Zwei Uhren, ein Chip, dieselben Gesundheitssensoren – und trotzdem 450 Euro Abstand zwischen den Einstiegsmodellen. Der Aufpreis für die Ultra 4 steckt fast vollständig in Akku, Gehäuse und Wasserschutz. Wer allerdings zur Series 12 in Titan greift, landet nur 50 Euro darunter.
Am 18. September kommen beide Modelle in den Handel, beide laufen mit watchOS 27 und beide tragen denselben S11-Chip. Der Unterschied liegt nicht mehr in der Rechenleistung und auch nicht bei den Gesundheitsfunktionen: Das neue System zur Gesundheitserkennung sitzt in beiden Uhren, samt Herzfrequenzmessung alle fünf Sekunden und Tagesform-Bewertung. Wer sich zwischen beiden entscheidet, entscheidet über Bauhöhe, Laufzeit und Einsatzbereich – und in einer bestimmten Ausstattung über erstaunlich wenig Geld.
Das Wichtigste in Kürze
- Beide Uhren nutzen den S11-Chip, 64 GB Speicher und dasselbe System zur Gesundheitserkennung.
- Die Ultra 4 hält im Alltag bis zu 50 Stunden durch, die Series 12 bis zu 24 – ein Plus von rund 108 Prozent.
- Die Ultra 4 wiegt 63 Gramm, die Series 12 je nach Material zwischen 31,5 und 52,9 Gramm.
- Beim Wasserschutz trennen sich die Wege: 100 Meter und Sporttauchen bis 40 Meter gegen 50 Meter und Schnorcheln.
- Preislich liegt die Ultra 4 nur 50 Euro über der Series 12 in Titan mit 46 Millimetern – und 150 Euro unter der Keramikvariante.
Die technischen Daten im Vergleich
| Merkmal | Apple Watch Series 12 | Apple Watch Ultra 4 |
|---|---|---|
| Gehäuse | 42 und 46 mm, Aluminium, Titan oder Keramik | 49 mm, nur Titan |
| Bauhöhe | 9,7 mm (Aluminium, Titan), 9,85 mm (Keramik) | 12 mm |
| Gewicht | 31,5 bis 52,9 g | 63,0 g (Natur), 63,1 g (Schwarz) |
| Frontglas | Ceramic Shield 2 (Aluminium), Saphir (Titan, Keramik) | flaches Saphirglas |
| Anzeigebereich | 970 mm² (42 mm), 1.196 mm² (46 mm) | 1.245 mm² |
| Spitzenhelligkeit | 2.000 Nits | 3.000 Nits |
| Chip | S11, 64-Bit Dual-Core, 4-Core Neural Engine | S11, 64-Bit Dual-Core, 4-Core Neural Engine |
| Bedienelemente | Digital Crown, Seitentaste | Digital Crown, Seitentaste, anpassbare Actiontaste |
| Akku, normale Nutzung | bis zu 24 Std. | bis zu 50 Std. |
| Stromsparmodus | bis zu 38 Std. | bis zu 84 Std. |
| Outdoor-Training | bis zu 10 Std. | bis zu 18 Std., verlängert 25 Std., maximal verlängert 45 Std. |
| Schnellladen | 15 Min. für bis zu 12 Std. | 15 Min. für bis zu 18 Std. |
| Wasserschutz | 50 m nach ISO 22810:2010, Tiefenmesser bis 6 m | 100 m nach ISO 22810:2010, EN13319 bis 40 m, MIL-STD 810H |
| Ortung | präzises L1 GPS | präzises Dual-Frequenz-GPS |
| Audio | ein Lautsprecher, ein Mikrofon | zwei Lautsprecher, drei Mikrofone mit Beamforming, Sirene |
| Mobilfunk | GPS oder GPS + Cellular | ausschließlich Cellular, dazu Satellit |
| Preis in Deutschland | ab 449 Euro | ab 899 Euro |
Wo sich die beiden Reihen preislich überschneiden
Der Abstand von 450 Euro gilt nur zwischen den Einstiegsmodellen – Aluminium, 42 Millimeter, ohne Mobilfunk auf der einen, Titan mit Mobilfunk und Satellit auf der anderen Seite. Sobald bei der Series 12 hochwertigere Materialien ins Spiel kommen, schrumpft die Lücke.
| Ausführung | Preis |
|---|---|
| Series 12, Aluminium 42 mm | 449 Euro (GPS), 569 Euro (Cellular) |
| Series 12, Aluminium 46 mm | 499 Euro (GPS), 619 Euro (Cellular) |
| Series 12, Titan | 799 Euro (42 mm), 849 Euro (46 mm) |
| Series 12, Keramik | 1.049 Euro (42 mm), 1.099 Euro (46 mm) |
| Ultra 4 | 899 Euro (Alpine Loop, Trail Loop, Ocean Armband), 999 Euro (Milanaise) |
Zwischen der Series 12 in Titan mit 46 Millimetern und der Ultra 4 liegen damit exakt 50 Euro. Die Keramikvariante kostet sogar 150 bis 200 Euro mehr als die Ultra 4 – bei kleinerem Akku, geringerem Wasserschutz und einfacherem GPS. Titan und Keramik gibt es ausschließlich mit Mobilfunk, ebenso wie die gesamte Ultra-Reihe.
Größe und Gewicht am Handgelenk
Die Ultra 4 baut mit 12 Millimetern rund ein Viertel höher als die Series 12 und wiegt 63 Gramm. Gegenüber der 46-Millimeter-Version in Titan sind das 40 Prozent mehr, gegenüber der Aluminiumfassung sogar knapp 60 Prozent.
Was dieser Zuwachs auf dem Display bringt, fällt geringer aus als erwartet: Die Ultra 4 zeigt 1.245 Quadratmillimeter Anzeigefläche, die 46-Millimeter-Series-12 kommt auf 1.196 – ein Unterschied von gut vier Prozent. Deutlich wird der Sprung erst gegenüber der kleinen 42-Millimeter-Fassung mit 970 Quadratmillimetern. Dafür leuchtet die Ultra 4 mit 3.000 statt 2.000 Nits um die Hälfte heller, was bei direkter Sonne den Ausschlag gibt. Beim Armband unterscheiden sich die Reihen ebenfalls: Die Ultra 4 deckt Handgelenke von 130 bis 210 Millimetern ab, die Series 12 je nach Gehäusegröße 130 bis 200 oder 140 bis 245 Millimeter.
Der Akku ist der eigentliche Trennstrich
Bei der Laufzeit liegen keine Nuancen zwischen den Modellen, sondern Faktoren. Die Ultra 4 kommt auf bis zu 50 Stunden bei normaler Nutzung, die Series 12 auf 24 – gut doppelt so lang. Im Stromsparmodus stehen 84 gegen 38 Stunden.
Noch klarer wird es beim Sport: zehn Stunden Outdoor-Training bei der Series 12 gegen 18 Stunden bei der Ultra 4, die im verlängerten Modus auf 25 und im maximal verlängerten Modus auf 45 Stunden kommt. Dieser letzte Wert hat allerdings einen Preis: Die Uhr schaltet dabei in den Stromsparmodus, Mitteilungen und Zwischenzeiten fallen weg. Auch beim Nachladen bleibt der Abstand: 15 Minuten am Ladegerät ergeben bei der Ultra 4 bis zu 18 Stunden, bei der Series 12 bis zu 12.
Wasser, Robustheit und Navigation
Hier verläuft die Grenze am schärfsten. Die Series 12 ist bis 50 Meter wassergeschützt und laut Apple für Schwimmen und Schnorcheln bis sechs Meter gedacht, ausdrücklich nicht fürs Sporttauchen. Die Ultra 4 ist bis 100 Meter geschützt, nach EN13319 fürs Sporttauchen bis 40 Meter zertifiziert und erfüllt zusätzlich MIL-STD 810H.

Weniger beachtet, aber im Gelände entscheidend: Apple gibt für die Ultra 4 eine maximale Betriebshöhe von 9.000 Metern an und nennt zusätzlich eine Betriebstemperatur am Handgelenk von –20 bis 55 Grad. Für die Series 12 stehen dort 3.000 Meter und eine Betriebstemperatur von 0 bis 35 Grad. Dazu kommen die Bedienelemente: Nur die Ultra-Reihe hat die anpassbare Actiontaste, die Sirene und den Nachtmodus für die Ultra-Zifferblätter.
Dazu kommt die Ortung: Die Ultra 4 nutzt präzises Dual-Frequenz-GPS, die Series 12 arbeitet mit präzisem L1-GPS. In engen Häuserschluchten und unter Baumkronen ist das der praktisch spürbare Unterschied. Und nur die Ultra-Reihe bietet die Satellitenverbindung für Notruf SOS und „Wo ist?“, die Apple ab der Ultra 3 für zwei Jahre nach Aktivierung ohne Zusatzkosten bereitstellt. Wer die Ultra 4 kauft, kauft damit zwangsläufig ein Mobilfunkmodell – eine reine GPS-Variante gibt es nicht. Was das im Alltag bedeutet, klärt der Vergleich von GPS- und Cellular-Modellen.
Was beide Uhren teilen
Die Liste der Gemeinsamkeiten ist in diesem Jahr länger als sonst. Beide Modelle tragen den S11-Chip mit 4-Core Neural Engine und 64 GB Speicher, beide bekamen mehr Arbeitsspeicher als ihre Vorgänger, und beide nutzen dasselbe neue Sensorpaket: elektrischer Herzsensor der dritten Generation, immer aktiver optischer Herzsensor, Blutsauerstoff- und Temperatursensor.

Auch die neuen Softwarefunktionen sind identisch – Tagesform-App mit einem Wert von 0 bis 10, hochfrequente Herzfrequenzmessung im Hintergrund, HFV bei Erholung, Bluthochdruck-Mitteilungen, Schlafapnoe-Mitteilungen und die Audio-Intelligence-Funktionen. Wer also wegen der Gesundheitsdaten zur teureren Uhr greifen will, findet dafür in diesem Jahr kein Argument.
Für wen sich welche Uhr rechnet
Die Ultra 4 lohnt sich, wo ihre drei echten Vorteile zusammenkommen: mehrtägige Laufzeit ohne Ladegerät, Tauchen jenseits des Schnorchelns und Navigation in schwierigem Gelände. Für Mehrtagestouren, Triathlon oder Tauchgänge ist sie die einzige der beiden, die technisch überhaupt in Frage kommt.
Eine andere Frage ist, ob sich der Wechsel vom eigenen Modell überhaupt lohnt – das beantworten die Generationsvergleiche Series 12 gegen Series 11 und Ultra 4 gegen Ultra 3 genauer.
Für alle anderen ist die Series 12 die vernünftigere Wahl – mit einer Ausnahme, die in keiner Werbebroschüre steht. Wer ohnehin Titan mit 46 Millimetern und Mobilfunk ins Auge fasst, zahlt für die Ultra 4 nur 50 Euro mehr und bekommt dafür die doppelte Laufzeit, den doppelten Wasserschutz und das bessere GPS. Und wer die Keramikvariante erwägt, sollte sich vorher fragen, ob ihm die Optik 150 bis 200 Euro Aufpreis gegenüber der leistungsfähigeren Ultra 4 wert ist. Umgekehrt gilt: Wenn du eine kleine, leichte Uhr suchst, ist die Aluminiumfassung mit 42 Millimetern und 31,5 Gramm konkurrenzlos – die Ultra 4 wiegt das Doppelte.
Wo verläuft für dich die Grenze: Reicht die Laufzeit der Series 12 für deinen Alltag, oder wären dir die 50 Euro Aufpreis vom Titanmodell zur Ultra 4 die längere Laufzeit wert? Schreib uns in die Kommentare, welche Ausführung es bei dir geworden ist.
Häufige Fragen: Apple Watch Series 12 vs. Ultra 4
Er lohnt sich, wenn Laufzeit, Tauchen oder Navigation im Gelände zählen. Gegenüber der Aluminium-Series-12 sind es 450 Euro Unterschied, gegenüber der Titanvariante mit 46 Millimetern nur noch 50 Euro – und in dieser Konstellation spricht fast alles für die Ultra 4.
Apple gibt für die Series 12 bis zu 24 Stunden bei normaler Nutzung an, für die Ultra 4 bis zu 50. Im Stromsparmodus sind es 38 gegen 84 Stunden. Beim Outdoor-Training stehen zehn Stunden gegen 18, die sich bei der Ultra 4 im maximal verlängerten Modus auf 45 Stunden strecken lassen – dann allerdings ohne Mitteilungen und Zwischenzeiten.
Nein. Sie ist bis 50 Meter wassergeschützt und laut Apple für Schwimmen und Schnorcheln bis sechs Meter gedacht, ausdrücklich nicht fürs Sporttauchen. Dafür braucht es die Ultra 4 mit 100 Metern Wasserschutz und EN13319-Zertifizierung bis 40 Meter.
Nein, die gesamte Ultra-Reihe ist ausschließlich als Mobilfunkmodell erhältlich. Bei der Series 12 gibt es die Aluminiumvariante wahlweise mit GPS oder mit GPS und Mobilfunk; Titan und Keramik gibt es nur mit Mobilfunk.
Ja. Beide tragen das neue System zur Gesundheitserkennung mit elektrischem Herzsensor der dritten Generation, immer aktivem optischem Herzsensor, Blutsauerstoff- und Temperatursensor. Auch Tagesform-App, EKG, Bluthochdruck-Mitteilungen und Schlafapnoe-Mitteilungen sind identisch.
Weniger, als das größere Gehäuse vermuten lässt: 1.245 gegen 1.196 Quadratmillimeter im Vergleich zur 46-Millimeter-Series-12, also gut vier Prozent. Gegenüber der 42-Millimeter-Fassung mit 970 Quadratmillimetern sind es rund 28 Prozent. Heller ist die Ultra 4 mit 3.000 statt 2.000 Nits.
Nein, die Satellitenverbindung für Notruf SOS und „Wo ist?“ bleibt der Ultra-Reihe vorbehalten. Apple stellt sie ab der Ultra 3 für zwei Jahre nach Aktivierung ohne Zusatzkosten bereit.



