Nach fast zwei Jahren löst Apple den Mac mini ab – und verteilt die Neuerungen ungleichmäßig. Manche Sprünge sind größer, als die Kernzahlen vermuten lassen, ein anderer fällt kleiner aus, sobald man in die Konfiguration schaut. Und in einem Punkt steht der Vorgänger sogar besser da.
Der Mac mini kam im Oktober 2024 mit M4 und M4 Pro auf den Markt, seit August 2026 stehen M6 und M5 Pro im selben Gehäuse. Wer aktuell einen Mac mini besitzt, steht damit vor der Frage, ob sich der Wechsel lohnt – und die Antwort fällt je nach Ausgangsmodell und Anwendungsfall unterschiedlich aus. Dieser Vergleich stellt beide Generationen mit ihren jeweiligen Chip-Optionen gegenüber, auf Basis der technischen Daten zum neuen Mac mini und des Datenblatts zum Modell von 2024.
Das Wichtigste in Kürze
- Der M6 bringt zwei zusätzliche CPU- und GPU-Kerne sowie eine verdoppelte Neural Engine mit
- Die beworbenen 170 GB/s Speicherbandbreite erreicht der M6 erst ab 24 GB Arbeitsspeicher, mit 16 GB sind es 153 GB/s
- Der M5 Pro verzichtet auf Effizienzkerne und setzt stattdessen auf Super- und Performance-Kerne
- Netzwerk und Funk springen deutlich: 2,5-Gb-Ethernet serienmäßig, Wi-Fi 7, Bluetooth 6
- Beim Wechsel vom M4 Pro auf den M6 gehen Thunderbolt 5 und Speicherbandbreite verloren
- Bei gleicher Ausstattung wie zuletzt steigt der Preis um 320 Euro, weil die Basis-SSD wieder bei 256 GB beginnt
Der M6 gegen den M4
Die Basis wächst an beiden Enden: Aus zehn CPU-Kernen werden zwölf, aus zehn GPU-Kernen ebenfalls zwölf. Interessanter ist die Aufteilung. Der M4 arbeitete mit vier Performance- und sechs Effizienzkernen. Der M6 stellt diesen zehn Kernen zwei sogenannte Super-Kerne voran, die für Aufgaben zuständig sind, die auf einem einzelnen Kern laufen.
Der zweite große Unterschied steckt in der Neural Engine: Statt einer 16-Kern-Einheit sitzen jetzt zwei davon im Chip, die parallel angesprochen werden können. Dazu kommen Neural Accelerators in jedem GPU-Kern – die gab es im Mac mini zuvor nicht.
| Merkmal | Mac mini M4 | Mac mini M6 |
|---|---|---|
| CPU | 10 Kerne (4 Performance, 6 Effizienz) | 12 Kerne (2 Super, 4 Performance, 6 Effizienz) |
| GPU | 10 Kerne | 12 Kerne, mit Neural Accelerators |
| Neural Engine | 16 Kerne | Dual 16 Kerne |
| Speicherbandbreite | 120 GB/s | 153 GB/s, ab 24 GB 170 GB/s |
| Arbeitsspeicher | 16 GB, bis 32 GB | 16 GB, bis 32 GB |
| SSD | ab 256 GB, bis 2 TB | ab 256 GB, bis 2 TB |
| Anschlüsse hinten | 3 × Thunderbolt 4 | 3 × Thunderbolt 4 |
Apple selbst nennt für den M6 bis zu 40 Prozent mehr CPU-Leistung, bis zu doppelt so schnelle Grafik und bis zu vierfache KI-Leistung. Diese Werte beziehen sich auf einen M4 mit 32 GB Arbeitsspeicher und 2 TB SSD.
Ein Detail, das in der Konfiguration versteckt liegt
Die 170 GB/s Speicherbandbreite, mit denen Apple wirbt, gelten nicht für jede Ausstattung. In den technischen Daten steht der Wert nur bei den Modellen ab 24 GB Arbeitsspeicher. Das Basismodell mit 16 GB kommt auf 153 GB/s.
Das ist immer noch deutlich mehr als die 120 GB/s des M4, aber es verschiebt die Rechnung: Wer beim Aufpreis für mehr Arbeitsspeicher zögert, verzichtet nicht nur auf Kapazität, sondern auch auf Bandbreite. Gerade bei lokalen Sprachmodellen ist die Bandbreite häufig der begrenzende Faktor, nicht die reine Rechenleistung.
Der Schritt auf 24 GB kostet 220 Euro. Damit liegt die günstigste Konfiguration, die tatsächlich 170 GB/s erreicht, bei 1.269 Euro – zum selben Preis wie das Modell mit 16 GB und doppeltem Speicherplatz. Wer beides will, also 24 GB und 512 GB SSD, zahlt 1.489 Euro.
Der M5 Pro gegen den M4 Pro
Hier ist der Umbau grundlegender. Der M4 Pro hatte zwölf CPU-Kerne, aufgeteilt in acht Performance- und vier Effizienzkerne. Der M5 Pro kommt auf 15 Kerne – fünf Super-Kerne und zehn Performance-Kerne, ohne jeden Effizienzkern. Die Grafikeinheit bleibt bei 16 Kernen, trägt aber jetzt Neural Accelerators.
Die Speicherbandbreite steigt von 273 auf 307 GB/s. Beim Arbeitsspeicher ändert sich nichts: 24 GB Basis, konfigurierbar bis 64 GB. Auch die SSD-Staffelung bis 8 TB bleibt.
| Merkmal | Mac mini M4 Pro | Mac mini M5 Pro |
|---|---|---|
| CPU | 12 Kerne (8 Performance, 4 Effizienz) | 15 Kerne (5 Super, 10 Performance) |
| CPU optional | 14 Kerne | 18 Kerne |
| GPU | 16 Kerne | 16 Kerne, mit Neural Accelerators |
| GPU optional | 20 Kerne | 20 Kerne |
| Speicherbandbreite | 273 GB/s | 307 GB/s |
| Arbeitsspeicher | 24 GB, bis 64 GB | 24 GB, bis 64 GB |
Der Zuwachs bei den Kernzahlen ist damit klar, der bei Speicher und Bandbreite eher moderat. Wer einen M4 Pro besitzt und nicht ausdrücklich KI-Aufgaben rechnet, bekommt hier kein zwingendes Argument.
Netzwerk und Funk: der unterschätzte Sprung
Abseits der Chips liegt die auffälligste Veränderung. Der Mac mini von 2024 kam serienmäßig mit Gigabit-Ethernet, WLAN 6E und Bluetooth 5.3. Die neue Generation setzt auf den hauseigenen N1-Chip und bringt WLAN 7, Bluetooth 6 und Thread mit. Das Ethernet startet jetzt bei 2,5 Gbit statt bei 1 Gbit, die 10-Gbit-Option bleibt.
Für alle, die den Mac mini als dauerhaft laufenden Rechner im Netzwerk betreiben, ist das der praktischste Unterschied der ganzen Generation – und er taucht in keiner Leistungsangabe auf.
Wo der Vorgänger besser dasteht
Ein Punkt verdient Aufmerksamkeit, weil er der Erwartung widerspricht. Beim M4 hatte die Basis Thunderbolt 4, die Pro-Variante Thunderbolt 5. Diese Aufteilung bleibt bestehen – der M6 hat Thunderbolt 4, der M5 Pro Thunderbolt 5.

Wer also von einem Mac mini M4 Pro auf einen Mac mini M6 wechselt, weil der Chip die neuere Generationsnummer trägt, verliert dabei gleich dreifach: Thunderbolt 5 mit 120 Gbit/s weicht Thunderbolt 4 mit 40 Gbit/s, die Speicherbandbreite sinkt von 273 auf 153 beziehungsweise 170 GB/s, und der maximale Arbeitsspeicher fällt von 64 auf 32 GB. Die höhere Zahl im Chipnamen bedeutet hier nicht das schnellere Gerät.
Was unverändert bleibt
Am Gehäuse ändert sich nichts: 12,7 × 12,7 × 5,0 Zentimeter, 0,67 Kilogramm beim Basismodell und 0,73 Kilogramm bei der Pro-Variante – exakt dieselben Werte wie 2024. Auch die maximale Leistungsaufnahme von 155 Watt und die Anschlüsse an der Vorderseite mit zwei USB-C-Ports und Kopfhöreranschluss sind identisch.

Bei der Displayunterstützung bleibt es bei maximal drei externen Bildschirmen. Neu ist dort die Unterstützung für 4K bei 165 Hz und variable Bildwiederholraten.
Was der Wechsel kostet
Auf dem Papier bleibt der Aufschlag überschaubar. Vor der Ablösung stand der Mac mini mit M4 zuletzt bei 949 Euro, die Variante mit M4 Pro bei 1.899 Euro. Die neue Generation startet bei 1.049 und 1.999 Euro – jeweils 100 Euro mehr.
Dieser Vergleich hat allerdings einen Haken, und der liegt beim Speicherplatz. Die 949 Euro galten für ein Modell mit 512 GB SSD, denn Apple hatte die 256-GB-Variante im Mai 2026 ersatzlos aus dem Sortiment genommen. Der neue Einstieg für 1.049 Euro bringt dagegen wieder nur 256 GB mit, und die Verdopplung auf 512 GB kostet 220 Euro Aufpreis.
Wer also dieselbe Ausstattung wie zuletzt haben will – 16 GB Arbeitsspeicher, 512 GB SSD –, zahlt 1.269 statt 949 Euro. Das sind 320 Euro mehr und damit ein Aufschlag von rund einem Drittel, nicht die 100 Euro, die der Blick auf die Einstiegspreise suggeriert.
| Konfiguration | Zuletzt (M4) | Neu (M6) |
|---|---|---|
| 16 GB, 256 GB SSD | nicht mehr angeboten | 1.049 Euro |
| 16 GB, 512 GB SSD | 949 Euro | 1.269 Euro |
| 24 GB, 512 GB SSD | – | 1.489 Euro |
| Pro-Variante, 24 GB, 512 GB SSD | 1.899 Euro | 1.999 Euro |
Bei der Pro-Variante entfällt dieser Effekt, weil sie in beiden Generationen mit 512 GB startet. Dort sind die 100 Euro tatsächlich der volle Unterschied.
Für wen sich der Wechsel rechnet
Praktisch heißt das für dich: Kommst du von einem Mac mini M4 und lässt lokale KI-Modelle laufen, ist der M6 der klare Fortschritt – vierfache KI-Leistung, doppelte Neural Engine und mehr Bandbreite sind kein Marketingrauschen, sondern genau die Stellschrauben, an denen solche Modelle hängen. Dann sollten es aber mindestens 24 GB Arbeitsspeicher sein, sonst bleibt es bei 153 GB/s.
Für Büroarbeit, Fotos und Streaming gibt es dagegen keinen Grund zur Eile. Ein M4 bleibt dafür auf Jahre schnell genug, und die spannendere Neuerung wäre in diesem Fall eher das schnellere Netzwerk als der Chip. Der Preisaufschlag von 320 Euro bei gleicher Ausstattung spricht zusätzlich für Abwarten.
Vom M4 Pro kommend lohnt der Schritt zum M5 Pro nur bei KI-Aufgaben oder wenn die 18-Kern-Option gebraucht wird. Wer wechselt, sollte in der Pro-Reihe bleiben – der Sprung von M4 Pro auf M6 wäre ein Rückschritt.
Mac mini M6 und M5 Pro – das Wichtigste auf einen Blick
Der Generationswechsel bringt in der Basis mehr, als die Kernzahlen zeigen: verdoppelte Neural Engine, Neural Accelerators in der GPU und ein spürbar moderneres Netzwerk. In der Pro-Klasse fällt er dagegen verhaltener aus, weil sich beim Arbeitsspeicher nichts bewegt. Und die Chipbezeichnung taugt in dieser Generation nicht als Wegweiser – entscheidend sind Bandbreite, Speicherausbau und Thunderbolt-Version.
Wechselst du von deinem aktuellen Mac mini – oder wartest du lieber ab, bis auch die Pro-Klasse wieder einen Generationssprung macht? Schreib uns in die Kommentare, was für dich den Ausschlag gibt.
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Häufige Fragen: Mac mini M6 vs. M4
Für lokale KI-Modelle ja – vierfache KI-Leistung, doppelte Neural Engine und höhere Bandbreite wirken genau dort. Für Büroarbeit, Fotos und Streaming bleibt der M4 auf Jahre ausreichend schnell.
Der Einstiegspreis steigt von 949 auf 1.049 Euro, doch die 949 Euro galten für ein Modell mit 512 GB SSD. Die neue Basis hat nur 256 GB. Bei gleicher Ausstattung liegt der Preis bei 1.269 statt 949 Euro, also 320 Euro höher.
Apple nennt diesen Wert nur für Konfigurationen ab 24 GB Arbeitsspeicher. Das Basismodell mit 16 GB kommt auf 153 GB/s. Der Schritt auf 24 GB kostet 220 Euro Aufpreis.
Nicht durchgehend. Der M4 Pro bietet mehr Speicherbandbreite, Thunderbolt 5 statt Thunderbolt 4 und bis zu 64 GB Arbeitsspeicher. Die höhere Generationsnummer bedeutet hier nicht das schnellere Gerät.
Richtig. Seine 15-Core-CPU besteht aus fünf Super- und zehn Performance-Kernen. Der M4 Pro hatte zwölf Kerne als acht Performance- plus vier Effizienzkerne.
An den Anschlüssen selbst nichts – drei Thunderbolt-Ports hinten, zwei USB-C vorne, HDMI, Ethernet. Neu ist, dass Ethernet serienmäßig bei 2,5 Gbit startet statt bei 1 Gbit.
Nein, es bleibt bei maximal drei externen Bildschirmen. Neu sind 4K bei 165 Hz und die Unterstützung variabler Bildwiederholraten.


