Am Dienstag stellte Apple zwei neue Desktop-Macs vor, am Mittwoch folgte die Einladung für den 9. September. Beworben wird der Mac mini mit vervierfachter KI-Leistung. Die Zahl, die Käufer hierzulande härter trifft, steht im Konfigurator.
Die Woche vom 24. bis zum 30. August hatte zwei Schwerpunkte, die kaum unterschiedlicher hätten ausfallen können. Auf der einen Seite ein Hardware-Doppelstart ohne Bühne: Mac mini und Mac Studio kamen per Mitteilung in den Store, dazu zwei neue Chips. Der M6 ist Apples erster Prozessor aus 2-nm-Fertigung, während der M5 Ultra vier Dies zu einem Chip verbindet – ein technischer Sprung, wie ihn die Mac-Reihe selten in einem einzigen Anlauf gemacht hat.
Auf der anderen Seite steht der Termin, auf den das Jahr zuläuft. Einen Tag nach den neuen Macs verschickte Apple die Einladung für das September-Event. Dazwischen liefen zwei Gerichtsverfahren weiter, ein Streamingpreis stieg in vier Märkten, und ein Zubehörteil wurde deutlich günstiger.
🔥 Story der Woche: Zwei Desktop-Macs und zwei neue Chips an einem Tag
Der neue Mac mini kommt mit M6 und M5 Pro, Neural Accelerators in jedem GPU-Kern und Wi-Fi 7. Apple nennt für den M6 bis zu 40 Prozent mehr CPU-Leistung, doppelt so schnelle Grafik und die vierfache KI-Leistung – gemessen gegen einen M4 mit 32 GB Arbeitsspeicher und 2 TB SSD. Die Neural Engine verdoppelt ihre Kernzahl, die Speicherbandbreite steigt auf 170 GB/s.
Beim größeren Gerät fällt der Sprung anders aus. Der Mac Studio bekommt M5 Max und M5 Ultra, bis zu 80 GPU-Kerne und die 512-GB-Speicheroption zurück, die Apple während der Speicherknappheit aus dem Konfigurator genommen hatte. Diese Stufe setzt allerdings den Vollausbau mit 36 CPU- und 80 GPU-Kernen voraus und wird erst ab Ende Oktober ausgeliefert.
Bemerkenswert ist die Chip-Mischung: Im kleineren Gerät steckt die neuere Generation, im größeren die stärkere. Ein M6 im Mac mini ist damit nicht automatisch schneller als ein M5 Max im Mac Studio – die Generationsnummer sagt hier nichts über die Leistungsklasse.
Preislich reicht die neue Desktop-Palette von 1.049 bis 6.599 Euro. Der Mac Studio mit M5 Max startet bei 2.999 Euro und damit exakt dort, wo zuletzt die M4-Max-Variante stand – in einem Jahr mit mehreren Preisrunden eine Seltenheit. Beim Ultra sind es 6.599 statt zuletzt 6.299 Euro. Wo die Grenze zwischen beiden Gehäusen verläuft, hängt weniger am Chip als am Arbeitsspeicher: Der Mac mini endet bei 64 GB, beim Mac Studio geht es bis 512 GB, dafür schluckt er im Spitzenfall 480 statt 155 Watt.
📰 Was sonst wichtig war
Der Termin steht. Apple lädt für Mittwoch, den 9. September, ins Steve Jobs Theater, Beginn ist um 19 Uhr MESZ. Das Motto der Einladung lautet „Surprise and shine“, erwartet werden iPhone 18 Pro und iPhone Ultra. Für den Vorbestelltag lohnt ein Blick auf 2015: Damals lag der Kalender identisch, und Apple ließ die Bestellungen erst am Samstag darauf starten. Der 11. September 2026 ist der 25. Jahrestag der Anschläge.
Zweimal Justiz, zweimal nur ein Zwischenschritt. In New Jersey wies das Gericht am 26. August den Antrag des Justizministeriums auf Wiedererwägung ab, womit Apple weiter Zugriff auf Akten von 14 US-Behörden behält. In Kalifornien legte die Gegenseite ihren abschließenden Schriftsatz vor: OpenAI verlangt die endgültige Abweisung von Apples Klage, verhandelt wird am 1. Oktober in San José. In beiden Fällen ging es um Formalien, nicht um die Sache selbst.
Der Streamingdienst wird teurer, aber nicht überall. Apple hebt den Monatspreis für Apple TV auf 14,99 Dollar an – betroffen sind die USA, Brasilien, Chile und Mexiko. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich nichts. Der deutsche Preis steht seit Oktober 2023, während die USA seither zweimal nachgelegt haben.
Ein Apple-Produkt wird billiger. Das Poliertuch kostet in Deutschland nur noch 10 statt 25 Euro, obwohl die Produktbeschreibung im Store wortgleich der von 2021 entspricht. Was sich am Tuch selbst geändert hat, zeigt erst der direkte Vergleich beider Generationen nebeneinander.
Cooks Amtszeit geht ins Ziel. Am Samstag ist die Bilanz seiner 15 Jahre an der Spitze von Apple erschienen. Sein letzter Arbeitstag als CEO ist der kommende Montag.
💡 Gerücht der Woche: Rot als dritte Farbe für das faltbare iPhone
Ein Leak zeigt drei Farbvarianten des iPhone Ultra, darunter eine rote. Der Leaker gilt als treffsicher, die Bilder selbst werfen allerdings Fragen auf – und der Zeitpunkt passt schlecht ins Bild. Eine dritte Farbe wenige Wochen vor der Vorstellung müsste in der Fertigung längst in großer Stückzahl angelaufen sein, Hinweise darauf gibt es aus der Lieferkette bislang nicht. Sollte sich der Leak bestätigen, wäre Rot die erste kräftige Farbe im Spitzenmodell seit Jahren.
📊 Zahl der Woche: sechs Prozent
So groß ist der Anteil, den ein einzelnes Modell am gesamten Weltmarkt für Smartphones hält: Das iPhone 17 war im zweiten Quartal das meistverkaufte Smartphone der Welt, Apple stellt die kompletten Top 3 und fünf der zehn meistverkauften Modelle. Bemerkenswert ist der Kontrast zum Umfeld: Der Gesamtmarkt schrumpfte um elf Prozent, Apple legte um fünf Prozent zu.
👎 Flop der Woche: 256 GB im Einstieg
Auf dem Papier kostet der neue Mac mini 100 Euro mehr als der alte, 1.049 statt 949 Euro. Der Vergleich hat nur einen Haken: Die 949 Euro galten für ein Modell mit 512 GB SSD, weil Apple die 256-GB-Variante im Mai 2026 ersatzlos gestrichen hatte. Der neue Einstieg bringt wieder nur 256 GB mit, und die Verdopplung kostet 220 Euro Aufpreis.
| Ausstattung | Mac mini M4 (bis 25.08.) | Mac mini M6 |
|---|---|---|
| Einstiegskonfiguration | 949 Euro (16 GB / 512 GB) | 1.049 Euro (16 GB / 256 GB) |
| 16 GB / 512 GB | 949 Euro | 1.269 Euro |
| 24 GB / 512 GB | – | 1.489 Euro |
Wer dieselbe Ausstattung will wie zuletzt, zahlt also 1.269 statt 949 Euro – rund ein Drittel mehr. Dazu kommt eine zweite Hürde: Die beworbenen 170 GB/s Speicherbandbreite liegen erst ab 24 GB Arbeitsspeicher an, das Basismodell kommt auf 153 GB/s. Genau dieser Schritt kostet noch einmal 220 Euro. Die Werbebotschaft und die Basiskonfiguration passen damit nicht zusammen.
🔭 Was nächste Woche kommt
Am Dienstag übernimmt John Ternus die Konzernspitze, Tim Cooks letzter Arbeitstag ist der Montag davor. Damit endet eine Amtszeit, die 2011 begann – und beginnt eine, die sich zuerst an einem September-Event messen lassen muss.
Beim Betriebssystem steht der nächste Schritt an: Nach Beta 7 vom 24. August folgt turnusgemäß eine achte Entwickler-Beta von iOS 27, nicht der Release Candidate. Der kommt erfahrungsgemäß erst rund um die Keynote. Dazu erscheint die Programmübersicht für den September bei Apple TV, und der Mac Studio mit M5 Ultra im Vollausbau bleibt bis Ende Oktober Wartesache.
💬 Meine Meinung
Apple hat die Kennzahl gewechselt, mit der es Macs verkauft. Beworben wird die vierfache KI-Leistung und die verdoppelte Neural Engine – eine Größe, von der ein großer Teil der Käufer nichts hat, weil lokale Modelle im Alltag kaum vorkommen. Was denselben Käufer sehr wohl trifft, steht in der Konfiguration: Der Einstiegspreis bleibt mit 1.049 Euro optisch nah am alten, die eigentliche Erhöhung ist in die Ausstattung gewandert. Apple wirbt mit der Zukunft und stellt die Rechnung in der Gegenwart.
📚 Aus unserem Archiv
Die 24-GB-Schwelle beim neuen Mac mini macht eine alte Frage wieder aktuell, nämlich wie viel Arbeitsspeicher überhaupt nötig ist: Für Apple Silicon gelten dabei andere Faustregeln als früher, weil Prozessor und Grafikeinheit sich denselben Speicher teilen.
Auch beim Bildschirmanschluss trennen sich die beiden Desktop-Macs deutlich – drei Displays am Mac mini, fünf oder acht am Mac Studio. Welches Mac-Modell wie viele externe Displays ansteuert, hängt am Chip und nicht am Gehäuse.
Eine Woche, die mit fertiger Hardware begann und mit einer Einladung endete – der eigentliche Auftritt steht erst noch bevor. Würdest du beim Mac mini die 220 Euro für den Schritt auf 24 GB mitgehen, weil die beworbene Bandbreite sonst gar nicht anliegt, oder ist genau das der Punkt, an dem sich der Einstiegs-Mac für dich nicht mehr rechnet? Rechne uns deine Konfiguration in den Kommentaren vor.
Bis nächsten Sonntag wünscht Apfelpatient eine entspannte Lektüre und einen guten Wochenstart.


