Mit dem Start von Apple Creator Studio (ACS) hat Apple ein kostenpflichtiges Abonnement eingeführt, das KI-Funktionen in Apps wie Pages, Numbers und Keynote bündeln soll. Besonders im Fokus stand dabei die Aussage, dass sich mit den integrierten KI-Werkzeugen „mindestens“ 50 Keynote-Präsentationen pro Monat erstellen lassen.
Ein aktueller Erfahrungsbericht stellt diese Zahl jedoch deutlich infrage. Die tatsächlichen Nutzungsbeschränkungen der KI im Apple Creator Studio scheinen erheblich niedriger zu sein als beworben.
KI-gestützte Tools sind inzwischen fest im Apple-Ökosystem verankert. Neben den Produktivitäts-Apps spielt vor allem die Entwicklungsumgebung Xcode eine zentrale Rolle. Dort sorgt die Codex-Unterstützung für automatisierte Programmierung auf einem neuen Niveau.
Der Entwickler und Sicherheitsforscher Steve Troughton-Smith hat beide Systeme intensiv getestet: die Codex-Funktion in Xcode und die KI-Nutzung im Apple Creator Studio. Sein Vergleich fällt überraschend aus. Auch Apple-Kommentator John Gruber griff die Beobachtungen auf und wies auf den auffälligen Kontrast hin.
Beeindruckende Codex-Leistung in Xcode
Zunächst zeigte sich Troughton-Smith sehr beeindruckt von der neuen Agent-Funktion in Xcode. Die Codex-Unterstützung ist in der Lage, komplette Apps eigenständig zu erstellen.
Das System arbeitet dabei rund 30 Minuten autonom, analysiert das gesamte Projekt, durchsucht jede Datei und nimmt Änderungen vor. Es fasst jeden Winkel des Projekts an und modifiziert Code ohne manuelles Eingreifen.
In einem Test ließ Troughton-Smith eine kleine UIKit-Timeline-App erstellen. Er schrieb nach eigenen Angaben keine einzige Zeile Code selbst. Alles wurde vollständig von Codex generiert. Zwar hatte er ChatGPT bereits häufig innerhalb und außerhalb von Xcode genutzt, doch eine vollständige App-Generierung Änderung für Änderung hatte er zuvor nicht erlebt. In Xcode 26.3 war genau das möglich.
Geringer Verbrauch des Codex-Limits
Trotz dieser intensiven Arbeit verbrauchte die komplette App lediglich 7 % seines wöchentlichen Codex-Nutzungslimits. Eine automatisch generierte Anwendung mit umfassender Analyse und Dateiänderung belastete das KI-Kontingent also nur minimal.
Deutlicher Unterschied im Apple Creator Studio
Anschließend verglich Troughton-Smith diese Erfahrung mit der KI-Nutzung im Apple Creator Studio, insbesondere in Keynote. Das Ergebnis fiel drastisch aus:
Eine einzige – laut seiner eigenen Beschreibung „schreckliche“ – Diashow verbrauchte 47 % seines monatlichen Apple Creator Studio-Nutzungslimits.
Das bedeutet konkret, dass bereits zwei Präsentationen nahezu das komplette monatliche KI-Kontingent aufbrauchen würden. Von den beworbenen „mindestens 50 Präsentationen pro Monat“ wäre man damit weit entfernt.
Apple hatte für diese Zahl offenbar extrem kurze Präsentationen mit lediglich acht bis zehn Folien als Beispiel herangezogen. Selbst unter dieser Annahme bleibt die Diskrepanz erheblich.
Unerwarteter Kontrast zwischen Codex und Apple Creator Studio
Wie John Gruber anmerkte, wirkt der Unterschied zwischen den Nutzungsgrenzen von Codex und Apple Creator Studio genau entgegengesetzt zu dem, was vernünftigerweise zu erwarten wäre.
Eine vollständige App-Generierung mit umfassender Projektanalyse erscheint deutlich ressourcenintensiver als die Erstellung einer einzelnen Präsentation. Dennoch ist der Verbrauch im Apple Creator Studio offenbar wesentlich höher.
Während Codex großzügige wöchentliche Spielräume bietet, scheint das monatliche KI-Limit im Apple Creator Studio deutlich restriktiver auszufallen.
So lässt sich der aktuelle Nutzungsstatus prüfen
Wer ein Apple Creator Studio-Abonnement besitzt, kann den eigenen KI-Nutzungsstatus direkt in den Apps einsehen.
Auf dem Mac:
- In der Menüleiste „Pages“, „Numbers“ oder „Keynote“ auswählen
- „Intelligence-Funktionen“ anklicken
- „Nutzungsstatus anzeigen“ auswählen
Auf dem iPhone oder iPad:
- Pages, Numbers oder Keynote öffnen
- Auf „Mehr“ tippen
- „Intelligence-Funktionen“ auswählen
- „Nutzungsstatus anzeigen“ antippen
Dort wird der prozentuale Verbrauch des aktuellen KI-Kontingents angezeigt.
Apple Creator Studio: Anspruch und Realität klaffen auseinander
Apple Creator Studio wurde mit dem Versprechen beworben, umfangreiche KI-Nutzung zu ermöglichen – darunter mindestens 50 Präsentationen pro Monat. Die praktischen Erfahrungen von Steve Troughton-Smith zeichnen jedoch ein anderes Bild.
Eine einzelne Keynote-Präsentation kann fast die Hälfte des monatlichen Limits verbrauchen, während eine komplett automatisch generierte App in Xcode nur einen Bruchteil des wöchentlichen Codex-Kontingents beansprucht.
Der Kontrast zwischen beiden Systemen wirft Fragen zur realistischen Nutzbarkeit des Apple Creator Studio auf. Wer das Abonnement nutzt, sollte den eigenen Verbrauch regelmäßig prüfen, um einschätzen zu können, wie weit das tatsächliche KI-Limit von den ursprünglichen Erwartungen entfernt ist. (Bild: Apple)
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