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Speicher wird teurer, und 2027 könnten das die Käufer deutlich zu spüren bekommen. Für den Notebook-Markt sagen Marktforscher weniger Auslieferungen voraus. Den Herstellern bleibt dabei wenig Spielraum: Sie können höhere Preise verlangen, weniger verdienen oder an der Ausstattung sparen. Apple hat sich in Deutschland schon im Juni entschieden.
Das taiwanische Marktforschungsunternehmen TrendForce rechnet für 2027 mit einem Rückgang der weltweiten Notebook-Auslieferungen. Das geht aus einer Pressemitteilung von TrendForce vom 8. Oktober hervor. Als Hauptgrund nennen die Analysten steigende Kosten für Bauteile, vor allem für Arbeitsspeicher. Das Risiko verschiebt sich damit von knappen Bauteilen hin zu einer schwächeren Nachfrage.
Die Prognose kommt kurz nach schwachen Zahlen für das laufende Jahr. Im dritten Quartal sanken die weltweiten PC-Auslieferungen um gut 20 Prozent, die Mac-Auslieferungen um 11 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze
- TrendForce erwartet 2027 einen Rückgang der Notebook-Auslieferungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich, im ungünstigen Fall im hohen einstelligen Bereich.
- Bei einem Mittelklasse-Notebook für 900 Dollar entfielen im dritten Quartal 2026 rund 68 Prozent der Bauteilkosten auf Prozessor, Arbeitsspeicher und SSD.
- Arbeitsspeicher soll 2027 knapp bleiben, weil KI-Server die Kapazitäten binden. Bei Flash-Speicher ist eine Entspannung ab der zweiten Jahreshälfte möglich.
- Der Anteil der Notebook-Fertigung außerhalb Chinas soll von rund 24 Prozent auf unter 20 Prozent sinken.
- Apple hat seine Mac-Preise in Deutschland bereits im Juni um 100 bis 400 Euro angehoben und dies mit den Speicherkosten begründet.
Warum 2027 die Nachfrage zum Risiko wird
Die Auslieferungen 2026 hält TrendForce für gestützt, aber nicht für gesund. Getragen wurden sie von besserer Verfügbarkeit bei Prozessoren, frühen Einkäufen der Hersteller und vorgezogenen Ersatzkäufen. Eine echte Erholung der Nachfrage sehen die Analysten darin nicht. Fallen diese Effekte 2027 weg, trifft der Kostendruck auf einen Markt ohne Rückenwind.
Die IDC-Zahlen zum dritten Quartal passen in dieses Bild. Weltweit wurden 62,7 Millionen PCs ausgeliefert, nach 78,5 Millionen im Vorjahr. Als einen der Gründe nannte IDC fehlende Lagerkäufe, die vor angekündigten Preiserhöhungen vorgezogen worden waren.
Zwei Drittel der Kosten stecken in drei Bauteilen
Bei einem Mittelklasse-Notebook mit einer Preisempfehlung von 900 Dollar entfielen im dritten Quartal 2026 laut TrendForce rund 68 Prozent der Bauteilkosten auf Prozessor, Arbeitsspeicher und SSD. Wie sich der Anteil auf die drei Bauteile verteilt, schlüsselt TrendForce nicht auf. Steigen die Preise in diesem Block, schlägt das fast direkt auf die Gesamtkosten durch.
Beim Arbeitsspeicher erwarten die Analysten auch 2027 keine Entlastung. KI-Server binden Kapazitäten in den modernen Fertigungsprozessen, für PC-Speicher bleibt das Angebot entsprechend begrenzt. Bei Flash-Speicher für SSDs könnte sich die Lage in der zweiten Jahreshälfte 2027 entspannen, wenn neue Kapazitäten hinzukommen. Unter Druck stehen außerdem Leiterplatten, Keramikkondensatoren und Bausteine für die Stromversorgung.
Preis, Marge oder Ausstattung
TrendForce zufolge können die Hersteller Preise, Ausstattung und Gewinn kaum gleichzeitig halten. Es bleiben drei Wege: höhere Verkaufspreise mit dem Risiko sinkender Nachfrage, geringere Margen oder abgespeckte Geräte, etwa mit weniger Arbeitsspeicher.
Wie stark die Auslieferungen 2027 sinken, hängt nach Einschätzung der Analysten vor allem davon ab, wie viel der Mehrkosten bei den Käufern ankommt.
| Szenario | Erwarteter Rückgang 2027 |
|---|---|
| Basisszenario | niedriger einstelliger Prozentbereich |
| Kosten werden vollständig an Käufer weitergegeben | hoher einstelliger Prozentbereich |
Fertigung rückt wieder nach China
Auch bei den Produktionsstandorten erwartet TrendForce eine Kehrtwende. Sollten die Zölle nicht weiter steigen, rücken Kosten wieder vor Risikostreuung. Kapazitäten, die außerhalb Chinas aufgebaut wurden, könnten dann teilweise zurückwandern.
| Jahr | Anteil der Notebook-Fertigung außerhalb Chinas |
|---|---|
| 2025 | rund 24 Prozent |
| 2026 | rund 21 Prozent |
| 2027 | möglicherweise unter 20 Prozent |
Apple hat den ersten Weg schon gewählt
Apple steht vor derselben Rechnung. Am 25. Juni hob Apple seine Preise für Macs und iPads in Deutschland an und verwies auf die stark gestiegenen Kosten für Speicher- und Flash-Chips. Das MacBook Neo stieg von 699 auf 799 Euro, das MacBook Air mit 13 Zoll von 1.199 auf 1.399 Euro, das MacBook Pro mit 14 Zoll von 1.899 auf 2.199 Euro. Von den drei Wegen, die TrendForce beschreibt, hat Apple damit den höheren Preis gewählt.
Ich finde bemerkenswert, dass Apple die Runde bislang nicht geschadet hat. Im dritten Quartal sanken die Mac-Auslieferungen zwar um 11,3 Prozent, der Gesamtmarkt aber um 20,1 Prozent, und Apples Anteil stieg von 8,5 auf 9,5 Prozent. Apple hatte seine Preisrunde ausdrücklich als Beginn formuliert, weitere Erhöhungen sind damit nicht ausgeschlossen. Ob das MacBook 2027 noch einmal teurer wird, entscheidet sich an derselben Frage wie bei allen anderen Herstellern: wie viel von den Speicherkosten noch an den Kunden geht.
Liebäugelst du mit einem neuen Notebook, achte vor allem auf die Speicherausstattung: Sie ist der Posten, an dem sich Preise und Konfigurationen in den nächsten Monaten am ehesten bewegen. Kaufst du jetzt einen Mac, wählst du zwischen den aktuellen Modellen zu den Preisen nach der Juni-Runde. Wie sich die Preisrunde auf Apples Mac-Geschäft ausgewirkt hat, wird mit den Quartalszahlen am 2. November sichtbar.
Greifst du bei deinem nächsten Notebook lieber jetzt zu den aktuellen Preisen zu – oder wartest du darauf, dass sich der Speichermarkt 2027 entspannt? Schreib uns in die Kommentare, wie deine Rechnung aussieht.





