Dass die nächste iPhone-Generation teurer wird, gilt seit Monaten als ausgemacht. Neu ist, woran Apple sich dabei orientiert – und dass die genannte Größenordnung deutlich unter dem liegt, was zuletzt im Raum stand.
Zwei Monate nach der Preisrunde bei Macs, iPads und Vision Pro steht die Frage im Raum, wann das iPhone folgt. Mark Gurman schreibt in seinem Power-On-Newsletter bei Bloomberg, eine Erhöhung sei unvermeidlich – dieselben Speicher- und Chipkosten, die die anderen Produktlinien getroffen haben, träfen auch das iPhone. Interessant ist dabei weniger das Ob als die Zahl, die er nennt: Sie fällt deutlich niedriger aus als der zuletzt kolportierte Aufschlag von bis zu 300 Dollar.
Das Wichtigste in Kürze
- Samsung und Google haben ihre aktuellen Smartphones um jeweils rund 100 Dollar verteuert – an diesem Wert soll Apple sich orientieren.
- Ein Aufschlag in dieser Höhe würde das iPhone 18 Pro in den USA bei 1.199 Dollar starten lassen, rund neun Prozent über dem iPhone 17 Pro.
- Das liegt deutlich unter der Spanne von bis zu 300 Dollar, die zuvor genannt wurde. Beide Angaben stehen nebeneinander.
- Die iPhone-Reihe war von der Preisrunde im Juni ausgenommen – anders als Macs, iPads, HomePods, Apple TV und Vision Pro.
Der Blick auf die Konkurrenz
Der Punkt, der diesen Bericht von den vorherigen unterscheidet: Apple beobachtet dem Bericht zufolge genau, wie die Mitbewerber mit den gestiegenen Bauteilkosten umgehen. Samsung hat im April nachgezogen, Google Mitte August – beide Male ging es um rund 100 Dollar auf das jeweils aktuelle Spitzenmodell.
Überträgt man diesen Betrag auf das iPhone 17 Pro mit seinem US-Einstiegspreis von 1.099 Dollar, landet das iPhone 18 Pro bei 1.199 Dollar. Das wären rund neun Prozent. Gurman bewertet das angesichts der Lage am Speichermarkt als zurückhaltend und schließt daraus, dass Apple einen Teil der Mehrkosten selbst trägt. Ein Indiz dafür lieferte das Unternehmen bereits selbst: Für das laufende Quartal hat Apple Druck auf die Bruttomarge angekündigt.
Warum die Zahl kleiner ausfällt als zuletzt gedacht
Anfang August stand eine ganz andere Größenordnung im Raum – von bis zu 300 Dollar Aufschlag war die Rede, hochgerechnet auf die Pro-Modelle. Die jetzt genannten 100 Dollar sind ein Drittel davon.
Aufgelöst ist der Widerspruch nicht. Beide Angaben stammen aus derselben Zeitspanne und beziehen sich auf dieselbe Produktgeneration. Der Unterschied liegt in der Herleitung: Die höhere Spanne stützte sich auf die Kostenentwicklung bei Speicher, die niedrigere auf das, was der Wettbewerb dem Markt gerade zumutet. Beides sind Rechnungen, keine Preislisten.
Für die zurückhaltendere Variante spricht ein Argument, das der Bericht selbst liefert: Ein Aufschlag von 100 Dollar hält das iPhone in derselben Preisregion wie Samsungs Spitzenmodelle. Die drastischeren Sprünge bei Mac und iPad haben dagegen für spürbaren Widerstand gesorgt – ein Effekt, den Apple bei seinem wichtigsten Produkt kaum wiederholen dürfte.
Was in Deutschland tatsächlich auf dem Preisschild steht
Für den deutschsprachigen Raum ist die Dollar-Rechnung nur ein Anhaltspunkt. Apple legt die Europreise nicht mechanisch nach Wechselkurs fest, und in den hiesigen Listenpreisen stecken 19 Prozent Mehrwertsteuer, die in den US-Angaben fehlen. Ein Aufschlag von 100 Dollar wird hierzulande also nicht zu 100 Euro.
Der belastbare Ausgangspunkt ist der Ist-Stand im deutschen Store:
| Modell (256 GB) | Preis |
|---|---|
| iPhone 17e | 699 Euro |
| iPhone 17 | 949 Euro |
| iPhone 17 Pro | 1.299 Euro |
| iPhone 17 Pro Max | 1.449 Euro |
Diese Werte gelten unverändert. Eine für den 10. August erwartete Anpassung der iPhone-17-Preise ist ausgeblieben, in Deutschland wie in anderen Regionen. Auch die Preisrunde vom 25. Juni ging an der iPhone-Reihe vorbei – betroffen waren Macs, iPads, HomePods, Apple TV und Vision Pro.
Genau darin liegt der Unterschied für Käufer hierzulande: Wer kürzlich einen Mac oder ein iPad gekauft hat, hat die Erhöhung bereits bezahlt. Beim iPhone steht sie noch aus, und der wahrscheinlichste Zeitpunkt ist der Generationswechsel im September.
Wie belastbar die Angaben sind
Gurman gehört bei Apples Produktplänen zu den treffsichersten Quellen. Hier berichtet er allerdings keine Preisliste, sondern eine Erwartung: Die 1.199 Dollar sind eine Übertragung des Wettbewerber-Aufschlags, kein geleakter Wert aus Apples Systemen.
Der Ausgangspunkt dagegen ist belegt. Die Kosten für Arbeits- und Flashspeicher sind der Treiber, und Apples eigener Versuch, dagegen zu steuern, hat sich als wirkungsloses Druckmittel erwiesen. Wie das Unternehmen die Weitergabe intern abwägt, hat Tim Cook zuletzt selbst beschrieben, als er darlegte, wie Apple über Preiserhöhungen entscheidet – von Produkt zu Produkt und Markt zu Markt.
Wir erwarten, dass Apple die Erhöhung an die neue Generation koppelt und die Preise der iPhone-17-Reihe bis dahin unangetastet lässt. Der Grund steht in der Sache selbst: Eine Anhebung bei laufenden Modellen wäre eine sichtbare Verteuerung ohne Gegenleistung, während sie beim Nachfolger hinter neuer Ausstattung verschwindet. Der Termin dafür rückt näher – die Einladungen zum September-Event werden in diesen Tagen erwartet.
Bis dahin bleibt eine Frage offen, die sich am Preisschild entscheidet: Ab welchem Aufschlag würdest du beim iPhone 18 Pro passen und stattdessen zum aktuellen Modell greifen – oder ist der Preis für dich ohnehin nicht das Kriterium? Schreib uns in die Kommentare, wo bei dir die Schmerzgrenze liegt.
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