Apple hat das Poliertuch nach fünf Jahren überarbeitet und den Preis von 25 auf 10 Euro gesenkt. Ob sich außer dem Preisschild etwas geändert hat, blieb zunächst offen. Wir haben die neue Fassung neben die Version von 2021 und das Tuch aus dem Lieferumfang der Apple Vision Pro gelegt – und es hat sich mehr geändert als gedacht.
Als Apple 2021 ein Poliertuch für 25 Euro in den Store stellte, wurde das Produkt zum Symbol für Zubehörpreise im Premiumsegment. Fünf Jahre später kostet die neue Fassung nur noch 10 Euro – ein Rückgang um 60 Prozent, der bei Apple-Zubehör selten vorkommt. Zur Vorstellung nannte der Konzern lediglich dieselbe Produktbeschreibung wie bisher: weiches, abriebfreies Material, geeignet für jedes Apple Display einschließlich Nanotexturglas. Was sich am Tuch selbst geändert hat, stand nirgends. Wir haben deshalb alle drei Varianten nebeneinandergelegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Das neue Tuch ist spürbar dünner und weniger steif als die Fassung von 2021.
- Der Farbton fällt dunkler aus als bei beiden anderen Tüchern.
- Bei Materialstärke und Griff liegt es näher am Tuch, das der Apple Vision Pro beiliegt.
- Die Abmessungen bleiben praktisch gleich, am Rand fällt die neue Fassung minimal größer aus.
- Der Preis sinkt von 25 auf 10 Euro, obwohl das Tuch nicht kleiner geworden ist.
Drei Generationen im direkten Vergleich
Der auffälligste Unterschied liegt in der Steifigkeit. Das Tuch von 2021 hat einen festen Stand und behält seine Form, wenn man es über die Handkante legt. Die neue Fassung fällt weicher, gibt schneller nach und fühlt sich beim Zusammenlegen deutlich geschmeidiger an.
Damit verbunden ist die geringere Materialstärke. Zwischen zwei Fingern gerieben wirkt die 2026er Version merklich dünner. Wer beide übereinanderlegt, sieht den Unterschied auch am Stapel.
Dazu kommt der Farbton: Das neue Tuch ist das dunkelste der drei. Es liegt nicht nur unter dem ersten Modell, das im direkten Vergleich heller und leicht kühler wirkt, sondern auch unter dem Tuch der Apple Vision Pro.

| Merkmal | Poliertuch 2021 | Poliertuch 2026 | Vision-Pro-Tuch |
|---|---|---|---|
| Materialstärke | dicker | dünner | dünn |
| Steifigkeit | fest, formstabil | weicher, gibt nach | weich |
| Farbton | am hellsten | am dunkelsten | dazwischen |
| Größe | Referenz | am Rand minimal größer | größer |
| Preis einzeln | 25 Euro | 10 Euro | im Lieferumfang |
Näher am Tuch der Apple Vision Pro
Wer beide Tücher der Reihe nach in die Hand nimmt, merkt schnell, in welche Richtung Apple gegangen ist. Die neue Fassung erinnert bei Materialstärke und Griff deutlich stärker an das Tuch, das der Apple Vision Pro beiliegt, als an den eigenen Vorgänger. Beim Farbton geht sie eigene Wege und fällt sogar dunkler aus als beide.
Das ergibt Sinn. Das Vision-Pro-Tuch ist für empfindliche Oberflächen ausgelegt und muss sich an gewölbte Flächen anschmiegen. Ein weicheres, dünneres Material folgt Konturen besser als ein steifes – auf gebogenem Glas ebenso wie in den Ecken eines Displayrahmens. Wie du die Vision Pro und ihre Oberflächen richtig pflegst, steht ausführlich in unserem Ratgeber zu Pflege und Reinigung der Apple Vision Pro.
Für Nanotexturglas ist genau das relevant. Die matte Oberfläche verträgt keine aggressiven Reiniger und keine harten Fasern, weshalb Apple bei diesen Displays seit Jahren ausschließlich zum eigenen Tuch rät.
Die Größe bleibt, der Preis nicht
Eine naheliegende Vermutung war, dass Apple beim Format spart, um den niedrigeren Preis zu erklären. Das lässt sich nach dem direkten Vergleich ausschließen: Die beiden Tücher sind nahezu deckungsgleich, die neue Fassung ragt am Rand sogar eine Spur über die alte hinaus.
Der Preisunterschied kommt also nicht über weniger Fläche zustande. Plausibler ist der Materialwechsel selbst – ein dünneres Gewebe braucht weniger Rohstoff –, gepaart mit fünf Jahren Fertigungserfahrung und größeren Stückzahlen.
Preissenkungen sind bei Apple die Ausnahme, und diese trifft ausgerechnet das Produkt, das den Ruf für überzogene Preise überhaupt erst begründet hat.
Warum die weichere Fassung die bessere ist
Aus meiner Sicht ist der Wechsel eine echte Verbesserung und nicht bloß eine Sparmaßnahme mit hübscher Begründung. Das steife Tuch von 2021 war auf ebenen Flächen tadellos, an Kanten und Rundungen aber unhandlich. Die neue Fassung legt sich williger an, und beim Reinigen einer Uhr oder einer gewölbten Rückseite merkt man den Unterschied sofort.
Der eigentliche Gewinn liegt aber im Preis. Für 25 Euro war das Tuch ein Statement, über das man sich amüsiert hat. Für 10 Euro ist es schlicht ein ordentliches Mikrofasertuch mit sinnvoller Materialwahl, das man auch dann kauft, wenn man kein Nanotexturglas besitzt. Wer noch die erste Fassung nutzt, braucht deswegen keinen Ersatz – kaputt geht daran nichts, und für flache Displays tut sie weiterhin ihren Dienst.
Ein Zubehörteil, das seinen Ruf ablegt
Fünf Jahre lang war Apples Poliertuch vor allem ein Running Gag über Zubehörpreise. Die überarbeitete Fassung nimmt der Debatte die Grundlage, weil sie den Preis halbiert und trotzdem beim Material zulegt statt abzuspecken.
Hast du noch die erste Fassung im Einsatz – und würdest du für zehn Euro nachlegen, oder tut es bei dir ohnehin jedes Mikrofasertuch aus dem Drogeriemarkt? Erzähl uns in den Kommentaren, wie du deine Displays sauber hältst.
Häufige Fragen: Apple Poliertuch
Es ist dünner, weniger steif und im Farbton dunkler als die Fassung von 2021. Die Abmessungen bleiben nahezu identisch, am Rand fällt die neue Version eine Spur größer aus.
Nein. Der niedrigere Preis kommt nicht über weniger Fläche zustande — im direkten Vergleich sind beide Tücher praktisch deckungsgleich.
Apple nennt keinen Grund. Naheliegend ist das dünnere Gewebe, das weniger Material braucht, zusammen mit fünf Jahren Fertigungserfahrung und größeren Stückzahlen.
Für flache Displays nicht — die alte Fassung funktioniert weiterhin. An Rundungen und Kanten legt sich die neue Version besser an.
Apple empfiehlt bei Nanotexturglas ausdrücklich das eigene Tuch und rät von Reinigungsmitteln und harten Fasern ab.
Ist das neue Tuch dasselbe wie bei der Apple Vision Pro?
Nicht identisch. Bei Materialstärke und Griff kommt es dem Vision-Pro-Tuch deutlich näher als dem eigenen Vorgänger, es ist jedoch kleiner und im Farbton dunkler.
Apple empfiehlt Handwäsche mit Spülmittel und rund 24 Stunden Trocknungszeit, bevor es wieder zum Einsatz kommt.


