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Der chinesische Smartphone-Markt ist im Sommer auf den tiefsten Stand seit 14 Jahren gefallen. Apple hat sich in diesem Umfeld laut Counterpoint vom letzten auf den zweiten Platz der großen Hersteller vorgearbeitet. Wenige Tage zuvor hatte IDC für Apple noch ein leichtes Minus gemeldet.
Laut vorläufigen Zahlen von Counterpoint Research wurden im dritten Quartal 2026 in China 10 Prozent weniger Smartphones ausgeliefert als im Vorjahr. Für ein drittes Quartal ist das der niedrigste Wert seit 2012. Als Ursache nennt der Marktforscher die weiter steigenden Speicherpreise, die die Bauteilkosten treiben und die Lieferengpässe verschärfen.
Für denselben Zeitraum hatte IDC einen Rückgang von 15,4 Prozent gemeldet und Apple ein leichtes Minus bei den Auslieferungen in China bescheinigt. Counterpoint zeichnet für Apple ein deutlich freundlicheres Bild. Alle Beiträge zu Apples Geschäft dort sammelt die Themenseite zu China.
Das Wichtigste in Kürze
- Chinas Smartphone-Auslieferungen sinken im dritten Quartal laut Counterpoint um 10 Prozent auf den niedrigsten Q3-Stand seit 2012.
- Apple kommt auf 19,5 Prozent Marktanteil und klettert von Platz sechs auf Platz zwei, hinter Huawei mit 21,3 Prozent.
- Nur Huawei und Apple gewinnen Anteile, zusammen liefern sie rund 40 Prozent aller Geräte aus.
- Die iPhone-18-Pro-Modelle verkaufen sich in den ersten drei Wochen 23,5 Prozent besser als die 17-Pro-Modelle im Vorjahr.
- IDC hatte für denselben Zeitraum einen stärkeren Markteinbruch und für Apple ein leichtes Minus gemeldet.
Apple und Huawei setzen sich ab
In Counterpoints Grafik zu den sechs größten Herstellern hat sich die Reihenfolge innerhalb eines Jahres fast umgedreht. Im dritten Quartal 2025 lag Apple mit 14,7 Prozent noch auf dem letzten Platz dieser Gruppe, Huawei mit 16,0 Prozent auf dem dritten. Ein Jahr später stehen beide an der Spitze.
| Hersteller | Q3 2025 | Q3 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Huawei | 16,0 % | 21,3 % | +5,3 Punkte |
| Apple | 14,7 % | 19,5 % | +4,8 Punkte |
| vivo | 18,0 % | 15,2 % | −2,8 Punkte |
| OPPO | 16,4 % | 15,1 % | −1,3 Punkte |
| Xiaomi | 15,1 % | 13,5 % | −1,6 Punkte |
| HONOR | 14,9 % | 12,7 % | −2,2 Punkte |
| Andere | 4,8 % | 2,8 % | −2,0 Punkte |
Gemessen hat Counterpoint die Auslieferungen an den Handel, nicht die Verkäufe an Endkunden. OPPO enthält dabei auch OnePlus und realme. Zusammen kommen Huawei und Apple auf 40,8 Prozent. Counterpoint wertet das als Zeichen, dass eine starke Stellung im Premiumsegment während der Speicherkrise zum Vorteil wird.
Was hinter Apples Sprung steckt
Als Treiber nennt Counterpoint den starken Start der iPhone-18-Pro-Modelle: In den ersten drei Wochen lagen die Verkäufe in China 23,5 Prozent über denen der iPhone-17-Pro-Modelle im Vorjahr. Dazu habe der spätere Start des regulären iPhone 18 einige Käufer zu den Pro-Modellen gelenkt. Außerdem sei der Preisabstand zu Android-Spitzenmodellen kleiner geworden.
Das deckt sich mit Counterpoints früheren Wochendaten, nach denen Apple in der Startwoche des iPhone 18 Pro in China auf Platz eins lag. Huawei hält die Spitze im Quartal dank stabiler Preise in den ersten Wochen und starker Verkäufe vom Einstiegsgerät bis zum Mate 80. Counterpoint beziffert Huaweis Plus auf 19 Prozent.
Zwei Marktforscher, zwei Ergebnisse
Die beiden Marktforscher kommen für dasselbe Quartal zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen. Beim Gesamtmarkt liegen 10 Prozent Rückgang bei Counterpoint gegen 15,4 Prozent bei IDC. Bei Huawei sind sie sich mit 21,3 und 21,1 Prozent Marktanteil fast einig.
Bei Apple dagegen gehen die Angaben auseinander. IDC meldete ein leichtes Minus bei den Auslieferungen, weil es weniger neue Modelle gab. Aus Counterpoints Zahlen ergibt sich ein kräftiges Plus: Wächst der Anteil von 14,7 auf 19,5 Prozent in einem Markt, der um 10 Prozent schrumpft, liefert Apple nach meiner Rechnung rund 19 Prozent mehr aus als im Vorjahr. Dieselbe Rechnung ergibt für Huawei knapp 20 Prozent, was zu Counterpoints eigener Angabe von 19 Prozent passt.
Beide Zahlen sind vorläufig. Welche Seite näher liegt, lässt sich erst an Apples eigenen Zahlen für Greater China ablesen, die Apple mit den Quartalszahlen am 2. November vorlegt. Sie umfassen allerdings auch Hongkong und Taiwan und alle Produkte, nicht nur das iPhone.
Warum die Preisrunden das nächste Quartal bestimmen
Ich halte die Zahlen für einen Hinweis darauf, dass Apple die Speicherkrise in China bisher besser übersteht als die meisten Android-Hersteller – unabhängig davon, welcher Marktforscher am Ende näher dran ist. Beide sehen Huawei und Apple als Gewinner in einem schrumpfenden Markt, beide sehen die Verluste vor allem bei den Marken im preissensiblen Segment.
Für das vierte Quartal ist Counterpoint vorsichtig. Huawei hat die Preise zum 1. September angehoben, und auch Apple hat die Preise erhöht. Käufer reagieren laut Counterpoint, indem sie Neuanschaffungen aufschieben, auf Rabattaktionen warten oder zu generalüberholten Geräten greifen. Ich rechne damit, dass Apples Vorsprung auf den übrigen Markt im Weihnachtsquartal kleiner ausfällt als jetzt, weil der Effekt des Pro-Starts dann ausläuft und das reguläre iPhone 18 erst im Frühjahr kommt.
Höhere iPhone-Preise gibt es auch hierzulande: Das iPhone 18 Pro kostet in Deutschland 150 Euro mehr als sein Vorgänger.
Glaubst du eher Counterpoints Plus oder IDCs Minus – und was erwartest du, wenn Apple am 2. November die Zahlen für Greater China vorlegt? Schreib uns in den Kommentaren, welcher Marktforscher für dich näher dran ist.





