Apple hebt die Preise für seinen Streamingdienst erneut an, gut ein Jahr nach der letzten Runde. Betroffen sind die USA, Brasilien, Chile und Mexiko – und ausdrücklich keine weiteren Märkte. Hierzulande bleibt es beim gewohnten Monatsbeitrag.
Apple TV kostet in den Vereinigten Staaten ab sofort 14,99 statt 12,99 Dollar im Monat, das Jahresabo steigt von 99 auf 119 Dollar. Auch das Apple One Bundle für Einzelpersonen wird dort teurer. Sechs Wochen zuvor hatte Apple bereits die Preise für Apple Music angehoben, und zwar auch in Deutschland. Diesmal bleibt es bei einer Anpassung in vier Märkten, wie Variety unter Berufung auf Apple berichtet.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple TV kostet in den USA jetzt 14,99 Dollar monatlich statt 12,99 Dollar
- Neben den USA sind nur Brasilien, Chile und Mexiko betroffen
- Das US-Jahresabo steigt von 99 auf 119 Dollar
- Apple One Einzelperson wird in den USA von 19,95 auf 21,95 Dollar teurer
- In Deutschland bleiben Apple TV bei 9,99 Euro und Apple One bei 19,95 Euro
Was sich ändert und wo
Die höheren Preise gelten für Neukunden ab sofort. Bestandskunden werden nach Apples Angaben etwa einen Monat vor der ersten höheren Abbuchung benachrichtigt.
Beim Bundle trifft es ausschließlich die Einzelstufe. Die Familien- und die Premier-Variante bleiben unverändert – anders als im Juli, als Apple genau umgekehrt vorging und die Einzelstufe verschonte, dafür Familie und Premier anhob.
Die Auswahl der Märkte folgt keiner Regulierung und keiner Währungsgrenze, sondern ist eine reine Preisentscheidung: die USA plus drei lateinamerikanische Länder. Europa, Großbritannien, die Schweiz und der gesamte asiatische Raum bleiben außen vor.
| Abo | USA bisher | USA neu | Deutschland |
|---|---|---|---|
| Apple TV, monatlich | 12,99 $ | 14,99 $ | 9,99 € |
| Apple TV, jährlich | 99 $ | 119 $ | kein reguläres Jahresabo |
| Apple One Einzelperson | 19,95 $ | 21,95 $ | 19,95 € |
| Apple One Familie | 27,95 $ | 27,95 $ | 25,95 € |
Die aktuellen Bundle-Preise stehen auf der deutschen Seite zu Apple One.
Ein Jahresabo, das längst nicht jeder sieht
Ein regulär beworbenes Jahresabo gibt es hierzulande nicht. In einzelnen Accounts erscheinen in den Abo-Einstellungen dennoch zusätzliche Optionen: ein Jahresabo für einmalig 79 Euro sowie ein Tarif für 6,99 Euro monatlich bei zwölf Monaten Laufzeit.
Nach welchen Kriterien Apple die Alternativen ausspielt, ist nicht ersichtlich; naheliegend sind Bestandskunden, Rückkehrer oder Konten nach einem abgelaufenen Probeabo. Wer den Dienst über ein Apple One Bundle bezieht, bekommt die Auswahl ohnehin nicht zu sehen – dort ist Apple TV bereits enthalten, ein separates Abo entfällt.
Für alle anderen kostet ein Blick nichts: im Apple Account unter Abonnements, dann Apple TV und dort alle Abos anzeigen. Wer die Jahresvariante angeboten bekommt, zahlt gut 40 Euro weniger als bei zwölf regulären Monatsbeiträgen, die zusammen auf 119,88 Euro kommen.
Warum das Jahresabo der eigentliche Sprung ist
In den USA fällt das monatliche Plus von zwei Dollar moderat aus. Bemerkenswerter ist dort die Jahresvariante: Sie lag jahrelang bei 99 Dollar und blieb selbst im vergangenen Sommer unangetastet, als der Monatspreis um drei Dollar stieg. Mit 119 Dollar verliert sie einen Teil ihres Vorsprungs und entspricht nun knapp acht Monatsbeiträgen.
Vier Erhöhungen in vier Jahren
Apple TV startete 2019 mit 4,99 Dollar. Seither ging es in Stufen nach oben: 2022 auf 6,99 Dollar, 2023 auf 9,99 Dollar, im vergangenen Jahr auf 12,99 Dollar und nun auf 14,99 Dollar. Der Monatspreis hat sich damit gegenüber dem Start verdreifacht.
Der deutsche Verlauf sah bis 2023 identisch aus: 4,99 Euro zum Start, 6,99 Euro im Jahr 2022, 9,99 Euro seit Oktober 2023. Ab da trennen sich die Wege. Während die USA binnen zwölf Monaten zweimal nachlegten, blieb der deutsche Preis fast drei Jahre stehen.
Der Abstand zwischen den Märkten
Lange Zeit galt eine einfache Regel: Was in den USA 9,99 Dollar kostete, kostete hier 9,99 Euro. Diese Gleichheit der Zahlenwerte ist Geschichte. In den USA stehen jetzt 14,99 Dollar auf der Rechnung, hierzulande 9,99 Euro.
Für Abonnenten hierzulande ist das die angenehme Seite. Sie zahlen für denselben Katalog spürbar weniger als amerikanische Kunden. Ein Grund dafür liegt im Angebot selbst: In den USA gehören inzwischen sämtliche Formel-1-Rennen und die Major League Soccer zum regulären Abo, hier nicht.
Ob Deutschland folgt, hängt am Muster der letzten Runden
Die jüngste Vergangenheit liefert für beide Richtungen Argumente. Bei Apple Music zog Apple im Juli in Deutschland zeitgleich mit den USA nach: Das Einzelabo kostet seither 11,99 Euro statt 10,99 Euro, das Familienabo 19,99 Euro statt 16,99 Euro. Bei Apple TV lief es andersherum – die US-Erhöhung im vergangenen Jahr wurde hierzulande nie nachvollzogen, und diesmal schließt Apple weitere Länder ausdrücklich aus.
Unsere Erwartung: Der Abstand wächst, aber Apple koppelt die Preise bei diesem Dienst erkennbar an das jeweilige Angebot im Land. Solange der Sportrechte-Block auf die USA beschränkt bleibt, fehlt hier das Argument für denselben Aufschlag. Wer den bestehenden Preis trotzdem länger sichern will, sollte prüfen, ob im eigenen Konto eine Laufzeitoption angeboten wird.
Wie Apple solche Entscheidungen intern trifft, hat das Unternehmen zuletzt selbst beschrieben – nachzulesen in unserer Zusammenstellung dazu, wie Apple über Preiserhöhungen entscheidet.
Was das für die Rechnung mit der Konkurrenz bedeutet
Mit 9,99 Euro bleibt Apple TV in Deutschland deutlich unter den werbefreien Standardtarifen der großen Mitbewerber, und ein Abo deckt über die Familienfreigabe bis zu sechs Personen ab. Wer mehrere Dienste kombiniert, fährt weiterhin mit dem Bundle günstiger als mit Einzelabos – dieselbe Rechnung, die auch beim Vergleich zwischen Apple Music und Spotify den Ausschlag gibt.
Für Apple selbst zahlt sich das Modell ohnehin aus: Zuletzt meldete das Unternehmen 1,5 Milliarden bezahlte Abonnements über alle Dienste hinweg.
Der Preisabstand dürfte nicht ewig halten
Vorerst ändert sich für dich hierzulande nichts: Der Monatsbeitrag bleibt, die Familienfreigabe bleibt, der Katalog bleibt derselbe. Die Frage ist nur, wie lange Apple zwei so unterschiedliche Preise für dasselbe Angebot nebeneinander stehen lässt.
Wird in deinem Account das Jahresabo für 79 Euro angezeigt – oder siehst du wie bisher nur den Monatspreis? Schreib uns in die Kommentare, welche Optionen bei dir auftauchen, dann bekommen wir ein Bild davon, wie breit Apple das ausspielt.
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