Am 9. September stellt Apple das iPhone 18 Pro vor, und die einzige Zahl, die wirklich interessiert, steht noch nicht fest. Im Umlauf sind gleich drei Größenordnungen für den erwarteten Aufschlag – von einem moderaten Schritt bis zu einem Fünftel mehr. Sie stammen aus unterschiedlichen Ecken und taugen unterschiedlich viel.
Dass die Pro-Modelle teurer werden, gilt seit dem Frühsommer als ausgemacht. Die Speicherkosten haben Apples Kalkulation so weit verschoben, dass der Konzern im Juni erstmals seit Jahren an der Preisliste gedreht hat – Macs, iPads, HomePods, Apple TV und die Vision Pro wurden am 25. Juni teurer, die iPhone-Reihe blieb außen vor. Damit steht der Schritt beim iPhone weiterhin aus, und der Generationswechsel ist der wahrscheinlichste Anlass dafür. Wie hoch er ausfällt, ist die offene Frage; die gesammelten Erwartungen an das iPhone 18 Pro enthalten dazu bislang eine ganze Bandbreite.
Das Wichtigste in Kürze
- Drei unterschiedliche Größenordnungen für den Aufschlag kursieren: ein Betrag von 150 bis 200 US-Dollar, eine prozentuale Spanne von 10 bis 20 Prozent und ein deutlich zurückhaltenderer Schritt an der Konkurrenz orientiert.
- Belegt ist bislang nur die Kostenseite: Die Materialkosten des 256-GB-Modells liegen rund 38 Prozent über denen der Vorgängergeneration.
- Der Speicher ist erstmals der teuerste Einzelposten im Gerät und hat Prozessor und Display überholt.
- Ein Dollarbetrag lässt sich nicht in einen Europreis übersetzen – die Juni-Runde fiel hierzulande je nach Gerät völlig unterschiedlich aus.
- Die tatsächlichen Preise nennt Apple erst am 9. September.
Was auf der Kostenseite belegt ist
Der einzige Teil der Rechnung, der auf geprüften Daten beruht, betrifft nicht den Verkaufspreis, sondern die Herstellung. Nach einer Auswertung des Marktforschungsunternehmens TrendForce liegen die Materialkosten des iPhone 18 Pro mit 256 GB Speicher rund 38 Prozent über denen des Vorjahresmodells. Getrieben wird das fast vollständig vom Speicher: Sein Anteil an den gesamten Bauteilkosten ist von etwa 10 Prozent auf rund 34 Prozent gestiegen und soll im ersten Halbjahr 2027 über 40 Prozent klettern.
Damit ist der Speicher erstmals der teuerste Einzelposten in einem iPhone und hat sowohl den Prozessor als auch das Display überholt. Seit Anfang 2025 haben sich die Speicherpreise nach dieser Rechnung verfünf- bis versiebenfacht. Wie wenig Apple dagegen ausrichten konnte, hat sich im Sommer gezeigt, als der Versuch, über chinesische Zulieferer Druck aufzubauen, ins Leere lief.
Aus höheren Kosten folgt allerdings kein bestimmter Preis. Dieselbe Auswertung geht davon aus, dass Apple einen Teil der Mehrkosten über die eigene Marge auffängt, statt ihn vollständig weiterzureichen – so wie zuletzt bei den MacBooks.
Drei Größenordnungen, drei Grundlagen
Die im Umlauf befindlichen Schätzungen unterscheiden sich nicht nur in der Höhe, sondern vor allem in dem, worauf sie beruhen.
| Zeitpunkt | Erwartung | Grundlage |
|---|---|---|
| 18. Juni | 150 bis 200 US-Dollar mehr für Pro und Pro Max | Kostenrechnung nach Cooks Ankündigung im Interview |
| 26. Juni | 10 bis 20 Prozent Aufschlag, faltbares Modell ab 2.099 US-Dollar | Angaben aus dem chinesischen Social Network Weibo |
| 10. August | 38 Prozent höhere Materialkosten, Preis offen | Lieferketten- und Speicherpreisdaten |
| 24. August | Zurückhaltender Schritt, an Samsung und Google orientiert | Bericht aus Apples Umfeld |
Die Dollarangabe geht auf eine Einschätzung von Mitte Juni zurück, kurz nachdem Tim Cook Preiserhöhungen grundsätzlich in Aussicht gestellt hatte. Sie stammt aus einer Kostenrechnung und nicht aus Kenntnis der Preisliste – das Unternehmen bewertet Lieferketten, es sieht keine Apple-Dokumente. Bemerkenswert ist der zweite Teil dieser Prognose: Für die älteren Modelle wird dort mit unveränderten Preisen gerechnet.
Die prozentuale Spanne bewegt sich in einer ähnlichen Größenordnung, hat aber eine schwächere Basis. Sie kursiert seit Ende Juni und geht auf Angaben aus dem chinesischen Social Network zurück, zusammen mit den Werten für das faltbare iPhone Ultra. Solche Konten stützen sich in der Regel auf Zulieferergerüchte, nicht auf Kalkulationen; eine Trefferbilanz lässt sich nur für einzelne von ihnen führen.
Am weitesten davon entfernt liegt der jüngste Stand: Ende August rückte ein deutlich moderaterer Schritt in den Blick, weil Samsung und Google in diesem Jahr den Rahmen vorgegeben haben. Apple hat für das laufende Quartal selbst Druck auf die Bruttomarge angekündigt – ein Hinweis darauf, dass ein Teil der Mehrkosten im Haus bleibt.
Der Aufschlag entscheidet sich nicht in Dollar
Für Käufer hierzulande ist die Dollarrechnung nur ein grober Anhaltspunkt. Die Juni-Runde hat gezeigt, wie unterschiedlich derselbe Kostendruck in Europreisen ankommt: Das Basis-iPad sprang von 379 auf 499 Euro und damit um rund ein Drittel, beim MacBook Air waren es 200 Euro, beim MacBook Pro je nach Ausbaustufe 300 bis 600 Euro. Ein einheitlicher Faktor lässt sich daraus nicht ableiten.
Wir rechnen deshalb damit, dass ein Aufschlag in Deutschland, Österreich und der Schweiz weder proportional zum Dollarwert noch über alle Modelle hinweg gleich ausfällt – und dass die Speicherstufen dabei stärker anziehen als die Basiskonfiguration. Genau das war im Juni das Muster, als der Aufpreis für ein RAM-Upgrade und für die 1-TB-SSD getrennt vom Grundpreis nach oben ging.
Praktisch heißt das für dich: Solange keine Preisliste vorliegt, ist die einzige belastbare Zahl der aktuelle Preis des Vorgängers. Die iPhone-17-Reihe wird hierzulande unverändert gehandelt, eine für den 10. August erwartete Anpassung ist ausgeblieben. Willst du ohnehin zum aktuellen Modell greifen, hast du bis zur Keynote Klarheit über den Preis – danach nicht mehr zwingend.
Sechs Tage bis zur Preisliste
Am 9. September um 19 Uhr MESZ endet das Rätselraten; die Preise stehen unmittelbar nach der Präsentation im deutschen Store, und die Keynote lässt sich im Stream verfolgen. Bis dahin bleibt die Kostenseite der einzige harte Teil der Rechnung, und die reicht von einem moderaten Schritt bis zu einem Fünftel mehr.
Bis zu welchem Aufschlag würdest du beim iPhone 18 Pro noch mitgehen – und ab wann wäre das aktuelle Modell für dich die vernünftigere Wahl? Schreib uns in die Kommentare, wo deine Grenze liegt.


