträge bündelt die Seite zum iPad mini.
Die technischen Angaben stammen aus Apples Datenblatt und der Mitteilung zum iPad mini, die Preise aus den Apple Stores in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dazu kommen die ersten Testberichte, deren Urteile zum Glas auseinandergehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Nanotexturglas gibt es beim iPad mini nur mit 256 oder 512 GB, das Modell mit 128 GB bleibt außen vor.
- Mit 256 GB kostet das iPad mini in Deutschland ab 879 Euro, mit Nanotexturglas ab 1.009 Euro.
- Das Glas streut das Umgebungslicht und reduziert so Blendeffekte, die Helligkeit des Displays erhöht es nicht.
- Mehrere Tests loben die Wirkung bei hellem Licht, beim Einfluss auf das OLED-Bild gehen die Urteile auseinander.
- Ein Poliertuch liegt bei, zum Reinigen gelten eigene Regeln.
Was das Glas macht
Nanotexturglas ist im Nanometerbereich geätztes Glas. Laut Apple streut es das Umgebungslicht, statt es zu reflektieren, und reduziert dadurch Blendeffekte. Als Einsatzorte nennt Apple die Arbeit im Freien, Reisen und das kreative Arbeiten unterwegs.
Das Display wird dadurch nicht heller. Es bleibt bei maximal 600 Nits für SDR-Inhalte und 1.200 Nits Spitze bei HDR-Inhalten, das Glas reduziert die Spiegelungen. Auch das Standardglas hat eine Antireflex-Beschichtung.
Der Preis: 130 Euro plus der Zwang zu mehr Speicher
Bei der Rechnung zählen zwei Stufen. Weil das Modell mit 128 GB ausscheidet, beginnt das iPad mini mit Nanotexturglas nicht beim Einstiegspreis, sondern beim 256-GB-Modell.
| Wi-Fi-Modell | DE/AT | CH |
|---|---|---|
| 128 GB, Standardglas | ab 749 € | ab CHF 679 |
| 256 GB, Standardglas | ab 879 € | ab CHF 779 |
| 256 GB, Nanotexturglas | ab 1.009 € | ab CHF 879 |
Bei gleichem Speicher liegt der Aufpreis damit in Deutschland und Österreich bei 130 Euro, in der Schweiz bei 100 Franken. Gegenüber dem günstigsten iPad mini sind es 260 Euro beziehungsweise 200 Franken, dafür gibt es allerdings auch den doppelten Speicher.
Beim iPad Pro setzt Apple für Nanotexturglas sogar 1 TB oder 2 TB voraus, und das Gerät beginnt schon ohne sie bei 1.299 Euro. Im Vergleich dazu ist der Einstieg beim iPad mini niedrig.
Was die ersten Tests sagen
Die Wirkung gegen Spiegelungen bestätigen drei Berichte. Engadget beschreibt das iPad mini mit einer hellen Lichtquelle in der Nähe als deutlich besser nutzbar, nennt die Option aber auch teuer. TechRadar hält die Kombination aus OLED und Nanotextur für gelungen und das Glas bei direkter Sonne für besonders nützlich, hat beide Gläser aber nicht direkt verglichen. Auch 9to5Mac sieht weniger Spiegelungen in vielen Lichtsituationen.
Beim Bild selbst gehen die Urteile auseinander. Apple verspricht, dass bei Kontrast und Farbgenauigkeit keine Kompromisse nötig sind. 9to5Mac bemerkt einen kleinen Verlust an Farbbrillanz gegenüber glänzendem OLED, hält ihn aber für sehr gering. Gizmodo würde das Gerät lieber ohne das Glas nehmen, weil es einige der besten Eigenschaften von OLED dämpfe.
Besonders gut passt das Glas aus Sicht von 9to5Mac zum Lesen: Dünneres und leichteres Gehäuse, Nanotexturglas und Wasserschutz machen das iPad mini dort zum überzeugendsten E-Reader unter den iPads.
Reinigung: Das Poliertuch liegt bei
Zum Modell mit Nanotexturglas gehört ein Poliertuch. Apples aktuelle Reinigungsanleitung für Nanotexturglas nennt neben dem Poliertuch auch andere Mikrofasertücher für Displays und Stoff aus Baumwolle und Elastan. Bei hartnäckigen Flecken darf das Tuch gelegentlich mit 70-prozentigem Isopropylalkohol angefeuchtet werden.
Das iPad mini steht noch nicht in der Liste der Anleitung. Apple schreibt aber, dass sich die Nanotextur zwar je Produkt unterscheidet, die Reinigungsmethoden jedoch dieselben sind.
Für wen sich das Glas rechnet
Ich halte das Nanotexturglas beim iPad mini für sinnvoller als bei den meisten anderen Geräten, weil dieses Tablet tatsächlich überall benutzt wird: auf der Parkbank, im Zug, im Flugzeug am Fenster. Liest du viel unterwegs oder arbeitest du oft in hellen Räumen mit Fensterflächen und Deckenlicht, sind 130 Euro gut angelegt.
Anders sieht es aus, wenn das Gerät vor allem abends auf dem Sofa läuft. Dort gibt es wenig zu spiegeln, und wer für Serien und Fotos gerade wegen OLED zum neuen Modell greift, bekommt mit dem glänzenden Display das unmittelbarere Bild. Dann lassen sich die 130 Euro sparen.
Wer ohnehin 256 GB gekauft hätte, trifft die Entscheidung leichter. Wer eigentlich mit 128 GB auskommt, zahlt für das Glas gleich doppelt mit. Welches iPad überhaupt passt, klärt die iPad-Kaufberatung, und zum etwas größeren Schwestermodell zeigt der Vergleich mit dem iPad Air die Unterschiede.
Wo würdest du dein iPad mini vor allem nutzen: draußen und unterwegs, wo die 130 Euro zählen, oder auf dem Sofa, wo glänzendes OLED seine Stärken ausspielt? Schreib uns in den Kommentaren, an welchem Ort dich Spiegelungen auf dem Tablet am meisten stören.
Häufige Fragen: iPad mini mit Nanotexturglas
In Deutschland und Österreich kostet das Wi-Fi-Modell mit 256 GB und Nanotexturglas ab 1.009 Euro, in der Schweiz ab 879 Franken. Mit Standardglas sind es ab 879 Euro beziehungsweise ab 779 Franken.
Nein. Apple bietet das Nanotexturglas beim iPad mini nur für die Modelle mit 256 GB oder 512 GB an.
Das Glas streut das Umgebungslicht, statt es zu reflektieren, und reduziert dadurch Blendeffekte. Das hilft vor allem draußen und in hellen Räumen. Die Spitzenhelligkeit liegt mit beiden Gläsern bei bis zu 1.200 Nits.
Apple spricht von keinen Kompromissen bei Kontrast und Farbgenauigkeit. Die ersten Berichte sind sich nicht einig: 9to5Mac bemerkt einen sehr geringen Verlust an Farbbrillanz, Gizmodo würde das Gerät lieber ohne das Glas nehmen.
Ja, bei der Option mit Nanotexturglas gehört ein Poliertuch zum Lieferumfang. Bei den Modellen mit Standardglas ist es nicht dabei.
Apple nennt das Poliertuch, andere Mikrofasertücher für Displays und Stoff aus Baumwolle und Elastan. Bei hartnäckigen Flecken darf das Tuch gelegentlich mit 70-prozentigem Isopropylalkohol angefeuchtet werden. Das iPad mini steht noch nicht in Apples Geräteliste, die Methoden sind laut Apple aber bei allen Produkten dieselben.
Vor allem für alle, die viel unterwegs lesen oder oft in hellen Umgebungen arbeiten. Läuft das Gerät dagegen hauptsächlich abends zu Hause, dürfte das Standardglas die bessere Wahl sein.





